„Liebe Löwen, wir sind die Bierbrüder!“ Mit diesen Worten beginnt der TV-Auftritt von Clemens und seinem jüngeren Bruder Michael. Sie sind Kandidaten in „Die Höhle der Löwen“, die am heutigen Montag bereits in die elfte Staffel startet. Die zwei Münsteraner hatten, wie so viele andere, mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen, denn ihr in vierter Generation geführtes Familienhotel mussten sie zwischenzeitlich schließen. Anstatt sich aber vom Virus und seinen Auswirkungen unterkriegen zu lassen, setzten die findigen Brüder eine Idee um und gründeten ein ungewöhnliches Start-up: die Bierfrüchtchen.

Wenn Brüder Marmelade machen: Bierfrüchtchen bei „Die Höhle der Löwen“

Ihre Leidenschaft für Hopfen und Malz brachte die zwei Gründer dazu, eine Ausbildung zum Bier-Sommelier zu absolvieren. Aber damit nicht genug: Sie möchten eine „kulinarische Biererlebniswelt“ kreieren und den Geschmack von Bier weiter ausbauen. Was dabei herausgekommen ist: ihre Bierfrüchtchen – insgesamt zehn süße Brotaufstriche, die mit Bier gemacht werden. Genau für diese Idee möchten sie nun also 20 Prozent Firmenanteile für 150.000 Euro Kapital verkaufen.

Zunächst einmal überzeugen die Bierbrüder mit ihrer Gastroerfahrung: Erfolgreich führen sie Hotel und Restaurant, kennen sich dank ihrer Ausbildung hervorragend mit Bier, dessen Inhaltsstoffen und Geschmack aus. „Wir kombinieren diverse Bierstile mit den dazu passenden Fruchtaromen“, erklären sie und haben ihre fruchtigen Brotaufstriche natürlich mit ins Studio gebracht. Darunter sind Sorten wie Helles und Himbeere oder Schwarzbier und Pflaume. Hergestellt werden die Bierfrüchtchen, wie die Konfitüren heißen, in der hoteleigenen Großküche. Dafür kochen die Gründer tiefgekühltes Obst mit Pektin, Zucker und der jeweiligen Biersorte ein und füllen es anschließend in Gläser ab. Am Ende enthalten die Marmeladen noch ein Prozent Alkohol.

Wie schmecken die Bierfrüchtchen?

Die Jury scheint angetan. „Jeden Abend frage ich mich, was soll’s denn jetzt noch geben? Jetzt gibt’s Biermarmelade“, sinniert Carsten Maschmeyer. Und Judith Williams findet das „abenteuerlich, extrem abenteuerlich!“ Kann die Begeisterung die Kostprobe überstehen?

„Extrem zuckrig“, urteilt Maschmeyer nach den ersten Bissen. In der Tat: Die süßen Aufstriche bestehen zur Hälfte aus Zucker. Aber: Laut Konfitürenverordnung muss Konfitüre mindestens 55 Prozent Zuckeranteil haben, damit sie nicht frühzeitig verdirbt und mehrere Monate ungeöffnet haltbar ist. Das erklären auch die Bierbrüder den Juror*innen. Aber wie steht es ums Bier, lässt sich dessen Verarbeitung beim Verzehr überhaupt feststellen? Während Nico Rosberg findet, das erste Bierfrüchtchen schmecke wie eine normale Erdbeermarmelade, sieht Judith Williams das etwas anders: „Naja, das schmeckt schon anders als Erdbeermarmelade, finde ich. Es schmeckt gegoren.“ Begeisterung klingt anders.

Kann das nächste Bierfrüchtchen überzeugen? Genaugenommen handelt es sich dabei gar nicht um eine Frucht, denn jetzt werden die Gläser mit der Sorte „Berliner Weiße und Waldmeister“ aufgeschraubt. Und wieder ist Williams kritisch: Sie liebe Waldmeister, und der Aufstrich schmecke auch danach, aber „ohne Bier“. Und auch Rosberg bestätigt: „Das ist enorm lecker, aber […] ich tu mich jetzt schwer, da den großen Biergeschmack herauszuschmecken.“ Maschmeyer urteilt sogar, der süße Brotaufstrich erinnere ihn an Götterspeise oder Gummibärchen.

Die Unternehmer blicken etwas erschrocken in die Runde, dann folgt ein Erklärungsversuch. Es sei durchaus gewollt, dass das Bier den Geschmack nicht allzu dominant bestimmt, da es nicht in den Vordergrund gerückt werden solle. Vielleicht kann ja die dritte Sorte die Meinung der Investor*innen noch ändern? Jetzt schmieren sie sich Pils und Maracuja aufs Brot. Dagmar Wöhrl ist ganz verzückt vom Geruch, für sie in dieser Hinsicht die beste der drei Sorten. Maschmeyer findet den Geschmack jedoch zu künstlich – eine Meinung, der sich Williams jedoch nicht anschließt.

Können die Bierbrüder die Jury überzeugen?

Die Verkostung lässt die Löwen mit gemischten Gefühlen zurück. Nun ist es Zeit für eine Entscheidung. Als Erstes macht Niko Rosberg einen Rückzieher. Er zweifele, dass sich die Bierfrüchtchen über den Hotelkosmos hinaus – die Bierbrüder bieten ihre Produkte im hoteleigenen Shop und online an – verkaufen lassen. Und was sagen die anderen?

Maschmeyer trinke Alkohol höchstens mal im Urlaub bereits am Mittag und sei deshalb kein geeigneter Botschafter für einen Frühstücksaufstrich mit Biergeschmack. Allein: Diesen Biergeschmack will die Jury ja gar nicht erkannt haben, immerhin hat sie sich mehrmals über dessen Fehlen gewundert.

Die letzten zwei Juror*innen versuchen die Kandidaten noch mit dem Argument zu locken, der Brotaufstrich sei nicht nur fürs Frühstück gedacht, sondern könne auch abends etwa begleitend zu gebackenem Brie gereicht werden. Nachdem sich auch Williams davon nicht überzeugen lässt, bleibt als möglicher Investor einzig Weinliebhaber Dr. Georg Kofler. Aber auch er springt ab: Geschmacklich hätten ihn die Bierfrüchtchen überzeugt, aber ihren Mehrwert erkenne er ob des fehlenden Bieraromas leider nicht.

Bierbrüder bekommen kein Investment von den Löwen

Trotz des enttäuschenden Endes ihrer Präsentation geben Clemens August von Freeden und Michael Stattmann nicht auf. Mit dem Verkauf im Hotel und online konnten sie in einem Jahr immerhin 13.000 Euro Umsatz erzielen. Der Auftritt der Bierfrüchtchen bei „Die Höhle der Löwen“ dürfte sich außerdem positiv auf die Bekanntheit der Bierbrüder und ihres Produktes auswirken. Uns hat er inspiriert zu folgenden außergewöhnlichen Gerichten:

Noch mehr Ideen mit Bier findest du in unserer Rezeptsammlung.