Nachdem sich die Städte Bristol und Portland auf dem Siegertreppchen regelmäßig abwechselten, wurde nun Brighton zur veganen Welthauptstadt gekürt – und das zum ersten Mal. Der Titel wurde der britischen Stadt vom internationalen Lebensmittelmagazin „Chef’s Pencil“ verliehen.

Brighton ist vegane Welthauptstadt 2022

Mit seinem ersten Platz verwies Brighton Portland im US-Bundesstadt Oregon auf Platz zwei der Rangliste. Die Stadt gilt als beste vegane Stadt der USA. Auf Rang drei landete mit Bristol eine weitere britische Stadt. Den vierten und fünften Platz belegten zwei deutsche Orte, nämlich Berlin und Hamburg.

Doch die Autor*innen der Untersuchung sagen auch, dass Veganismus insgesamt an Interesse eingebüßt habe. Den Grund sehen sie in der steigenden Popularität der flexitarischen Ernährung. Sie umfasst Menschen, die Fisch, Fleisch und Co. zu sich nehmen, sich aber dennoch bewusster ernähren wollen und dadurch verstärkt darauf achten, öfter auf tierische Produkte zu verzichten.

Und dennoch: Die Initiative „Veganuary“ gab bekannt, im Januar diesen Jahres ihre höchste Teilnehmerzahl überhaupt erreicht zu haben. Und auch in Deutschland scheint sich Veganismus weiterhin einer steigenden Beliebtheit zu erfreuen. So verkaufte etwa die Rügenwalder Mühle vergangenes Jahr erstmals mehr Veggie-Lebensmittel als Fleisch.

Magazin wertet Google-Anfragen aus

Um herauszufinden, welche Stadt weltweit am vegan-freundlichsten ist, wertet Chef’s Pencil über das Datenanalysetool Google Trends Suchanfragen in mehreren Sprachen aus, die sich mit veganen Themen beschäftigen. Dazu gehören unter anderem „vegane Rezepte“ oder die Suche nach veganen Restaurants in der näheren Umgebung. So findet das Magazin heraus, welche Stadt weltweit die Nase in Bezug auf Veganismus und dessen Popularität vorn hat. Aber: Das Branchenmagazin sagt selbst, dass das Analysetool keine wissenschaftliche Grundlage bilde und beispielsweise durch andere Ereignisse beeinflusst werden könne. So könne es vorkommen, dass Veganismus zwar über einen längeren Zeitraum ein höheres Interesse erziele, aber durch ein anderes Thema dennoch ausgebremst werde, zum Beispiel, weil dieses „trendiger“ sei oder politische Relevanz habe. Das hat zur Folge, dass Google dem veganen Thema einen niedrigeren Popularitätswert zuweist, auch wenn die Suchanfragen insgesamt gestiegen sind.