Am 9. März hatte das Zittern und Bangen für die Spitzenköch:innen ein Ende. Um 12 Uhr wurde vom Guide Michelin entschieden, wer sich im Jahre 2022 in den Sterne-Himmel gekocht hat und wem eventuell auch welche verloren gegangen sind. Während das Event die letzten beiden Jahre nur digital stattfinden konnte, gab der Guide Michelin Deutschland seine Auszeichnungen diesjährig in der Handelskammer in Hamburg bekannt. Trotz der Pandemie und den besonderen Umständen erlebt die Kulinarik in Deutschland laut dem Guide Michelin einen Höhenflug. Mehr Sterne vergaben die Tester noch nie. 327 Restaurants haben in Deutschland mindestens einen der begehrten Sterne erkochen können. In Berlin hat zum Beispiel das Bricole einen Stern erhalten und in Hamburg wurden mit dem Zeik und Jellyfish gleich zwei Restaurants mit einem Stern dekoriert. Mit dem schanz. restaurant. im rheinland-pfälzischen Weinörtchen Piesport hat Deutschland sogar ein neues 3-Sterne-Restaurant dazugewonnen. Weitere Restaurants, die einen Stern ergattern konnten sind zum Beispiel das OX in Darmstadt, The Stage in Dortmund, Phoenix aus Düsseldorf oder Tantris DNA aus München.

Wofür stehen die Sterne eigentlich genau?

Die Michelin-Sterne haben in Deutschland eine lange Tradition und wurden bereits 1966 das erste Mal verliehen. Anfangs erstellte der Reifenhersteller Michelin lediglich Reise- und Routenkarten. Im Laufe der Zeit kamen dann aber auch Adressen mit gutem Essen dazu. Hierzu speisen anonyme Tester:innen und versuchen sich trotz des subjektiven Geschmacks an dem zugrunde liegenden einheitlichen Bewertungssystem zu orientieren und das Essen und den Service zu bewerten. An diese Automobil-Historie angelehnt bedeutet ein Stern also: „Eine Küche voller Finesse-einen Stopp wert.“ Zwei Sterne hingegen: „Eine Spitzenküche – einen Umweg wert.“ Drei Sterne: „Eine einzigartige Küche – eine Reise wert.“

Neue Kategorien vom Guide Michelin im Jahr 2022

Um sich an die modernen Gegebenheiten der Gastronomie anzupassen, kam auch der Guide Michelin nicht drum herum, neue Kategorien einzuführen. Diese sollen beispielsweise nachhaltige Konzepte fördern oder sehr Gutes, aber günstiges Essen prämieren. Außerdem gab es in diesem Jahr zwei weitere Sonderpreise, den „New Opening Award“ für die besten Neueröffnungen und den „Chef Mentor Award“, mit dem ein besonderes Engagement im Nachwuchsbereich ausgezeichnet wurde.

Neben diesen Preisen wurde, wie schon erwähnt, auch weiterhin der Bib Gourmand an gastronomische Betriebe verliehen, die „sorgfältig zubereitete und preiswerte Mahlzeiten“ anbieten. Und auch der grüne Stern, der nicht für die Kunst am Herd, sondern für die Nachhaltigkeit zwischen den Töpfen steht, wurde weiterhin vergeben. Hier konnte die Tisk Speisekneipe aus Berlin sich weiterhin behaupten, aber auch das Frea oder Cordo in Berlin konnten mit Ihrem Zero-Waste-Konzept einen grünen Stern einheimsen.

Auch im EAT CLUB ist Nachhaltigkeit ein großes Thema in unseren News aus der Foodie-Welt. So stellten wir euch beispielsweise die NoWaste-App vor oder die Kantine Zukunft vor. Auch viele weitere spannende Beiträge zum Thema der nachhaltigen Entwicklung wirst du dort finden. Außerdem haben wir hier noch einige Rezepte, mit denen du auch die anspruchsvollsten Gaumen zufriedenstellen wirst.

Quellen: stern.de, zeit.de, michelin.de, spiegel.de