Was kann Rap-Superstar Eminem sich von einem deutschen Rapper abschauen? Raptechnisch wohl eher wenig. In der Fragestellung „Wie ziehe ich ein erfolgreiches Gastronomie-Unternehmen auf?“ dagegen einiges. Der Bonner Rapper und Entrepreneur Xatar eröffnete im Jahr 2020 in der ehemaligen Bundeshauptstadt mit dem „Haval Grill“ sein erstes Restaurant. Dort bekommen Gäste in erster Linie Köftespieße im Brot serviert. Auch an Ayran aus einer All-you-can-drink-Maschine können sie sich bedienen. Während nach Bonn und München in der vergangenen Woche der Startschuss für die dritte Filiale in Krefeld fiel, eröffnete fast zeitgleich Eminems „Mom’s Spaghetti“ einige tausend Kilometer weiter in den USA. In Detroit, Eminems Heimatstadt, steht nun das erste Restaurant des Rappers.

Und das fußt auf einer berühmten Songzeile des 48-Jährigen. Eminem und Nudeln? Da war doch was. „His palms are sweaty, knees weak, arms are heavy. There’s vomit on his sweater already, mom’s spaghetti“, rappt der Detroiter wenig appetitlich. Eine Zeile, die aus seinem Hit „Lose Yourself“ aus dem Jahr 2002 stammt, und die sich über die Jahre vom gehypten Internet-Meme bis hin zum eigenen Restaurant entwickelte. Ähnlich wie bei Xatar, dessen erste Amtshandlung nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis „einfach nur ein Köftespieß“ und ein „Ayran ohne reden“ sein sollte. Diese Äußerung stammt aus einem Interview mit dem Bonner Rapper, das Anfang 2020 viral ging und aus dessen Erfolg Xatar den „Haval Grill“ aus der Taufe hob. Doch zurück zu Eminem.

Eminems „Mom’s Spaghetti“: Beste Leftover-Pasta aller Zeiten als Ziel

Die Idee zu „Mom’s Spaghetti“ habe es bereits seit mehreren Jahren gegeben, wie auf der Homepage des Musikers zu lesen ist. 2017 wurden die Nudeln mit Tomatensoße bereits in einem Pop-up-Store in Detroit an den Mann und die Frau gebracht, ebenfalls versorgte Eminem während der Pandemie eine Zeit lang Krankenhäuser und Besucher einer Impfstation mit seiner Pasta.

Einen Einblick, wie diese schmecken soll sowie generell zur Idee hinter „Mom’s Spaghetti“, gewährt Curt Catallo, Miteigentümer von Union Joints, die das Restaurant betreiben, auf Eminems Webseite. So sei die Soße zwar handgemacht, aber geschmacklich soll sie sich nicht von einer Tomatensoße aus dem Glas unterscheiden. Die Pasta glänze auch nicht gerade aufgrund ihrer Frische. Eher so, als wäre sie zweimal erwärmt worden. Das sei aber genauso vorgesehen, erklärt Catallo: „Wir wollten die beste Leftover-Pasta aller Zeiten machen.“

Der Preis für die Pasta bewegt sich ab umgerechnet rund 8 Euro aufwärts. Für die Hälfte bekommt man Xatars Köftespieß — und zwar mittlerweile im Supermarkt. Der deutsche Hip-Hop-Mogul vertreibt eines seiner Produkte tiefgekühlt an Fans und Freunde der orientalischen Küche. Damit hat er in Sachen Gastronomie-Franchise-Unternehmen einen Vorsprung vor dem amerikanischen Superstar. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis Eminems „Mom’s Spaghetti“ die Pasta-Herzen weltweit erobert.

Diese Hits könnten ebenfalls in eine Gastronomie umgewandelt werden

Bis es soweit ist, legen wir den folgenden Musikerinnen und Musikern dringend nahe, aufgrund ihrer Hits und Songzeilen ebenfalls über eine eigene Gastronomie beziehungsweise Produkte nachzudenken:

Kelis —  „Milkshake“

Wenn wir nach Eminems „Mom’s Spaghetti“ noch Lust auf ein Dessert haben, wollen wir einen „Milkshake“ von Kelis serviert bekommen. Der US-Rapperin und -Sängerin gelang mit diesem Titel 2003 ein Ohrwurm. Zwar handelt der Song in erster Linie nicht von dem cremig-gekühlten Drink. Vielmehr wird das Wort als Metapher für die besondere Anziehungskraft einer Frau verwendet. Wir sind uns aber sicher, dass Kelis einen einzigartigen Milkshake kreieren könnte.

Las Ketchup —  „The Ketchup Song (Asereje)“

Sollte die Tomatensoße bei Eminems „Mom’s Spaghetti“ wider Erwarten nicht schmecken, würden wir gerne Las Ketchup beauftragen, ihre Erfolgsformel des Ketchup-Songs zu konservieren und in Flaschen abfüllen zu lassen. Wäre doch ein Brüller, wenn die (damals drei, inzwischen vier) Sängerinnen und Schwestern nach ihrem Hit aus dem Jahr 2002 eine zweite Karriere starten würden. Auch wenn es im Ketchup-Song nicht unbedingt um die rote flüssige Würzsauce geht: Der Bandname leitet sich vom Vater der Töchter ab, der als Flamenco-Gitarrist unter dem Künstlernamen El Tomate auftritt. Auch ein treffender Name für ein Restaurant.

Scooter —  „How Much Is The Fish?“

Und in Deutschland? Nur zu gern wären wir dabei, wenn Scooter-Frontmann H.P. Baxxter für sein Restaurant einkaufen gehen würde und dabei über den Fischmarkt mit folgenden Worten flaniert: „How Much Is The Fish?“ Selbstverständlich dürften auf der Karte keine Preise angegeben sein, denn wir wollen dem Ober die Frage schließlich in aufsteigender Lautstärke entgegenbrüllen. In jedem Fall sollten sich aus dem Interieur, den Speisen, dem Service-Personal und den Gästen eines Restaurants der Techno-Band mindestens ein Dutzend neue Songtitel ableiten lassen.

Helge Schneider —  „Es gibt Reis, Baby“

Den originellsten Namen für ein Restaurant hierzulande liefert uns der Grandseigneur der Comedy: Helge Schneider. „Es gibt Reis, Baby“ heißt nicht nur ein Lied von Schneider, sondern auch ein ganzes Album aus dem Jahr 1993. Ähnlich wie bei Eminems „Mom’s Spaghetti“ könnten wir uns ein Konzept vorstellen, bei dem es nur eine Sorte Reis gibt, und dazu möglichweise verschiedene Soßen. Wen das nicht zufriedenstellt, der kann ja auf ein „Käsebrot“ zurückgreifen – und damit einem weiteren Songtitel von Helge Schneider folgen.

Die Toten Hosen —  „Eisgekühlter Bommerlunder“

Apropos belegte Brote: Die Toten Hosen hätten noch ein belegtes Brot mit Schinken für uns. Und ein belegtes Brot mit Ei. Und natürlich im Angebot: „Eisgekühlter Bommerlunder“. Die Spirituose, auf die der Hosen-Hit aus dem Jahr 1987 zurückgeht, weist einen Alkoholgehalt von 38 Prozent auf. Wir finden, wenn Campino und seine Mannen eine Kneipe mit diesem Namen in Düsseldorf eröffnen würden, sollte es zu jedem eisgekühlten Bommerlunder, gemäß eines weiteren Songtitels der Toten Hosen „Zehn kleine Jägermeister“ dazu geben. Oder doch besser umgekehrt?