Hand aufs Herz: Wie oft hast du während der Pandemie Lebensmittel online bestellt? Vielleicht hast du vorher die Lebensmittellieferanten im Vergleich angeschaut, weil vor allem im Coronajahr mehr und mehr Anbieter auf den Markt schwärmten. Genau das haben wir auch getan, denn mittlerweile kann das Angebot einen wirklich ein klitzekleines bisschen überfordern. Wir stellen dir die häufigsten Unternehmen für den Einkauf auf Rädern vor:

Lebensmittellieferanten im Vergleich: Die größten Wettbewerber

Sie waren eine der wenigen Einrichtungen, die auch während des härtesten Lockdowns weiterhin ihre Türen öffneten: Supermärkte und Discounter. Viele Kund:innen erledigten weiterhin ganz normal die Einkäufe vor Ort, aber es gab auch genügend Menschen, denen der Gang zum Supermarkt plötzlich zu unsicher war. Für sie führte der Einkaufsweg nun ins Internet.

Zwar bestellten nur 15 Prozent ihre Lebensmittel online, aber ein sattes Umsatzplus von knapp 90 Prozent im zweiten Quartal 2020 beweist: Online-Supermärkte boomen! Und das vor allem bei Familien. Eltern mussten plötzlich nicht mehr nur ihrem eigenen Job nachgehen, sondern auch die Kids zu Hause bespaßen. 31 Prozent von ihnen erledigten also Einkäufe im Internet.

Bleibt die Frage: Wo bestellt es sich am besten? Denn das Angebot an Lieferdiensten wächst kontinuierlich.

Edeka und Rewe sind die Vorreiter bei den Lebensmittellieferanten im Vergleich

Bereits seit März 2011 bietet Rewe seiner Kundschaft online Lebensmittel an. Musste man zum Start die gekauften Waren noch selbst vor Ort im Markt abholen, kommen diese nur ein paar Monate später auch direkt vor die eigene Haustür. Der Marktführer im Online-Bereich überlässt seinen Kund:innen heute die Entscheidung, ob die Einkäufe geliefert oder abgeholt werden sollen.

Mit dem Kauf des Lieferdienstes Bringmeister steigt auch Edeka in das virtuelle Geschäft ein. Allerdings erst sechs Jahre später als die Kölner Konkurrenz. Aktuell können jedoch nur Bewohner:innen aus Berlin, Potsdam, München und Augsburg über Bringmeister bestellen. Für alle anderen steht der Online-Dienst Edeka24 bereit, geliefert wird mit DHL.

Vor einigen Monaten dann die Überraschung: Edeka verkündete den Verkauf von Bringmeister an ein tschechisches Unternehmen – und gab kurze Zeit später bekannt, jetzt beim Lieferanten Picnic mitzumischen. Rewe steht seinem Konkurrenten darin in nichts nach, denn die Kölner besitzen Anteile am noch jungen Lieferdienst Flink.

Bestellt man bei Rewe und Edeka, muss man bei beiden mit Lieferkosten rechnen, die je nach Bestellwert und Uhrzeit der Lieferung variieren. Dabei gilt: Je schneller man die Produkte haben möchte, desto höher die Kosten. Außerdem wird erst ab einem bestimmten Mindestbestellwert geliefert.

Amazon Fresh liefert so gut wie alles – auch Lebensmittel

Prime-Nutzern liefert Amazon mittlerweile nicht nur Elektro, Kleidung und Co, sondern auch alles, was das Foodie-Herz begehrt. Aber nur in Berlin, Potsdam und München. Das Angebot soll jedoch auf Hamburg und weitere Städte ausgeweitet werden. Einkaufende können wählen, ob die Produkte noch am selben oder erst am nächsten Tag kommen sollen. Sogar für Bestellungen, die noch bis 19:00 Uhr eingehen, gibt es diese Option. Positiv: Man hat die Möglichkeit, neben Markenprodukten auch Waren aus der Region zu bestellen.

Der Mindestbestellwert muss bei Amazon Fresh 80 Euro betragen, um die Lieferkosten von 3,99 Euro zu umgehen. Das dürfte zumindest für Singles schwierig werden. Die Lieferung erfolgt in einem Zeitfenster von drei Stunden. Wer dieses Fenster auf eine Stunde verkürzen möchte, zahlt drauf: Es fallen nochmals 3,99 Euro beziehungsweise 6,99 Euro (für Einkäufe unter 80 Euro) an.

Schon gewusst? Was landet bei den Deutschen eigentlich im Einkaufswagen? Der Ernährungsreport 2021 hat sich das einmal genau angesehen und unter anderem herausgefunden, dass wir immer gesünder essen.

Schaut man sich die Lebensmittellieferanten im Vergleich an, fällt auf, dass vor allem im Corona-Jahr 2020 allerlei neue Firmen ins Online-Geschäft einstiegen. Für Kund:innen bieten die Neuen einen klaren Vorteil: Ihre Lieferzeiten betragen maximal eine Viertelstunde, viele schaffen es sogar in unter zehn Minuten!

Lebensmittellieferanten online bestellen: Eine Frau hält ein Handy in der Hand, auf dem eine Bestellapp geöffnet wird.
Bei vielen Lebensmittel-Lieferdiensten bestellt man bequem über eine App mit dem Smartphone. Credit: Getty Images/ Isabel Pavia

Als eines der ersten bot das Unternehmen Gorillas den schnellen Service an. Seit März 2020 ist das Start-up auf den Straßen unterwegs. Für 1,80 Euro Lieferkosten fährt es in aktuell 20 Städten Waren aus. Zum gleichen Preis bietet auch Flink seine Produkte an, schickt seine Fahrer:innen allerdings bereits in 24 Städten auf die Räder. Was beide Bringdienste vereint sind die Lieferzeiten: Bestellen kann man montags bis freitags bis 23:00 Uhr.

Bereits seit 2015 ist Getir in der Türkei aktiv, seit Juni diesen Jahres sieht man die Kuriere auch in Berlin. Das Angebot unterscheidet sich nicht groß von dem der Konkurrenz, denn Lieferzeiten und Preise sind ähnlich. Gründer Nazim Salur distanziert sich trotzdem von den anderen Lebensmittellieferanten im Vergleich. Er betont gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass er sich für das Wohl seiner Kuriere einsetzt. Diese tragen die Produkte etwa nicht auf dem Rücken und legen längere Strecken mit Elektrorollern statt mit E-Bikes zurück.

Und das Angebot an Online-Supermärkten reißt nicht ab. Mit Delivery Hero und Lieferando melden sich nun zwei Player, die bereits Erfahrung im Liefergeschäft vorweisen können.

Kritik an neuen Lieferdiensten wird laut

Ein fairer Umgang mit den Lieferant:innen, ist das bei so geringen Lieferkosten und ultrakurzen Lieferzeiten überhaupt möglich? Erst kürzlich streikten zumindest die Mitarbeiter:innen, die für Gorilla auf die Fahrräder steigen. Der Grund: Einem ihrer Kollegen wurde gekündigt. Außerdem beschweren sich Anwohner:innen über die Vielzahl an Fahrrad-Kurieren, die die Straßen vor der eigenen Haustür bevölkern. Auch Kritik an niedriger Bezahlung gibt es häufig.

Wie ist es aber möglich, dass Lebensmittel in nur zehn Minuten bei den Verbraucher:innen landen? Machbar ist das wegen vieler dezentraler Lager in den verschiedenen Wohngebieten einer Stadt. Zudem ist das Angebot deutlich kleiner als im herkömmlichen Supermarkt, und pro Produkt ist nur eine begrenzte Stückzahl verfügbar. Kommt noch ein logistisch durchdachter Lageraufbau hinzu, benötigen die Mitarbeiter:innen für das Zusammenstellen des Warenkorbs nicht mehr als zwei Minuten. So haben die Fahrer:innen noch etwa acht Minuten für Transport und Zustellung.

Kann man Lebensmittel auch nachhaltig onine bestellen?

Gut für die Umwelt: Die Kuriere der neuen Lieferdienste sind auf Fahrrädern oder Elektrorollern unterwegs. Wem das an Nachhaltigkeit aber nicht genug ist, findet trotzdem passende Anbieter. So ermöglicht es „Too good to go“, übriggebliebene Speisen von Bäckereien, Cafés und Restaurants zu erwerben. Auch „Sirplus“, „FAIRteilbar“ und „The Good Food“ verfolgen dieses Konzept.

Lebensmittel mit Bio-Siegel gibt’s bei der „Bio Kiste“, „bringmirbio“ oder den „Marktschwärmern“. Die Unternehmen arbeiten häufig mit regionalen Produzenten und bieten Abo-Modelle an.

News aus der Foodie-Welt bei Eat Club

Wir sind immer wieder auf der Suche nach Neuigkeiten und Neuheiten rund um unser Lieblingsthema Essen. Interessant ist zum Beispiel der Wille der Kantine Zukunft, die Kantinenspeisung zu revolutionieren. Oder wusstest du zum Beispiel, dass die Produktion von Veggie-Waren stark gestiegen ist? Diese und viele weitere News findest du regelmäßig bei uns.


Quellen: bildderfrau.de, faz.net, tagesschau.de, shop.rewe.de, bringmeister.de, wiwo.de, t3n.de, rnd.de, 24rhein.de, inside-digital.de, gorillas.io, goflink.com, getir.com