Foodhub unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht sonderlich von einem herkömmlichen Bio-Supermarkt. Und doch läuft hier einiges anders, denn die Mitarbeiter:innen im Laden haben zumeist (noch) keine Erfahrungen im Einzelhandel. Wieso das so ist? Foodhub ist ein Mitmach-Supermarkt, der im Juli 2021 seine Türen öffnete – aber nur für vorher beigetretende Mitglieder:innen, die selbst im Laden aushelfen.

Foodhub in München begrüßt alle, die Mitglied sind

Wer mitmachen möchte, zahlt einmalig 180 Euro und muss jeden Monat mindestens drei Stunden aushelfen – entweder direkt im Laden, bei administrativen Aufgaben oder in der Community. Aber warum sollte man das wollen, gibt es nicht schon genug Supermärkte und Discounter, in denen man einkaufen kann? Der Vorteil für die knapp 800 Genoss:innen: Sie zahlen für die Lebensmittel deutlich weniger als in einem normalen Biomarkt. Das liegt daran, dass die Waren direkt und ohne Zwischenhändler von den Produzenten bezogen werden.

Noch trifft das zwar nicht auf alle angebotenen Produkte zu, aber Foodhub plant, langfristig mindestens 50 Prozent des Sortiments direkt bei den Erzeuger:innen zu kaufen. Ganze zwei Jahre dauerte es, bis 80 Landwirt:innen gefunden wurden, die den Mitmach-Supermarkt beliefern.

Regionale Produkte zu transparenten Preisen

Etwa 30 Prozent mehr als der Einkaufspreis zahlen die Mitmachenden im Münchener Foodhub. Die Preisgestaltung ist transparent und für alle nachvollziehbar. Von Schüler:innen über Architekt:innen bis hin zu Handwerker:innen reicht die bunte Mitgliedschaft, die es schätzt, zu wissen, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen und wer sie produziert.

Aber die Idee eines Mitmach-Supermarktes ist nicht neu: Schon seit 1973 gibt es in New York die „Park Slope Food Coop“, die um die 17.000 Mitglieder:innen vorweisen kann. In Paris lädt „La Louve“ zum Mitmachen ein. Selbst in Deutschland sind ähnliche Projekte in Arbeit, etwa das „Köllektiv“ in Köln oder die „SuperCoop“ in Berlin. Anders als bei Foodhub in München stecken diese beiden Projekte jedoch noch in der Planungsphase, Lebensmittel shoppen kann hier noch niemand.

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Quellen: bildderfrau.de, foodhub-muenchen.de, br.de, t-online.de