Trifft man die Entscheidung, sich vegan zu ernähren, fliegen eine Menge Zutaten aus Kühlschrank und Speisekammer. Zu den offensichtlichen gehören sicherlich Fleisch, Joghurt, Käse und andere Milchprodukte. Dann stolpert man aber auch über Lebensmittel, bei denen gar nicht so klar zu beantworten ist, ob man sie weiterhin verzehren kann oder nicht. Immer wieder stellen sich Neu-Veganer*innen zum Beispiel die Frage: Ist Honig vegan? Und wenn nicht, gibt es veganen Honig, den man stattdessen nutzen kann?

Gute Frage: Ist Honig vegan?

Die klare Antwort lautet hier: nein. Bei der veganen Ernährung geht es nämlich nicht nur darum, keine Tiere zu essen. Auch jegliche Produkte aus tierischer Erzeugung sind tabu. Das heißt neben Milchprodukten eben auch Honig. Weil durch die Nutzung der Bienen und das „Ernten“ des Honigs in natürliche Prozesse eingegriffen wird, entscheiden sich die meisten Veganer*innen dazu, keinen Honig mehr zu essen und beispielsweise auch kein Bienenwachs zu nutzen.

Auf die Süße von Honig müssen sie aber trotzdem nicht verzichten. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von veganem Honig, auf die sie stattdessen zurückgreifen können.

Die bekanntesten veganen Honig-Alternativen in der Übersicht

  1. Löwenzahnhonig: gilt als bekannteste Alternative zu Bienenhonig. Echte Foodies können diesen veganen Honig selbst zu Hause herstellen, benötigen dafür lediglich Löwenzahnblüten, Zucker und Zitronensaft. Da die Zutaten nicht zu exotisch sind, ist diese Honig-Alternative eine der klimafreundlicheren.
  2. Zuckerrübensirup: punktet ebenfalls mit seiner Klimabilanz, denn die Zuckerrüben können in Deutschland angebaut werden. Ihr Saft wird zum Sirup eingekocht, mehr Zutaten braucht man hier nicht. Zuckerrübensirup schmeckt ein bisschen malzig und herb, sein intensives Aroma muss man mögen.
  3. Apfeldicksaft und Birnendicksaft: erfreuen Veganer*innen, genau wie ihre zwei Vorgänger, mit ihrem geringen Einfluss aufs Klima. Durch das Einkochen der Obstsäfte entsteht dieser fruchtige vegane Honig, der sich zum Beispiel gut in Müslis macht.
  4. Ahornsirup: wird gern zum Süßen beim Kochen und Backenoder als Topping für amerikanische Pancakes benutzt. Jedoch: In Sachen Klima ist diese Honig-Alternative wahrscheinlich nicht die beste Wahl. Der Sirup wird aus Ahornbäumen fast ausschließlich in Kanada gewonnen und muss deshalb erst eine lange Reise zurücklegen, bis er bei uns im Supermarktregal steht. Je heller seine Farbe, desto höher die Qualität.
  5. Agavendicksaft: weist ebenfalls nicht die beste Klimabilanz auf. Lange Transportwege resultieren aus seiner Ursprungsregion – er kommt aus Mittelamerika. Dort wird er aus dem Saft von Agaven hergestellt, der zu Sirup eingekocht wird. Je dunkler die Farbe, desto deutlicher zeigt sich eine Karamellnote. Zum Backen ist er weniger gut geeignet, aber beim Süßen von Müslis, Smoothies oder herzhaften Gerichten ist er eine gute Wahl.
  6. Reissirup: zählt zu den ältesten Süßungsmittel weltweit. Vor allem im asiatischen Raum ist dieser vegane Honig sehr beliebt. Man gewinnt ihn, wenn man Reismehl und Wasser einkocht. Da er keine Fruktose enthält, ist er vor allem für Menschen mit einer Fruktoseintoleranz oder Diabetiker*innen ideal. Sein Konsum lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen als herkömmlicher Zucker. Die Konsistenz ist recht flüssig.
  7. Kokosblütensirup: schmeckt relativ mild und wird aus den Blüten von Kokospalmen gewonnen. Diese wachsen zumeist in Asien, was sich unter anderem in Form langer Transportwege wiederum auf die Umwelt auswirkt.

Veganen Honig kaufen

Viele Hersteller*innen produzieren neben diesen genannten Alternativen veganen Honig, der dann unter Namen wie Wonig, oHnig oder Vonig in den Regalen von Super- und Biomärkten steht. Sie werden beispielsweise aus Löwenzahn, Ringelblumen und anderen Blüten gefertigt.

Neben Honig vegan kann man längst schon vegane Milch-Alternativen oder pflanzliche Sahne entweder im Supermarkt bekommen oder selbst zu Hause herstellen. Wer sich noch intensiver mit der Veggie-Ernährung auseinandersetzen möchte, wirft am besten einen Blick in unsere Kochschule: