Der heutige Welttag des Thunfischs steht ganz im Zeichen des Schutzes und Aufrechterhaltens der Raubfische. Zumindest ist dies die Intention der Vereinten Nationen, die diesen Aktionstag ins Leben gerufen haben. Seit 2017 soll damit auf die kritische Lage und die Gefahr durch Überfischung der weltweiten Thunfischbestände hingewiesen werden.

Ein Thunfischschwarm in den Tiefen des Mittelmeers. Credits: Shutterstock/ thediver


Welttag des Thunfisch: Worum geht es genau?

Laut der Vereinten Nationen ist der Tag an wesentliche Aspekte bezüglich des Thunfischs gekoppelt. Es geht hierbei vor allem um die Sensibilisierung für folgende drei Punkte:

  1. Thunfisch als Nahrungsgrundlage: Inzwischen sind laut der Vereinten Nationen eine große Anzahl von Ländern auf Thunfisch als essenziellen Bestandteil der Ernährungssicherung angewiesen.
  2. Überfischung bedrohter Thunfischarten: Im Zuge des weltweiten Fischfangs betreiben derzeit etwa 280 Nationen aktiven Thunfischfang. Hierbei soll darauf hingewiesen werden, dass viele Thunfischarten (zum Beispiel der südliche Blauflossen-Thunfisch oder der Rote Thunfisch) akut gefährdet sind.
  3. Förderung des nachhaltigen Thunfischfangs: Aufgrund der immensen Bedeutung des Thunfischs als Nahrungsgrundlage und Wirtschaftsfaktor mancher Menschen steht dieser Tag im Versuch, eine möglichst stabile und gesunde Thunfischpopulation zu erzielen.

Wie könnte eine nachhaltige Fangmethode aussehen?

Diese Frage ist tatsächlich ziemlich leicht zu beantworten. Indem die Tiere einfach schonend mit Angeln gefangen werden würde. Das würde schon mal den ungewollten Beifang wie Delfine verhindern. Und auch wenn es mittlerweile Siegel wie „delfinfreundlich“ beziehungsweise „dolphin safe“ gibt, reicht das allein nicht aus. Denn das Siegel berücksichtigt weder den Beifang anderer Meerestiere (Haie, Schildkröten oder Seevögel) noch das nachhaltige Management der einzelnen Thunfischbestände. Auch Jungfische würden dabei im Wasser belassen und somit geschützt werden.

Zudem könnte man durch die nachhaltige Fangmethode viele neue Arbeitsplätze schaffen und es den lokalen Fischern ermöglichen, in kleinere Boote zu investieren. Fraglich ist in diesem Zuge allerdings, wie man damit die vielen Tonnen Thunfischverbrauch kompensieren möchte. Der Verzehr von Thunfisch müsste tatsächlich drastisch zurückgehen.

Ein weiteres grundsätzliches Problem sind fehlende Fanglimits. Weder im Indischen Ozean noch an den westafrikanischen Küsten gibt es welche, beziehungsweise fallen die Kontrollen hier nicht sonderlich streng aus.

Sollte man jetzt komplett auf Thunfisch verzichten?

Nein, selbst Greenpeace hält beispielsweise Thunfischprodukte aus dem westlichen und zentralen Pazifik für empfehlenswert, wenn der Fisch mit der Angelrute gefangen wurde. Dasselbe gilt auch für den Weißen Thunfisch aus dem Nordpazifik. Zudem haben sich deutliche Tendenzen abgezeichnet, dass sich in vielen Regionen gefährdete Thunfischbestände nach Jahrzehnten erholt haben. Hier haben Fischfangquoten und konsequente Maßnahmen gegen illegale Fischerei Wirkung gezeigt und schließlich zum Erfolg geführt.

Man sollte also einfach ein wenig schauen, wo der Thunfisch, den man isst, herkommt und wie er gefangen wurde. Das Meer ist eben keine endlose Ressource, sondern es muss gepflegt, gehegt und eben teilweise auch geschützt werden.


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