Es ist ganz einfach: Das beste, was man am World Whisky Day tun kann, ist Whisky trinken. Am besten sucht man sich eine*n andere*n Foodie und kauft tüchtig ein oder geht zu einem amtlichen Whisky-Tasting bei echten Profis. Doch da man den Tag, obwohl Wochenende, nicht schon direkt mit dem Trinken beginnen sollte (wer sagt das eigentlich?), bietet es sich an, sich mit Wasser des Lebens auch mal theoretisch, wenn auch nicht philosophisch, auseinanderzusetzen. Scotch, Malt, Highland, Bourbon und weitere, teilweise geschützte Namen teilen sich den altehrwürdigen Überbegriff Whisky. Doch was zeichnet die Sorten aus und macht sie so einzigartig? Und vor allem: Welcher Whisky kommt woher? Wir schaffen zum World Whisky Day standesgemäß einen Überblick über die bekanntesten Whiskysorten und deren Herkunft. Natürlich beenden wir den Beitrag mit einem feinen Schluck besten Stoffs.

Die Einteilung nach Art der Herstellung und des Getreides

Whisky-Sorten haben in der Regel Doppelnamen. Der eine Teil des Namens steht für die Herkunft und die Tradition, der zweite Teil für die Art des Whiskys (oder Whiskey, wie man in Irland und weiten Teilen der USA schreibt). So entstehen Namen wie beispielsweise Single Malt Scotch Whisky. Was es damit auf sich hat, das erklären wir dir zum heutigen World Whisky Day und helfen dir dabei, dieses klassische Basiswissen zu beherrschen.

Die Namenszusätze: Woraus besteht mein Whisky?

  • Blended: Bei Blended Whisky handelt es sich um eine Mischung von Destillaten aus gemälztem und ungemälztem Getreide verschiedener Art und/oder verschiedener Destillerien. Diese bekommen eine unterschiedlich lange Zeit zusammen im Fass, um sich zu harmonisieren.
  • Bourbon: Dieser beliebte Whisky besteht zu mindestens 51 % aus Mais
  • Corn: Wenn du das liest, hast du einen Whisky mit mindestens 80 % Maisanteil.
  • Grain: Diese Destillate bestehen aus einem breiten Getreidemix. Weizen, ungemälzter Gerste, wenig gemälzter Gerste und je nach Region Hafer (vorwiegend europäisch), Roggen (vor allem in Kanada) und/oder Mais (exklusiv in den USA). Wie uns der Begriff Blended schon verriet, ist Blended Whisky nahezu immer ein Grain Whisky.
  • Malt: Ein Malt Whisky besteht ausschließlich aus gemälzter Gerste.
  • Single: Single Malt ist das Gegenstück zu Blended Malt und kann am ehesten mit gemälzt und unverschnitten übersetzt werden, bestehend aus einer Malzsorte. Single Barrel kommt aus einem einzigen Fass.
  • Straight: Bei Straight Whiskys besteht die mindestens 80 % Maische aus einem einzigen gemälzten oder ungemälzten Getreide. Es ist die in den USA gängige höchste Qualitätsstufe und steht Blended gegenüber. Im Gegensatz zu Single Malt kann es sich auch um ungemälztes Getreide handeln.
  • Rye: Mindestens 51 % Roggenanteil haben Whiskys mit der Bezeichnung Rye.

Die Herkunftsbezeichnungen von Whisky

Es gibt keine feste Regel, wo sich die Bezeichnung der Region auf der Flasche befindet. Die herkunftsgeschützten Whiskys jedoch verzichten nie auf den geografischen Hinweis. Mittlerweile wird überall auf der Welt hervorragender Whisky gebrannt, die Bezeichnung American, Canadian, Irish und Scotch jedoch sind die vier bekanntesten, deren Siegel gesetzlich geschützt sind. Sie stellen die meisten, bekanntesten und beliebtesten Whiskys dieser Welt, bis heute. Doch auch deutsche, schweizer und vor allem japanische Whisky-Künstler sind mittlerweile nicht nur uns Whisky-Liebhabern bekannt, sondern haben es durch diverse Titel bei Meisterschaften in den Mainstream geschafft. Wir beschränken uns dennoch auf die Big 3 Scotch, Irish und American für den heutigen World Whisky Day.

Schottland: Scotch Whisky

Die charakteristisch dunkle Farbe des Scotch Whiskys kommt manchmal sogar von Zuckercouleur. Credit: Getty Images / David Crockett

Schottischen Whisky bezeichnet man als Scotch. Dieser Begriff ist geografisch geschützt und nur Whisky, der bestimmte Bedingungen erfüllt, darf den stolzen Namen Scotch tragen. Weitere geografische Hinweise im Namen geben Auskunft über die Region, aus der der Whisky stammt, zum Beispiel Highland oder Islay. Je nach Standort kann dem Scotch eine geschmackliche Charakteristik zugewiesen werden, die ihn von anderen Scotch Whiskys unterscheidet. Allen gemein jedoch sind die folgenden gesetzlichen Vorgaben.

  • Ein Scotch muss in einer schottischen Destillerie gewonnen werden, schottisches Wasser verwenden und gemälzte Gerste enthalten. Anderes Getreide darf verwendet werden, muss in der Bezeichnung jedoch erkennbar sein.
  • Schottischer Whisky darf als Grundlage einen Rohbrand von nicht mehr als 94,8 % reinem Alkohol verwenden.
  • Das Zufügen von Wasser und Zuckercouleur ist vor der Abfüllung gestattet.
  • Die Lagerung muss in schottischen Eichenfässern mit maximal 700 Litern Fassungsvermögen für mindestens 3 Jahre erfolgen.
  • Bei der Abfüllung von Blended gilt der jüngste Scotch als maßgeblich für die Altersangabe auf der Flasche.

Irland: Irish Whiskey

Deutlich heller in der Farbe und milder im Geschmack als der Scorch ist der Irish Whiskey. Credit: Getty Images / Steve Lupton

Auch für das Label Irish Whiskey gibt es eine ganze Reihe an Regeln, an die sich irische Brennereien halten müssen. Im Wesentlichen unterteilen sich Irish Whiskeys in Malt (ungemischt), Blended (Produkt einer Marke mit mehreren Destillaten) und Grains (fast nur zum Mischen), auch wenn diese Zusätze in der Regel bei irischem Whiskey nicht expliziert werden. Darüber hinaus gelten folgende Regeln:

  • Mais ist Tabu, einzig Gerste und Hafer werden gemälzt.
  • Die Lagerung erfolgt in Eichenfässern über mindestens 3 Jahre und EINEN Tag (ja, das ist kein Märchen… länger als drei Jahre ist das Gesetz).
  • Es erfolgt eine doppelte oder sogar dreifache Destillation.
  • Malz wird bis auf eine sehr alte, traditionsreiche Ausnahme (Connemara Whiskey) nie über Torffeuer hergestellt (gedarrt).
  • Malt Whiskeys werden entweder als Single Malt (reines Gerstenmalz) oder Pot Still Malt (gemälzte und ungemälzte Gerste) hergestellt.
  • Ausschließlich Blended oder Malt Irish Whiskey darf mit dem Label Irish verkauft werden. Blended und Malt richtet sich nach der schottischen Methode.

Irish Whiskeys kommen im Gegensatz zu schottischen nie mit direktem Rauch in Kontakt. Hier liegt der größte geschmackliche Unterschied begründet. Irish Whiskey gilt deswegen auch als Einsteiger-Whiskey, ohne das Produkt abzuwerten. Er ist schlicht etwas milder und vor allem süßer. Das Vanillin der Eichenfässer kommt stärker zur Geltung und der bei Scotch so geliebte leichte Asche-Geschmack fehlt fast gänzlich.

USA: American Whiskey

Bourbon, hier aus Tennessee, schmeckt vanillig und mild karamellig. Credit: Getty Images / Annabelle Breakey

Da in den USA der Geschmack der Brand heilig ist und eine andere Form des Wettbewerbs als in den Ursprungsländern Schottland und Irland herrscht, hat der Begriff Blended ein komplett andere Bedeutung. In den USA ist es nahezu unvorstellbar, dass Whiskey verschiedener Destillerien in die selbe Abfüllung kommt. Nur die verschiedenen gemälzten und ungemälzten Getreidesorten werden gemischt. Die genauen Vorgaben sind in den Standards of Identity for Distilled Spirits gesammelt und festgelegt. Hieraus ergeben sich die Bezeichnungen, anhand derer man die exakten Bestandteile und Methoden ablesen kann:

  • American Straight Whiskey: Straight ist wie beschrieben vor allem in den USA bekannt aufgrund der Markenmerkmale. Er stammt immer aus derselben Destillerie, reift mindesten 2 Jahre in jungen Eichenfässern.
    • Rye Whiskey: Der sehr herbe Roggenwhiskey findet sich auch heute noch bei Liebhabern, ist aber vor allem an den Bars dieser Welt für Cocktails verbreitet, da er eine weite geschmackliche Diversität haben kann.
    • Bourbon: Mindestens 51 % und höchstens 80 % Mais darf der wohl bekannteste Whiskey der Welt haben. In der Regel werden Roggenmischungen gemälzt beigefügt. Der Tennessee Whiskey ist eine besonders milde Form des Bourbon, der extra durch Kohle vor der Lagerung gefiltert wird.
    • Corn Whiskey: Corn Whiskey ist hierzulande weniger bekannt, in den USA und Kanada jedoch schon. Mindestens 79 % Mais enthält der recht süße Whiskey, der nicht in Fässern gelagert werden muss.
  • American Blended Whiskey ist weniger verbreitet und hier kaum zu bekommen. Es handelt sich um Verschnitt aus Mais- und Roggenwhiskeys. Allein der Vollständigkeit halber sei er erwänt.
  • Blended Straight Whiskeys: Werden mehrere Straight Whiskeys gemischt aus derselben Destillerie, spricht man von Blended Straight Whiskey. Die klangvollen Namen Jim Beam und Jack Daniel’s sind allesamt Blended Straight Bourbon bzw. Tennessee Whiskeys. Die teuren Varianten der jeweiligen Destillerien sind einfach nur Straight.

Weltweit: Kanada, Japan und Europa

  • Kanada: Auch Kanada zählt zu den großen Whisky-Nationen. Allerdings hat sich meiner Meinung nach die Gesetzeslage zum Schlechten verändert. Ursprünglich sind Canadian Whiskys sehr roggenlastig, tendieren aber mittlerweile zum viel billigeren Mais. Trotzdem sind Ryes und die großartigen Canadian Ryes mittlerweile sogar komplett frei von der Roggenmalz-Pflicht, was der Qualität leider nicht gut getan hat. Nichtsdestotrotz ist Kanada weiterhin eine der ganz großen mit überragenden Canadian Ryes. Auch die bekannten Canadian Bourbon sind zurecht beliebt.
  • Japan: In Japan wird Whisky nach dem Prinzip Scotch in verschiedenen Destillerien hergestellt. Man achtet sehr auf traditionelle Verfahren und hat es dennoch geschafft, ein Stück der japanischen Seele in Scotch zu destillieren. Für mich persönlich sind japanische Single Malts mit die besten der Welt.
  • Der Rest der Welt: Überall auf der Welt haben sich mittlerweile Whiskybrennereien etabliert, die Whisky entweder neben anderen Spirituosen oder als besonderes Nischenprodukt anbieten. Besonders hervorheben möchte ich ganz persönlich die Bretagne. Hier wird Whisky aus gemälztem Buchweizen, Whisky de Blé Noir, hergestellt, der ein komplett neue Facette dem Whisky schenkt. Auch in der Schweiz wird teilweise spektakulärer Whisky produziert, der in alten ausgebrannten Rotweinfässern lagert. Neuseeland und Australien schenken uns übrigens tolle Bourbon Whiskeys.

Der obligatorische Abschluss

Nun haben wir es geschafft, die ganze Grammatik der Flaschen voller goldenen Whiskys und Whiskeys zum World Whisky Day aufzuschlüsseln. Wenn du das nächste Mal einen Whisky kaufst, auf dem steht Single Malt Scotch Whisky, weißt du, dass es sich im einen schottischen Whisky einer einzigen Destillerie aus Gerstenmalz handelt. Gar nicht soooooo schwer, oder? Und hey, auch wenn mal die Frage an der Bar auftaucht „Wieso steht hier Whisky und da Whiskey?“, kannst du das beantworten: Whiskey sagt man in Irland und den USA… easy as that. Hast du Lust bekommen, dich mit dem Thema Spirituosen für den nächsten Bar-Talk auseinanderzusetzen? Dann wirf als erstes einen Blick an unsere Bar und zieh dir die Drinks rein. Über Aktualitäten wie Food-Feiertage halten wir dich übrigens gerne in unserer News-Ecke auf dem Laufenden. Und klick dich durch unsere Artikel aus dem Gut zu Wissen Abteil. Hier ein kleiner Auszug:

Peace!