Beim Blick auf das Gewinnerfoto des diesjährigen „World’s Best Food Photography“-Preises des Jahres 2022 überkommt einen das Gefühl, man würde selbst direkt vor dem Kebab-Stand in der Khayyam Chowk stehen. So leuchtend sind die Farben, so lebendig wirken die Funken, die vom Grillgut in die Luft springen, so geheimnisvoll wabert der Rauch. Dieses und die anderen Fotos des Wettbewerbs wecken bei den Betrachtenden die Lust, ins Flugzeug zu steigen und sich mit Hilfe kulinarischer Spezialitäten einmal um die Welt zu kosten. Sie regen aber auch zum Nachdenken an.

Pink Lady serviert World’s Best Food Photography 2022

Hinter dem Gewinnerfoto steckt der Inder Debdatta Chakraborty. Aufgenommen hat er das Bild in der Khayyam Chowk. Sie ist tagsüber eine gewöhnliche Straße, verwandelt sich am Abend aber in einen lebendigen Streetfood-Markt. Dann entflammen Straßenverkäufer*innen ihre Holzkohleöfen, der verlockende Duft verschiedener Speisen erfüllt die Luft, und man kann sich kaum entscheiden, wovon man zuerst probieren soll.

Die Gründerin der Auszeichnung, Caroline Kenyon, erklärt die Wahl des ersten Platzes so: „In der heutigen Welt […] sehnen wir uns nach Komfort und Liebe. [Das Foto] strahlt etwas Beruhigendes aus – der wunderschön eingefangene, wogende Rauch, das goldene Licht, der Ausdruck der Person im Bild, während sie das Essen zum Teilen zubereitet. Funken fliegen von den Spießen, deren warmes Röstaroma wir fast riechen können. Dieses Bild, sanft und kraftvoll zugleich, streichelt unsere Seele.“

Für den Eigentümer von Pink Lady, Phil Turnbull, sind sowohl Essen als auch Fotografie wichtiger als je zuvor. Ereignisse wie Krieg, Hungersnöte, aber auch das Ende des Lockdowns und die Rückkehr zur Gastronomie, die Möglichkeit, wieder mit Familie und Freund*innen zu feiern, fänden sich in den eingereichten Fotografien des „World’s Best Food Photography“-Wettbewerbs wieder. Sie zeigten, wie sehr Essen mit unserem Alltag verwoben ist. Der Wettstreit sei „eine weltweite Huldigung der Kunst der Food-Fotografie.“

Wettbewerb zelebriert nicht nur die Liebe zum Essen

Neben der Auszeichnung für das beste Food-Foto wurden außerdem Sieger*innen in Kategorien wie „Politik des Essens“, „Die Ernte einbringen“, „Hochzeit“ oder „weibliche Fotografen“ gekürt. Beim Blick auf die Bilder kommt aber nicht nur Feierstimmung auf. Szenen wie die eines kleinen Mädchens, das auf der Suche nach frischem Wasser in einem Slum in Bangladesh ist, rütteln auf. So schafft es der Wettbewerb, den Blick auch auf aktuelle gesellschaftliche Probleme zu lenken.

Alle ausgezeichneten Bilder sind auf der Homepage der Veranstalter*innen zu finden. Weitere spannende Food News entdeckst du hier im EAT CLUB.