Im Sommer sind sie einfach überall. In Kuchen, Muffins, als Kompott, zum Frühstück oder einfach so: Kirschen gehen immer. Das überrascht auch nicht, denn sie schmecken süß, sehen toll aus und lassen sich einfach verarbeiten. Doch bei all der Beliebtheit ranken sich auch die verschiedensten Mythen rund um die kleinen Leckerbissen. Stimmt es, dass man zu Kirschen kein Wasser trinken darf? Enthalten sie wirklich so viele Vitamine? Ist es schädlich, wenn man eine Made mitisst? Und am Wichtigsten: Sollten wir uns davon wirklich den Appetit vermiesen lassen? Hier widmen wir uns 4 Mythen rund um die Kirschen und klären auf!

Was ist dran an den Mythen um die leckeren Kirschen?

Nummer 1: Kirschen sind gesund

Während sich viele Leute mit ausreichend Gemüse noch schwer tun, ist der Bedarf an Obst meist ausreichend gedeckt. Doch wie könnte man zu den süßen Früchtchen auch Nein sagen? Besonders im Juni und Juli stehen Kirschen dabei auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Das Beste daran: Sie sind gesund. Sind sie doch, oder?

JA! Kirschen sind tatsächlich wahre Vitaminbomben. Sie enthalten viel Vitamin B und C. Zusätzlich enthalten sie zahlreiche Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Magnesium. Dazu kommt noch, dass sie trotz ihres süßen Geschmacks relativ wenig Kalorien enthalten. Kirschen bestehen zum größten Teil aus Wasser und kommen daher auf nur 65 kcal bei 100 Gramm. Zum Vergleich: Eine Banane bringt es bei 100 g auf ungefähr 89 kcal!

Und das ist noch nicht alles, das die roten Happen drauf haben! Kirschen enthalten Melatonin. Das ist ein Schlafhormon, dessen Mangel zu Schlafstörungen führen kann. So kann es sein, dass einige Kirschen über den Tag verteilt den Schlaf positiv beeinflussen können. Zudem unterstützt der in Kirschen enthaltene Pflanzenstoff Anthocyan den Aufbau von Bindegewebe und beugt so Cellulite und schlaffer Haut vor.

Nummer 2: Die Maden in Kirschen sind gesundheitsschädlich

Wer gern einmal einige Kirschen direkt vom Baum zupft und nicht vorher genau inspiziert, darf nun beruhigt sein. Wenn man einmal in eine Kirsche gebissen hat und einem beim Abbeißen auffällt, dass man wohl eine Made beim Schlemmen gestört hat, ist das zwar unangenehm, aber nicht gesundheitlich bedenklich. Auch wenn die Made selbst mitgegessen wurde, besteht kein Grund zur Sorge. Dieser Mythos ist falsch.

Eine Made in einer halbierten Kirsche. Die Kirsche wird vor einem grünen Hintergrund von zwei Fingern gehalten.

Falls du trotzdem darauf verzichten möchtest, die weißen Mini-Würmer als Beilage zu verzehren, kannst du die Kirschen auch ganz einfach vor dem Essen halbieren. Das erspart dir lästige Überraschungen.

Wem das ganz einfach zu viel Arbeit ist, empfehlen wir, die Früchtchen vor dem Verzehr eine halbe Stunde lang in eiskaltes Wasser zu legen. Dann verlassen die Maden das Innere der Kirschen und schwimmen an die Oberfläche. Dort können sie dann ganz unkompliziert abgeschöpft werden.

Nummer 3: Beim Kirschenessen darf kein Wasser getrunken werden

Dieser Mythos wird von Generation zu Generation weiter getragen. Denn wenn zu frischen Kirschen ein Glas Wasser getrunken wird, sind die Bauchschmerzen vorprogrammiert. Oder?

Kirschen liegen am Rand von einem Glas Wasser. Im Hintergrund spiegeln sich Wassertropfen.

Nein! dieser Mythos stimmt tatsächlich nicht. Es gibt keinerlei Belege dafür, dass die Kombination aus Kirschen und Wasser für Bauchschmerzen oder Darmbeschwerden sorgen könnte. Wenn nach dem Verspeisen der ein oder anderen Kirsche Beschwerden auftreten, liegt höchstwahrscheinlich eine Unverträglichkeit vor.

Aber Achtung: Wer zu viele Kirschen isst, kann doch schon einmal ein wenig Bauchweh bekommen. Dies gilt auch für andere Obstsorten und liegt zumeist daran, dass der Körper nicht daran gewöhnt ist, solch große Mengen an Fruchtzucker zu verarbeiten. So kommt es zu Völlegefühl, Blähungen oder sogar einer abführenden Wirkung.

Nummer 4: Kirschen dürfen nicht zu lange gelagert werden

So schön es auch wäre, den Kühlschrank zu öffnen und ihn über und über mit Kirschen gefüllt vorzufinden, ratsam ist es nicht. Kirschen werden nämlich erst dann geerntet, wenn sie vollständig ausgereift sind. Das sorgt dafür, dass frische Kirschen innerhalb von 1 bis 2 Tagen gegessen werden sollten. Das ist auch der Grund dafür, weshalb Kirschen schnell Druckstellen bekommen und dann matschig werden.

Wenn du deine Kirschen so schnell nicht verspeisen kannst, kannst du sie im Kühlschrank 2 bis 3 Tage lagern. Am Besten jedoch sollten sie direkt genossen werden, denn dann sind sie noch bissfest und weisen keine weichen Stellen auf.


Na? Hast du nach der Enthüllung dieser Mythen rund um Kirschen nun wieder richtig Appetit auf die runden Früchtchen bekommen und möchtest gleich die ersten leckeren Rezepte ausprobieren? Dann koste doch unbedingt einmal unsere kleinen Windbeutel mit Kirschen und diese fruchtig süßen Kirschpfannkuchen mit Mohn! Ein himmlischer Genuss und absolut perfekt für die warmen Tage.

Falls das noch nicht genug der schmackhaften Inspirationen war, haben wir hier noch mehr für dich:

Da ist wirklich für jeden etwas dabei! Natürlich kannst du deine Kirschen auch einfach pur essen. Wie du bei Mythos 2 gelernt hast, musst du dir dabei keinerlei Sorgen machen! Unangenehm wird es nur, wenn die saftigen Leckerbissen mit Pestiziden belastet sind. Hier verraten wir, an welchem Obst und Gemüse große Mengen an Pestiziden gefunden wurden und worum es sich beim „Dirty Dozen“ handelt.

Wenn kein Obstbauer in der Nähe ist, der die Kirschen frisch aus dem eigenen Anbau verkauft, muss man auf den nächstgelegenen Supermarkt zurückgreifen. Aber weißt du eigentlich, wo du das beste Obst und Gemüse bekommen kannst? Hier verraten wir dir, an welchen Supermarkt der Fruchtpreis 2021 gegangen ist!

Insiderfact: „Mit dem ist nicht gut Kirschen essen“ ist eine Redewendung aus dem Mittelalter, als Kirschen noch selten und dementsprechend teuer waren. So trafen sich wohlhabende Bürger gelegentlich zum gemeinsamen Kirschenessen. Entdeckten die feinen Gastgeber dann ungeladene Gäste, verscheuchten sie diese. Mit „unfeinen Leuten“ war einfach nicht gut Kirschen essen.

Quellen: www.gesund.at , www.apotheken-umschau.de , www.t-online.de , www.feinschmecker.com ,