Wir Foodies sind ausgesprochene Nerds, wenn es ums Kochen geht. Kein noch so abgefahrenes Werkzeug ist zu teuer. So manche Foodie-Küche gleicht einem Laboratorium mit allerlei Alchemie-Baukästen und Hexenwerkzeugen, die normalen Menschen auch mal Angst machen können. Wie oft habe ich Freunde und Familie zu Besuch gehabt, die mich bei diesem oder jenem fragten, wofür zum Teufel man so was braucht. Da ist die medizinische Nadel zum Injizieren von Flüssigmarinaden für Rinderbrust oder Schweineschulter für Pulled Pork oder Beef. Eine Mikro-Pinzette zum perfekten Positionieren von schockgefrosteten, kandierten Basilikumblüten auf Jakobsmuscheln. Ja, ich, nein wir!, brauchen so etwas. Doch alles Schritt für Schritt. Heute beschränke ich mich, was ich sehr ungern tue, auf Backofen-Zubehör. Und zwar die Foodie-Basisausstattung. Soll heißen: Wie viele und welche Objekte sollte ein Foodie besitzen, die sie/er in ihre/seine Öfen schiebt. Ja! Plural! Aber man muss ja nicht alles auf einmal und so…

Backofen-Zubehör Kategorie 1

Blech ist nicht gleich Blech und Rost ist nicht gleich Rost

Um diese These zu verifizieren, betrachten wir gemeinsam die Ausstattung eines handelsüblichen Backofens: ein Backblech, schwarz; ein Ofenrost, Gitternetz, grau. Ich formuliere das so unsexy, weil es das nun mal ist: einfach unsexy. Wer einmal ohne Backpapier auf dem Standardbackblech gebacken hat, weiß, dass das meist kein schönes Ende nimmt. Für den Rost gilt das gleiche. Der Grund ist einerseits eine mangelnde, dem Zweck dienliche Beschichtung oder eine augenscheinliche Dünnwandigkeit, die Hitze viel zu schnell und viel zu direkt auf des Essen überträgt. Zusätzlich trägt der Ofenrost nur sehr geringe Gewichte, ohne sich zu verbiegen, was das Hantieren mit Braten und Co. extrem wackelig werden lässt. Früher oder später heißt es also: Weg damit! Es gibt in nahezu jeder Stadt so eine magische Ecke, Straße oder Gasse, in der alles verschwindet. Sogar die ekelhafte alte WG-Matratze wird von irgendeiner anderen WG abgeholt. Vielleicht sind es auch unterirdisch lebende Wichtel, die sich das Zeug unter den Nagel reißen. Jedenfalls da stellst du deinen Kram ab. Dann besorgst du dir zwei neue Bleche, emailliert und /oder beschichtet, und einen zwei Roste mit dickeren Streben. Hier dein Einkaufszettel:

  • zusätzliches dickwandiges Backblech: Es hält besser den Gewichten stand und speichert die Hitze länger.
  • zusätzlicher dickdrahtiger Ofenrost: Für ein sichereres Handling ist ein dicker Ofenrost unverzichtbar.
Mehr als ein Blech und Rost sind eine klare Empfehlung. Credit: arto_canon

Backofenzubehör Kategorie 2

Basis heißt Basis… also nicht zu fancy, aber mega praktisch

Sprechen wir nun über Add-Ons für Blech und Rost. Besonders Braten, langsam geschmorte Fleischstücke, Gedämpftes und Überzogenes solltest du nie einfach auf den Rost legen. Als Faustregel gilt: Gerichte, die bei Oberhitze oder Grill in den Ofen kommen, sollten auf den Rost. Schmorgerichte aufgrund der indirekte Hitzeübertragen im entsprechenden Geschirr (Kategorie 3, Geduld Foodie) kommen ebenfalls auf den (dickdrahtigen) Rost. Knifflig wird es bei Braten, die ohne Flüssigkeit in den Ofen kommen. Gans, Ente und Pulled-Gerichte sollten auf den Rost. Das Problem: Sie tropfen! Also ab auf ein geeignetes tiefes Blech oder ein Behälter darunter. Und zum besseren Hantieren der Bleche brauchst du auch noch was. Hier deine Liste:

  • Fettpfanne: Sie fängt Fett und Fleischsaft auf, aus denen du eine tolle Sauce machen kannst und retten deinen Ofen vor der Verwahrlosung.
  • Universalpfanne: Der Name ist etwas verwirrend… Hierbei handelt es sich um tiefes, emaillierte Backblech. Perfekt für höhere Kuchen und Schmorgerichte auf Gemüse oder mit etwas Flüssigkeit.
  • Teleskopauszug oder Backwagen: Da nicht in jeden Ofen ein Backwagen eingebaut werden kann, ist der Teleskopauszug eine praktische (und günstige) Alternative. Unbedingt auf die Qualität achten, denn die Stangen verbiegen sich auf Dauer.
Ein tiefes Backblech bzw. Universalpfanne eignet sich für Braten wie diese Pute. Credits: Alexander Narraina

Backofenzubehör Kategorie 3

Spezielle Utensilien für spezielle Gerichte Teil 1

Einige Gerichte benötigen eine bestimmte Form, um ihren Namen tragen zu dürfen. Alles, was auf Muffin endet oder damit beginnt, ist dafür das perfekte Beispiel. Doch damit nicht genug: Natürlich ist es praktisch, Dinge auf dem Herd zu beginnen und im Ofen zu beenden, ohne dabei viele Male das Gericht umfüllen zu müssen. Auch hierfür gibt es unverzichtbares Geschirr und Tools, die als Basisausstattung durchgehen. Teil 1 ist hierbei Pflicht, Teil 2 sollte bald folgen. So steht’s auf der Wish-List:

  • Muffinform: Sie gibt es in verschiedenen Größen. Ich empfehle je zwei 6er und 12er Muffinformen für den Haushalt. Hier kannst du Muffins, aber auch Soufflé, Mini-Küchlein oder Teigschalen zum Füllen backen. Auch Eier stocken funktioniert ausgezeichnet.
  • Springform und Kastenform: Klar… für Kuchen und Brote oder zweckentfremdet für Hackbraten und Freunde benötigst du unbedingt eine gute Auswahl an Kasten- und Springformen. Am besten je zwei in verschiedenen Größen.
  • Bräter und Auflaufform: Verschiedene Bräter im Haus zu haben, ist obligatorisch. Ich selbst besitze gefühlt 50. Verschieden Größen und Materialien sind je nach Zweck wichtig und sie können schwerlich durch anderes Material ersetzt werden. Egal ob Gulasch, Braten oder zum Warmhalten, mit oder ohne Deckel, viele der leckersten Gerichte gehen ohne Bräter einfach nicht. Für Aufläufe gilt das gleiche.

Spezielle Utensilien für spezielle Gerichte Teil 2

  • Thermometer: Ok… das muss eigentlich nicht. Aber die Kerntemperatur eines Roastbeefs am Stück oder eines zarten Filets bestimmen zu können, ist so entscheidend, dass ich so entschieden habe. Das bleibt auch. Kauf dir ein gescheites Thermometer für Fleisch, Grill und Öfen. Mit Temperatur-Alarm und Timer. High Tech rockt!
  • Ofenfeste Pfannen und Töpfe: Töpfe und Pfanne aus zum Beispiel Gusseisen sind ofenfest. Dinge vorbraten und sie im Ofen gratinieren, ist eine klassische Idee. Auch beim Anbraten und abschließenden Ablöschen bietet sich die Verwendung an, wenn anschließend bei kontrollierter Temperatur gegart werden soll. Ob Steaks ja oder nein, da enthalte ich mich.
  • Pastetenförmchen: Für Crème brûlée, Pasteten oder Mini-Gratins eignen sich am besten kleine ofenfeste Förmchen. Solltest du, so wie ich, auf Crème brûlée in allen Variationen stehen, gehören die Mini-Förmchen dazu.
Zubehör wie diese Muffinform gehören zu den Must-Haves. Credits: mikroman6

Das ist meine Backofen-Zubehör Basisausstattung. Ich besitze natürlich als Freak noch vieles mehr, das ich aber zugegebener Maßen will und nicht brauche. Einen Pizzastein z.B. hatte ich noch nie, andere zählen ihn sicher zur Basis hinzu. Also ja, das ist alles hochgradig subjektiv und natürlich eine Kostenfrage. Spare aber nicht, wenn du dir eine meiner Empfehlungen zulegen willst. Diese Erfahrungen habe ich allesamt für dich schon gemacht und bereut. Gutes Material ist nun mal etwas teurer.

Soviel zum Thema Basisausstattung für Backofen-Zubehör. In unseren Küchentipps findest du mehr praktische Ratgeber. Robin verrät dir zum Beispiel, welche Küchenutensilien du wirklich brauchst und ich selbst habe eine an harten Fakten orientierte Studie zum besten Material für Schneidebretter dort geparkt. Unsere Kochschule verrät dir jetzt schon eine Menge sinnvolles und weniger sinnvolles Zeug, aber Unterricht ist Unterricht. Und am Ende gibt’s Klausur. Gern geschehen.

Peace!