Auf einem Holztisch steht ein Eierbecher. In dem Eierbecher ist ein perfektes Frühstücksei.
Ein Frühstücksei zu kochen ist manchmal eine Wissenschaft für sich. Mit unseren Tipps gelingen die Eier ganz nach deinem Geschmack! © Shutterstock / Maxim Khytra

Es ist Sonntag. Auf jeden Fall nach 9:00 Uhr. Die Sonne strahlt durchs Fenster und frischer Kaffeegeruch wabert durch den Flur ins Schlafzimmer. Ich höre geschäftiges Klappern von einem liebenswerten Menschen aus der Küche und wechsle wankend vom Bett an den Frühstückstisch. Und da steht es: das perfekte Frühstücksei. Flankiert von einem fluffigen Croissant oder einem Toast, gesalzener Butter aus der Normandie, einem kleinen Schälchen mit roter Marmelade, einer Tasse Kaffee und einer schönen Vase mit leuchtenden Blumen. Besser kann mein Tag nicht anfangen. Doch halt… jemand hat noch die erste Gassi-Runde mit meinem Hund übernommen…

Das perfekte Frühstücksei ist rundes Glück und eine heikle Angelegenheit

Warum heikel? Jeder Jeck ist anders und isst anders – zum Beispiel sein Ei. Von glibberig bis eisenhart – alles was schmeckt, ist erlaubt. Frage fünf Menschen, was das perfekte Frühstücksei ausmacht, und du wirst zehn verschiedene Antworten bekommen.

Zunächst ist es gut zu wissen, dass ein Ei aus drei Schichten besteht, die alle unterschiedlich dünn beziehungsweise dick sind. Es handelt sich um das …

  • Eigelb (im Inneren des Eis, gart bei 68 Grad),
  • dicke Eiweiß (bildet die Mitte des Eis, gart bei 60 Grad)
  • dünne Eiweiß (bildet die äußere Schicht, gart bei 70 Grad)

Jetzt musst du tapfer sein: Diese Schichten benötigen unterschiedliche Zeiten, um gar zu werden. Und dann ist auch noch jedes Ei anders. So wie ein Steak.

Das perfekte Ei: So wird es gemacht

Darauf kann man sich aber einigen: Das Ei legst du mit einem Löffel ins kochende Wasser, also bei 100 Grad Celsius. Dann musst du dich entscheiden, was du oder dein Gast bevorzugen:

  • sehr weiche Eier, mit einem flüssigen und goldgelben Eigelb und einem festen Eiweiß benötigen 4 bis 5 Minuten.
  • wachsweiche Eier, mit einem weichen, aber nicht mehr flüssigem Eigelb und einem festen Eiweiß sollten 5 bis 8 Minuten gegart werden.
  • harte Eier, wie etwa für eine Brotzeit, freuen sich über 8 bis 10 Minuten Kochzeit. Dann sind Eigelb und Eiweiß hart.

Tipp 1: Kommt das Ei aus dem Kühlschrank, schlage noch 30 Sekunden drauf. Auch wenn mehrere Eier im Topf sind. Denn die Wassertemperatur sinkt naturgemäß zunächst.

Tipp 2: Dann kommt es noch auf die Größe des Eis an. Bei meiner Empfehlung handelt sich um ein ganz normales kleines Frühstücksei an. XL-Eier können nie perfekt werden, denn das perfekte Frühstücksei kommt niemals von Turbo-Hennen aus Käfig-Haltung, sondern aus einem Öko-Betrieb. Es muss alles stimmen: Tierhaltung, Futter, Auslauf und der Verzicht auf Antibiotika. Mehr darüber und eine Einkaufshilfe gibt es in unserem Artikel: Warum werden Hühnereier tätowiert?

Pieksen oder nicht, das ist hier die Frage?

Um William Shakespeare (1564-1616) zu bemühen, das Pieksen gegen das Platzen ist für das perfekte Frühstücksei nicht wichtig. Einige Freund*innen pieksen nie, und deren Eier bleiben heil. Ich persönlich bin bekennende Piekserin, so habe ich es von Oma und Mama gelernt. Man kann aber auch eine Prise Salz oder ein Paar Spritzer Essig ins Wasser geben. Dies soll ebenfalls ein wirksames Mittel gegen das Platzen sein.

Wichtiger sind vielmehr die Fragen, wie alt das Ei ist und die Henne war. Eier von jungen Hennen sind kleiner und haben eine stabilere Schale. Deshalb ist es mit ihnen leichter, das perfekte Frühstücksei herzustellen und anschließend zu halbieren oder anzuklopfen.

So verhält es sich auch mit dem Abschrecken von Eiern. Möchte man auf Nummer sicher gehen, dass die Schale sich leicht lösen lässt, schreckt man sie in eiskaltem Wasser ab. Leitungswasser ist einfach nicht kalt genug. Es sollte wirklich eiskalt sein. Da mein perfektes Frühstücksei wachsweich ist, schrecke ich es grundsätzlich ab, um den Garprozess zu unterbrechen.

Meine erste Mahlzeit des Tages muss aber nicht nur von einem perfekten, klassischen Frühstücksei gekrönt werden. Auch diese Rezepte verschönern mein Frühstück und lassen mich frohgemut in den Tag starten:

Nun weißt du schon Einiges darüber, wie das perfekte Frühstücksei gelingt. Du möchtest mehr über die geschissene Gottesgabe wissen? Dann verraten wir dir hier, woher eigentlich der Name Eggs Benedict kommt. Eine weitere Variante für ein köstliches Ei am Morgen ist das perfekt gegarte Onsen-Ei. Kennst du nicht, dann wird es aber Zeit! Und wenn mal wieder jemand nervt und sagt, man sollte nicht zu viele Eier essen, dann beende dessen ungebetenen Vortrag mit einem Hinweis auf den hohen Vitamin D-Gehalt von Eiern. Ansonsten lass sie einfach palavern und genieße das perfekte Frühstücksei mit einem seligen Lächeln im Gesicht.

Quellen: bildderfrau.de, Stuart Farrimond: Kochen in Perfektion, dge.de