Sie sind aus Stahl geschmiedet und doch empfindlich und sensibel: Küchenmesser sind eben Werkzeuge mit Charakter und Seele. Und wie jeder treue Freund danken sie es dir, wenn du ihnen Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegenbringst. Damit du an deinem hochwertigen Werkzeug lange Freude hast, verraten wir, wie Messerpflege funktioniert und was dabei zu beachten ist.

Messerpflege – Grundlagen der Verwendung

Messer sind zum Schneiden da, nicht zum Aufhebeln von Verpackungen oder Blechdeckeln. Auch das Entfernen von Schmutz auf Arbeits- oder Herdplatten gehört nicht zu ihrem Einsatzgebiet. Vor allem die Schneidespitze beziehungsweise die Klingenspitze eines scharfen Küchenmessers nimmt eine Zweckentfremdung übel. Das Metall ist dort nur den Bruchteil eines Millimeters breit, und möchte nicht gebogen werden. Zur Messerpflege gehört auch, dass du für jeden Schneidevorgang das passende Messer wählst: für die Zwiebeln das große Kochmesser, für das Tournieren des Gemüses das kleine Gemüsemesser und für das Brot mit rescher Kruste das Brotmesser mit Wellenschliff. Wird es artgerecht benutzt, wird dir dein Küchenmesser viel Freude bereiten. Zum Beispiel bei der Zubereitung von Artischocken, bei denen ein fester und präziser Schnitt notwendig ist.

Die Unterlage – ideale Schneidebretter

Aus der Voglperspetive: Küchenmesser auf Holzbrett

Der schnellste und sicherste Weg, dein Messer zu ruinieren, ist, wenn du Zwiebeln & Co. auf einer harten Unterlage, etwa aus Marmor, Glas oder Metall schneidest: Schon nach wenigen Schnitten ist die Klinge stumpf. Für die Messerpflege gilt: Schneide immer auf einem Holz- oder Kunststoffbrettchen, das ist schonender für die Klinge. Idealerweise hast du drei Brettchen: Eines aus Kunststoff für das Schneiden von Fleisch und Geflügel, ein Holzbrett für stark duftendes Gemüse wie Zwiebeln und Knoblauch und eines für Obst, Gemüse, Brot und Co. Mehr zu dem Thema Schneidebrett aus Holz, Kunststoff oder Glas? Worauf schnibbelt es sich am besten? findest du in unserer Rubrik Gut zu wissen.

So bringst du Stahl zum Strahlen – die Pflege

Moderne Küchenmesser bestehen in der Regel aus rostfreiem Stahl. Dennoch vertragen sie Wasser nur in Maßen und Säuren und Laugen überhaupt nicht. Aus diesem Grund ist auch das heiße Laugenbad einer Spülmaschine Gift für dein scharfes Küchenmesser. Deshalb solltest du dein Messer sofort nach der Benutzung mit lauwarmem Wasser und ggf. einem Tropfen Spülmittel von Hand reinigen und danach mit einem weichen Küchentuch trocknen. Niemals solltest du angepappte Speisereste mit einem Schleifschwamm entfernen: Im Zweifel das Messer lieber kurz einweichen, dann geht der Schmutz ganz easy weg!

Regelmäßige Messerpflege macht scharf

Auch das schärfste Küchenmesser wird mit der Zeit stumpf und muss nachgeschärft werden. Dies geschieht in der Regel in zwei Schritten: dem Schärfen und dem Entgraten der Klinge. Geeignete Messerschärfer haben dafür zwei Öffnungen: In der ersten wird das Messer mehrmals mit leichtem Druck an zwei im passenden Winkel angeordneten Korundscheiben entlang gezogen. In der zweiten wird es ohne Druck an zwei Scheiben aus Industriediamant vorbeigezogen. Dieser Schritt sorgt dafür, dass die beim ersten Vorgang durch die groben Korundscheiben angerauten Klingenseiten geglättet und entgratet werden. Jetzt ist dein Messer wieder scharf und bereit für neue Küchenabenteuer.

Cooler wirkt das Messerschärfen natürlich mit einem Wetzstahl. Dabei ist es wichtig, das Messer in einem Winkel von 20 Grad am Stahl vorbeizuziehen, und zwar abwechselnd von beiden Seiten. Das verlangt etwas Übung, deshalb solltest du am Anfang nicht gleich mit einem teuren Schätzchen aus Solingen loslegen! Apropos Solingen: Fast jede der dort ansässigen Edelschmieden bietet gegen geringe Gebühr einen professionellen Nachschärfe-Service an: Einfach das Messer einschicken, und nach ein paar Tagen trudelt es beinahe wie neu wieder bei dir ein! Nach einer derartigen Handhabung und Messerpflege wird es wieder wie von selbst in Zwiebeln sinken, nicht abrutschen und wie von selbst schneiden.

Quellen: bildderfrau.de, nzz.de, wikipedia.de, wuesthof.com, zwilling.com