Amerikaner sind schon ein seltsames Völkchen: Den Deutschen haben sie einst den wenig schmeichelhaft gemeinten Kosenamen „Krauts“ verpasst, aber selbst feiern sie den Tag des Weißkohls. Und warum der nun auf dem 17. Februar liegt? Wir haben die erfrischende Antwort: Keine Ahnung! Vielleicht, weil der Weißkohl, den man im Rheinland auch Kappes nennt, ein Wintergemüse ist? Weil in der kalten Jahreszeit nichts über Sauerkraut mit Kassler und Pü, Kohlrouladen Szegediner Gulasch geht? Aber auch auf der anderen Seite des Atlantiks futtern sie gern den „Cabbage“, etwa als Geht-immer-Weißkohl-Salat Coleslaw.

Was macht denn den Weißkohl so anbetungswürdig?

Das etwa Handball-große Rundgemüse neigt zum optischen Understatement, aber man sollte es nicht unterschätzen: Weißkohl enthält sehr viel Vitamin C. Und das ist auch im gegarten Sauerkraut noch reichlich vorhanden. Hinzu kommen noch die Vitamine K und B6 sowie die gute alte Folsäure. Außerdem enthält Weißkohl entzündungshemmende Senföle und natürlich viele Ballaststoffe. Auch prima: Man muss man ihn nicht groß putzen. Denn wie eine Lotosblume perlt an seiner glänzenden Schale der Regen ab und nimmt Staub und Schmutz gleich mit. Ach ja, und natürlich schmeckt Weißkohl himmlisch und ist als vielseitiger Alleskönner in der Küche immer gern gesehen.

Und was ist jetzt diese Sache mit den „Krauts“?

In den beiden Weltkriegen etablierte sich im englischen Sprachraum der zunächst abfällig gemeinte Begriff Krauts für die Deutschen. Warum? Diese sollten sich angeblich hauptsächlich von Sauerkraut ernähren. Tatsächlich galt Weißkohl in allen Varianten damals als typisches Arme-Leute-Essen und kam mehrmals wöchentlich auf den Tisch. Heute verzehren die Deutschen dagegen gerade mal 5 Kilogramm pro Kopf und Jahr – und zwar Weiß- und Rotkohl zusammen. Sollte der Titel „Krauts“ also neu vergeben werden, ginge er nach Russland: Dort verputzen sie 20 Kilogramm Weißkohl pro Kopf und Jahr, das ist Weltrekord! Etwa 71 Mio. Tonnen werden weltweit jedes Jahr geerntet – fast die Hälfte davon in China. Und sogar im warmen Kenia wird der schöne Weißkohl angebaut.

Der Sound der 70er

In vertonter Form machte der Weißkohl ab Ende der 60er-Jahre übrigens als experimenteller „Krautrock“ Weltkarriere und wurde zum geachteten deutschen Exportschlager. Legendäre Bands wie Can, Amon Düül, Kraftwerk und Tangerine Dream sorgten dafür, dass der Krautrock um die Welt ging. Die Eltern waren entsetzt, während die Kids elektronische Musik hörten, kifften und ihren Spaß hatten. Da sage noch einer, die „Krauts“ seien nicht zur Selbstironie fähig!

So, jetzt weißt du alles wirklich wichtige über den Weißkohl, und jetzt kommt das Beste: nämlich unsere Rezept mit dem tollen Gemüse.

Quellen wikipedia.org, ndr.de, kuriose-feiertage.de, nutzpflanzenvielfalt.de, freshplaza.de