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Vegan-Umstieg: Vermeide diese 5 Fehler!

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Leute dazu entschieden, sich vegan zu ernähren. Das ist zwar eine tolle Entwicklung, aber leider kommt es dabei immer wieder vor, dass dieselben Fehler gemacht werden. Wir zeigen dir, welche das sind und wie du sie vermeiden kannst.

Verschiedene Lebensmittel, wie Brokkoli, Karotten, Mais, sowie weiteres Gemüse und verschiedene Kräuter und Würzmittel liegen auf einem Tisch verteilt.
Du möchtest dich vegan ernähren? Wir zeigen dir, welche Fehler beim Vegan-Umstieg immer wieder auftreten und wie du sie am Besten vermeiden kannst! © Getty Images / fcafotodigital

Sich vegan zu ernähren, ist mittlerweile kein Trend mehr. Etliche gute Argumente für die pflanzliche Ernährung gibt es zuhauf: Klimaschutz, gesundheitliche Motive und das Tierwohl sind vermutlich die häufigsten. Doch jeder, der sich bereits damit umfassender beschäftigt hat, weiß, dass man ganz leicht in kleine Fallen tappen kann, wenn auf vegane Ernährung umgestellt wird. Diese Fehler lassen sich jedoch mit dem richtigen Wissen kinderleicht umgehen. Wir erklären dir, was fünf häufigsten Fehler beim Umstieg auf eine pflanzliche Ernährungsweise sind und wie du sie am besten vermeidest.

Fehler Nummer 1 beim Vegan-Umstieg: Zu viel Bequemlichkeit

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann sind wir alle ein bisschen faul. Aufwendige Mahlzeiten sind fantastisch, Kochen macht Spaß und selbst gemacht schmeckt es immer am Besten; aber manchmal ist es trotzdem schön, sich einfach auf das Sofa zu werfen und die Mikrowelle die Arbeit machen zu lassen.

Und inzwischen unterstützt auch die Industrie der veganen Produkte diese kleine Feierabend-Faulheit. Von Schnitzeln für die Pfanne über Nuggets für den Ofen bis hin zur Currywurst für die Mikrowelle – alles, was man sich erträumen kann, gibt es nun auch in vegan.

Aber so schön das auch ist (und so gut es auch schmeckt), es verleitet maßgeblich dazu, viel zu viele stark verarbeitete Lebensmittel zu essen und zu wenig selbst zu kochen. Dass das auf die Gesundheit schlägt, ist dann auch kein Wunder.

Und nicht nur das: Es ist auf Dauer auch noch langweilig. Schließlich will selbst der*die größte Profi-Gammler*in am Ende nicht nur Currywurst essen. Einen Vorteil hat diese Entwicklung aber, denn ein größeres Sortiment lockt am Ende stets weitere potentielle Veganer*innen an.

Dabei bietet der Vegan-Umstieg viele Möglichkeiten, Neues zu entdecken! Versuch doch einmal, selbst ein bisschen öfter den Kochlöffel zu schwingen. Wenn es unbedingt das dritte Schnitzel diese Woche sein muss, dann mach es gern einmal selbst. Es gibt zahlreiche leckere vegane Rezepte und Möglichkeiten, da ist für jeden etwas dabei. So wird die vegane Ernährung nicht nur gesünder, sie macht auch noch mehr Spaß!

Fehler Nummer 2: Fehlende Supplements

Ein gern gebrachter Kommentar der überzeugtesten Fleischesser*innen ist, dass Veganer*innen angeblich alle unter Nährstoffunterversorgung leiden würden und den ganzen Tag nur Tabletten schlucken müssten, um Nährstoffe zu sich zu nehmen. Das ist selbstverständlich Quatsch! Aber trotzdem solltest Du deine Nährstoffversorgung nicht aus den Augen verlieren. Ansonsten kann dieser Fehler beim Vegan-Umstieg für gesundheitliche Probleme sorgen. Es kann niemals schaden, mit deinem Arzt oder deiner Ärztin abzuklären, ob du möglicherweise zu Ergänzungsmitteln greifen solltest. Ein einfacher Bluttest gibt hier Aufschluss, sodass du dann gegebenenfalls gezielt supplementieren kannst.

Wer sich gesund ernährt, ist über verschiedenes Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen meist gut versorgt. Ausreichend Kalium, Magnesium, Vitamin C und E und Ballaststoffe werden bei ausgewogener Ernährung meistens ausreichend aufgenommen.

Achtest du gut auf deine Ernährung, benötigst du in der Regel nur eine Vitamin-B-12-Supplementierung. Dieses Vitamin kommt nämlich ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Es kann jedoch auch sein, dass du bei deiner veganen Ernährung zu wenig Jod, Zink, Eisen oder Calcium aufnimmst. Zum Glück kannst du all diese Nährstoffe, falls denn notwendig, gezielt zusätzlich aufnehmen. Eisen und Zink lassen sich leicht und lecker über verschiedene Nüsse aufnehmen, Calcium ist in Hülsenfrüchten und Gemüse enthalten. Wenn das mal kein guter Grund ist, jemanden dazu anzuregen, brav seinen Brokkoli aufzuessen! Also keine Bange – schwierig ist es nicht.

Fehler Nummer 3: Zu wenig vegane Kontakte

Da wir alle wissen, dass die Aussage „allein essen macht dick“ unsinnig ist, sollten wir sie in unserem Sprachgebrauch vielleicht gegen ein ehrlicheres „allein essen macht einsam“ austauschen. Denn Essen und Kochen sind sehr soziale Tätigkeiten, die doppelt so viel Spaß bereiten, wenn man sie gemeinsam macht. So kann es schnell einsam werden, der*die einzige Veganer*in in einer Gruppe zu sein. Zum Beispiel, wenn das Lieblingsrestaurant der Gruppe keine veganen Gerichte anbietet oder die Familie das vegane Essen stets mit einer gewissen Skepsis betrachtet.

Versuche also unbedingt, die Menschen in deinem Umfeld davon zu überzeugen, auch mal vegan zu essen. Die meisten wissen gar nicht, wie lecker veganes Essen sein kann, bis sie es einmal selbst probiert haben. Besonders unterhaltsam ist es auch, gemeinsam vegan zu kochen! So wird jeder skeptische Blick am Ende durch ein genüssliches Seufzen und eine große Portion Nachschlag ausgeglichen.

Solltest du damit nicht weiter kommen, ist das Internet inzwischen voll mit Gruppen, Foren und Seiten, auf denen du dich mit anderen Veganer*innen austauschen kannst. Nach aktuellen Studien liegt der Anteil von Veganer*innen in Deutschland im Moment bei etwas über 1,1 Millionen! Du bist also nicht allein. Und ganz ehrlich – im Internet kommt man ohnehin immer an die coolsten Rezepte. So lässt sich dieser Fehler beim Vegan-Umstieg ganz leicht vermeiden.

Mehrere Personen sitzen an einem gedeckten Tisch unterhalten sich. Das Licht ist gedämmt und der Tisch ist dunkel. In der Mitte des Tisches steht eine Kerze. Die Personen sind aus verschiedenen Altersgruppen und haben keine erkennbare Ähnlichkeit. Der Tisch ist mit Wurzeln dekoriert und steht auf einer Wiese. Der Tisch ist überdacht von einem Baum.
Essen ist eine sehr soziale Aktivität, also macht gemeinsam vegan essen gleich noch mehr Spaß! © GettyImages / Hinterhaus Productions

Fehler Nummer 4: Du bist zu festgefahren

Aufgrund der Menge an Informationen, Produkten und Rezepten, die es inzwischen für eine vegane Ernährung gibt, finden sich immer mehr Leute, die recht spontan entscheiden, vegan zu werden. Dabei machen jedoch viele den Fehler, dass sie einfach alle tierischen Produkte weglassen und sich ansonsten unverändert weiter ernähren. Dass das gesundheitlich bedenklich ist, haben wir bereits bei Fehler Nummer zwei erläutert, aber es ist nicht nur ungesund, es ist auch noch langweilig!

Dadurch verpasst man nämlich auch all die leckeren Produkte und Rezeptvariationen, die der Markt inzwischen zu bieten hat. Die Zahl der veganen Marken nimmt beständig zu und auch Hersteller*innen, die sonst tierische Produkte produzieren, stellen nun vegane Alternativen her. Es ist also nicht mehr notwendig, einfach nur zu verzichten. Einige Lebensmittel durch vegane Alternativen zu ersetzen ist nicht nur der leichtere, sondern auch noch der gesündere Weg. Und damit dir dabei nicht Fehler Nummer eins passiert: selbst kochen!

Bei einer vollständigen Ernährungsumstellung wie dem Vegan-Umstieg lohnt es sich, sich einmal aus seiner Komfortzone heraus zu bewegen. Probiere neue Dinge aus! Blumenkohl ist nicht unbedingt dein liebstes Gemüse? Mit scharfer Soße als leckerer Chickenwing-Ersatz schmeckt er dir ganz sicher. Oder vielleicht lieber kross gebackene Karottenstreifen als Bacon-Ersatz? Traue dich, neue Dinge auszuprobieren und dein Weg zum Veganismus wird ein voller Erfolg.

Fehler Nummer 5: Du versuchst, perfekt zu sein

Es ist überhaupt nicht verwerflich, von Anfang an der*die perfekte Veganer*in sein zu wollen. Schließlich wählen viele, die auf tierische Produkte verzichten, ihre Ernährung aus moralischen Gründen. Da ist es ganz klar, dass man möglichst alles richtig machen will. Dabei passiert es aber leider schnell, dass man sich zu sehr unter Druck setzt. Und im Zweifelsfall zu schnell wieder das Handtuch wirft. Sei also nicht zu streng mit dir selbst. Es ist nichts falsch daran, wenn es einige Zeit dauert, bis du vollständig vegan geworden bist. Es gibt kaum jemanden, der keine Fehler bei seinem Vegan-Umstieg macht. Schließlich gibt es so viele Wege und Möglichkeiten – es braucht Zeit, den Richtigen zu finden.

Vielleicht gibt es auch einige wenige tierische Produkte, die dich davon abhalten, vegan zu werden. Versuche es dafür doch einmal mit einer der vielen Alternativen, die es inzwischen gibt. Ein veganer Pudding oder eine cremige Scheibe veganer Käseersatz sind auf jeden Fall eine Verköstigung wert. Und wenn das bei deinen Gelüsten nicht hilft, dann mach ruhig einige Ausnahmen in deiner veganen Ernährung. Vielleicht schaffst du den vollständigen Vegan-Umstieg irgendwann, vielleicht auch nicht. Am Ende ist nur wichtig, dass du dich ausgewogen und bewusst ernährst, zufrieden bist und dein Geist und dein Körper gleichermaßen glücklich mit deiner Ernährung sind.

Einfach im Kopf behalten, dass du nicht perfekt sein musst, um einen Unterschied zu machen, dann kann es nur gut laufen! Vermeide ganz einfach diese 5 Fehler beim Vegan-Umstieg und lass es dir schmecken!


Hast du nach all diesen Fakten jetzt auch Appetit bekommen? Wie gut, dass du auf EAT CLUB die passenden Rezepte für deinen vegan Einstieg findest. Wir empfehlen unseren Shepherd’s Pie mit Süßkartoffelpüree und gebackenen Rotkohl mit Sesamsauce. Unbedingt ausprobieren solltest du auch folgende Ideen:

Noch mehr vegane Rezepte liefern unsere Kochbücher der Woche Vegan im Van und Vegan Cakeporn.

Hier im EAT CLUB findest du noch weitere Infos, Tipps & Tricks zur veganen Ernährung. Schau mal hier vorbei: