Gute Küchenmesser liegen auf einem Küchenbrett. Daneben liegen viele Gemüseteile.
Was für ein Anblick: Bei guten Küchenmessern kann ich nicht widerstehen © Shutterstock / IriGri

Die Freude am Kochen lässt sich mit dem perfekten Werkzeug noch steigern. Umgekehrt kann einem billiges, ungeeignetes Zeug den ganzen Spaß verderben. Das gilt insbesondere für eine Rasselbande scharfer Typen, die sich gute Küchenmesser nennen. Ihre Qualität und Güte entscheidet im Extremfall, ob wir vergnügt einen Haufen geschnippeltes Gemüse fabrizieren oder mit Schnittwunden übersät nach dem Verbandskasten angeln. Okay, diese Einleitung war jetzt ein bisschen dramatisch, soll aber zeigen, dass man bei Küchenmessern nicht am falschen Ende sparen sollte. Und man im Zweifel kein billiges Zwölferset beim Discounter kauft, sondern lieber nur wenige, dafür aber geeignete Kandidaten in die engere Wahl zieht. Aber welche Messer braucht man? Wir geben die entscheidenden Tipps.

Gute Küchenmesser – diese Messer braucht man unbedingt

In gut sortierten Fachgeschäften findest du eine riesige Auswahl an tollen Messern. Für jeden Einsatzzweck gibt es dort das passende Schneidwerkzeug. Aber in dieser Vielfalt verliert man schnell die Übersicht. Und preislich gibt es eigentlich für gute Küchenmesser keine Obergrenze. Aber Hand aufs Herz: Wer braucht schon ein handgeschmiedetes Einzelstück aus Damaszener Stahl für 5.000 Euro?

Deshalb ist es gut zu wissen, wo deine Prioritäten liegen und wofür du deine Messer einsetzen möchtest. Hier geben wir dir einen Überblick über die wichtigsten Messer, mit denen du einen Großteil der üblichen Schneidaufgaben perfekt erledigen kannst.

Gemüsemesser – klein und wichtig

Eines der wichtigsten Messer in deiner Küche ist das Gemüsemesser, das eine kurze Klinge von circa acht Zentimetern Länge hat. Mit ihm kannst du feine Arbeiten verrichten, etwa Zwiebeln und Knoblauch pellen, Brokkoli-Röschen schneiden oder Rosenkohl parieren. Selbst so ein kleines Ding kostet in guter Qualität schon mal 60 Euro, hält dafür aber ein Leben lang. Hervorragende Anwendungsmöglichkeiten für dein Gemüsemesser bieten diese Rezepte:

Kochmesser – dieses Küchenmesser braucht man unbedingt

Ein Kochmesser ist ein robustes Messer mit einer breiten Klinge, die idealerweise eine Länge von 20 Zentimetern hat. Wieso brauche ich ein so großes Messer, fragst du dich sicher. Das ist ganz einfach: Durch die Länge hilft es dir, auch größere Gemüse- oder Fleischstücke zu zerteilen. Stell dir einfach vor, du wolltest eine Sellerieknolle oder einen Kohlkopf zerschneiden: Da kommst du mit einem Gemüsemesser nicht weit.

Durch seine Länge kannst du es aber auch sicher führen und deshalb präzise und gerade schneiden. Damit ist es beim Zwiebeln würfeln sowie Knoblauch oder Kräuter hacken besser geeignet als ein kleines Messer. Doch das scheinbar so robuste Kochmesser ist auch sensibel, deshalb bitte damit keine Knochen damit hacken! Bei den Anschaffungskosten solltest du dich auf circa 100 Euro einstellen. Mein Kochmesser bekommt vor allem bei diesen Gerichten viel zu tun:

Ich weise noch mal darauf hin, so ein Kochmesser ist auch prima für Gerichte mit Gemüse. Aber bei diesen drei Fleischrezepten werde ich leider immer schwach.

Ich koche sehr einfach und benutze eigentlich keine Maschinen. Ein Messer, ein Schneidebrett, eine Pfanne und ein Sieb gehören zu meiner Grundausstattung“

Nobuyuki „Nobu“ Matsuhisa (legendärer japanischer Koch)

Universalmesser – der Name ist Programm

Ein Universalmesser, auch Aufschnitt-Messer genannt, hat eine 14 Zentimeter lange Klinge mit Wellenschliff. Es ist das ideale Werkzeug, mit dem du fröhlich am Frühstückstisch hantieren kannst. Denn mit seinem Wellenschliff schneidet es problemlos Gemüse und Früchte mit fester Schale wie Orangen,  Tomaten oder Gurken, aber auch eine Salami oder harten Käse. Sogar beim Brötchen aufschneiden ist es in seinem Element. Für das gute Küchenmesser sind 60 Euro sicher nicht zu viel verlangt! Im Gegenzug kannst diese Leckereien lebenslang ohne Stress zubereiten:

Officemesser – handlicher Alleskönner

Das Officemesser ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau in deiner Küche. Es hat eine robuste Klinge von circa zehn bis zwölf Zentimeter Länge. Damit kannst du Verpackungen aufschneiden, Eier anpieksen, den Gargrad kochender Kartoffeln prüfen und gröbere Zerteilungsarbeiten erledigen, etwa Kartoffeln durchschneiden.

Das Officemesser ist das einzige Messer, das nicht unbedingt superscharf sein muss. Mitunter ist ein bisschen stumpf sogar Trumpf, denn bei groben Arbeiten kommt es nicht so auf die Präzision an, und du verletzt dich nicht so leicht, wenn du beim Aufschneiden einer Vakuumverpackung mal abrutscht. Auch hier gelten 60 Euro als Hausnummer. Ich bevorzuge das Officemesser für diese Gerichte:

Das Brotmesser – 1A-Schutz für die Finger

Bei diesem Messertyp ist der Name Programm: Es ist ein hochspezialisiertes Werkzeug, mit dem man eigentlich nur eines kann: Brot schneiden. Das aber richtig! Seine Klinge ist mit 23 Zentimetern relativ lang, dazu recht breit, und es hat einen Wellenschliff. Letzterer sorgt dafür, dass du auch eine resche Kruste zerteilen kannst, ohne abzurutschen. Die breite Klinge ermöglicht es, saubere, gerade Scheiben herunterzuschneiden, und die Länge kommt auch mit XL-Brotlaiben klar. Da beim Schneiden von altbackenem Brot schon mal gröbere Kräfte walten, solltest du darauf achten, dass die Klinge durchgeschmiedet und nicht zu dünn ist. Sonst macht es plötzlich mal „zack“, und das gute Stück ist zerbrochen… Alles schon passiert. Solch ein Messer schlägt leider auch mit gut 100 Euro zu Buche. Hast du diese Summe einmal investiert, dann wird es Zeit, Brot selbst zu backen. Wir haben da ein paar Vorschläge:

Du möchtest ein neues Küchenmesser kaufen? Prima, fang schon mal an zu sparen. Und unsere Tipps für die wichtigsten Qualitätsmerkmale von Messern helfen dir, ein wirklich gutes Messer zu erkennen. Damit Küchenmesser ihren Dienst lange erfüllen können, solltest du neben der Pflege auch die Aufbewahrung deiner Küchenmesser im Blick haben. Hochwertige, scharfe Messer müssen liebevoll behandelt werden. Wir haben die besten Tipps für eine perfekte Messerpflege, damit die Schätzeken auch scharf bleiben.

Nicht zu vergessen: Die Küchenschere

Es versteht sich fast von selbst, dass du Kresse ernten, Milchtüten aufschneiden, Blumen kürzen und Backpapier zurechtschneiden nicht mit einem Messer erledigst. Fast jeder greift für solche Arbeiten instinktiv zu einer Schere. Deshalb gehört eine gute Küchenschere ebenfalls zu den Anschaffungen, an denen man sich ein Leben lang erfreut.

So ein Tausendsassa aus Solinger Produktion kostet je nach Finish zwar auch 60 bis 90 Euro. Hast du diese Ausgabe aber erst mal verdaut, freust du dich über die Vielseitigkeit deines neuen Lieblingsspielzeugs. Denn du kannst damit Bierflaschen öffnen, festsitzende Deckel von Marmeladengläsern lösen, Nüsse knacken, Kräuter schneiden, Löcher in Blechdeckel stechen und was nicht noch alles. Nicht zuletzt ist eine solche Schere auch ein echter Handschmeichler.

Ooops, ist das nicht doch ein bisschen teuer?

Ja und nein. Wer aufmerksam mitgerechnet hat, landet bei einem Betrag, der sich so um 400 Euro einpendelt. Es geht auch billiger, keine Frage, aber richtige Foodies haben angesichts solcher schönen Werkzeuge ja traditionell keinen Igel in der Tasche. Und dass es weitaus teurer geht, ist auch keine Frage. Dafür hast Du jetzt die perfekte Grundausstattung für gefühlte 98 Prozent aller Schneidearbeiten in deiner Küche. Du interessierst dich aber auch für andere Messerarten, etwa ein Santoku, Nakiri, Chai Dao oder Yanagiba? Kein Problem, denn hast du Messer aus einer geeigneten Serie ausgewählt, kannst du Geburtstage und Weihnachten nutzen, um dich mit weiteren Messern dieser Serie „versorgen“ zu lassen.

Eines ist dabei aber Pflicht: Messer verschenkt man nicht. Warum? Ein weit verbreiteter Aberglaube besagt, dass man das „Band der Freundschaft“ zerschneidet, wenn man ein Messer oder eine Schere verschenkt. Deshalb ist es üblich, dass man es dem Schenkenden für einen kleinen symbolischen Betrag wie etwa zehn Cent abkauft! Auch ich habe meiner Mutter einst einen Groschen für mein erstes Brotmesser überreicht – ein cooler Tausch. Das Messer habe ich immer noch und alle paar Jahre bringe ich es zum Schleifen. Qualität lohnt sich.