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Macht Hanföl high?

Geschälte und geröstete Hanfsamen liefern ein schmackhaftes Hanföl. Aber macht Hanföl high? Wir waren mal in der Versuchsküche.

Frontalsicht: Drei Gefäße aus Glas mit einer golden Flüssigkeit stehen auf einem Untergrund aus Holz. Daneben liegt ein Leinensach mit Samen, ein Löffel mit Pulver und einige Blätter der Canabis-Pflanze..
Können wie nach dem Genuss von Hanföl plötzlich Farben schmecken und Bilder riechen? Erfahre jetzt mehr. © Shutterstock / kostrez

Beim Begriff „Hanföl“ muss wahrscheinlich jeder psychotoxikologisch Unerfahrene erst einmal verschämt kichern, und es drängt sich unwillkürlich die Frage auf: Macht Hanföl high? Lässt mich der Genuss eines mit Hanföl angerichteten Salates Farben riechen und Musik schmecken? Die Antwort verlangt eine kurze Auseinandersetzung mit dem Begriff Hanföl und was wir vom EAT CLUB darunter verstehen wollen. Wir haben wieder mal kritisch recherchiert und präsentieren unsere Ergebnisse.

Hanföl– was ist das eigentlich?

Seit Jahrhunderten wird Nutzhanf (Cannabis sativa) angebaut, um aus den zerklöppelten Pflanzenstängeln Fasern zu gewinnen, aus denen man textiles Leinen produzieren kann. Da diese Pflanzen sich ja irgendwie vermehren müssen, bilden sie Samen aus. Diese sind also eine Art „Abfallprodukt“ der Leinenherstellung. Findige Leute haben diese Samen ihrer Schalen beraubt, die so entstandenen „Hanfnüsse“ vorsichtig zerrieben und somit das erste kaltgepresste Hanföl hergestellt. Dieses eignet sich mit seinem leicht nussigen, bisweilen krautigen Geschmack gut für die kalte Küche. Man kann es sogar zum sanften Dünsten verwenden, allerdings nicht zum Anbraten: Dafür liegt der Rauchpunkt mit 165 °C zu niedrig.

Die legalen und illegalen Verwandten

Das Hanföl, von dem wir hier sprechen, ist also ein legal in jedem gut sortierten Supermarkt erhältliches Produkt. Denn es enthält höchstens winzige Spuren des psychoaktiven THC (Tetrahydrocannabinol), welches bei Drogenfreunden geschätzt wird. Der Grund ist ganz einfach: Dieses THC findet sich nicht in den Samen, sondern sammelt sich im Harz der Blütenstände weiblicher Pflanzen, einer Unterart von Cannabis sativa, dem Cannabis indica. Daraus wird berauschendes Marihuana (harzhaltige Blüten) oder Haschisch (pures Harz) produziert sowie das berühmt-berüchtigte Haschischöl. Letzteres segelt aber unter falscher Flagge, denn es ist im chemischen Sinne gar kein Öl, sondern ein Harzextrakt. Und wir raten dringend davon ab, diesen für ein Salatdressing zu verwenden!

Es gibt aber noch ein anderes, im strengeren Sinne nicht legales, aber „geduldetes“ Hanföl, nämlich das sogenannte CBD-Öl. CBD, bedeutet Cannabidiol und ist wie THC eines der 113 im Hanf enthaltenen Cannabinoide. Es hat keine berauschende, sondern eine beruhigende, Angst lösende Wirkung und wird in der alternativen Medizin verwendet. Auch für CBD-Öl gilt unsere Empfehlung, damit besser kein Salatdressing anzurühren. Aber mit Hanföl kannst du diese Salate verzaubern:

Hanföl – was haben wir gelernt?

Normales Hanföl, möglichst kalt gepresst und in Bio-Qualität, ist ein hochwertiges Lebensmittel vorzugsweise für die kalte Küche. Es enthält keinerlei berauschende oder sonst wie betäubende Stoffe und ist damit ungefährlich und jugendfrei. Sein nussiger Geschmack ist eine willkommene Alternative zu Olivenöl, Leinöl & Co.

Interessierst du dich generell für Lebensmittel, deren Eigenschaften sowie Zubereitung? Schau doch mal in unserer Kochschule vorbei. Dort gehen wir zum Beispiel der Frage nach, ob man Olivenöl zum Braten nehmen kann.