Hach ja – das Osterfest. Hier treffen Fastenzeit und Genuss aufeinander – und zwar nicht nur hierzulande, sondern auch in anderen Ländern der Welt. Du hast dich schon immer gefragt, was es so an internationalen Osterrezepten gibt? Dann bist du bei uns goldrichtig. Wir verraten dir, was in anderen Ländern zu den Feiertagen traditionell auf den Tisch kommt.

Internationale Osterrezepte: Das kommt in Deutschland auf den Tisch

Bevor wir einen Blick über die Grenzen hinweg, direkt auf die Ostertische anderer Länder, werfen, wollen wir natürlich auch die deutschen Osterspezialitäten nicht vernachlässigen. Wir starten am Gründonnerstag, der selbst gar kein Feiertag ist. Aber: Der Gründonnerstag soll an das letzte Abendmahl erinnern. Du weißt schon – der Abend, als Jesus noch mit seinen Jüngern zusammensaß und lecker speiste und nichts vom Verrat seines Jüngers Judas wusste. Eine Szene, die so ausdrucksstark von Leonardo da Vinci auf eine Leinwand gepinselt wurde. Zum Gründonnerstag isst man traditionell „Grünes“, wie der Name schon erahnen lässt. Da der Tag noch in die Fastenzeit fällt, sollte das Gericht vegetarisch sein. Optimal sind einfache Speisen, wie etwa Salzkartoffeln mit Spinat. Auch die klassische Frankfurter Grüne Sauce ist eine tolle Option.

Karfreitag war jener geschichtsträchtige Tag, an dem Jesus Christus laut Bibel gekreuzigt wurde. Auch der Karfreitag ist ein Fastentag, an dem zwar kein Fleisch, aber immerhin Fisch gegessen wird – das wohl älteste Symbol für den christlichen Glauben. Ein paar Anregungen gefällig?

Nach Karfreitag kommt Karsamstag – auch als Ostersamstag bekannt. Hier endet zum Mittag hin die Fastenzeit. Traditionell wird am Samstag gebacken – und zwar eine ganze Menge. Hier bekommst du nette Anregungen, was man alles Tolles backen könnte. Aber Achtung: Verspeist werden die süßen Leckereien erst ab Sonntag.

Am Ostersonn- und -montag geht’s dann so richtig los. Da darf man sich endlich so richtig den Bauch vollschlagen. Zum einen natürlich mit all dem leckeren Gebäck, zum anderen aber auch mit herzhaften Spezialitäten wie etwa einem saftigen Osterschinken. Gerne wird der Tag schon mit einem festlichen Osterbrunch. An beiden Feiertagen gilt vor allem die Devise: deftig, üppig und vor allem nicht zu wenig! Und wie sieht es so in anderen Ländern aus?

Italienische Osterrezepte: Für jeden Geschmack etwas dabei

Ostern wird umso ausgiebiger gefeiert, je christlicher ein Land geprägt ist. Das dürfte keine große Neuigkeit sein. Und so viel ist sicher: Der Glaube ist in Italien eine ziemlich wichtige Angelegenheit. Kaum verwunderlich also, dass an Ostern alle kulinarischen Register gezogen werden.

Jede Region hat da verschiedene Spezialitäten zu bieten, die sich zu Teilen auch stark ähneln, aber mit anderen Namen versehen sind. Fakt ist: Die Italiener backen gerne – und zwar nicht nur süß, sondern auch herzhaft. Wir haben eine kleine Auswahl an Rezepten für dich zusammengestellt.

Was in Italien ebenfalls nicht zum Osterfest fehlen darf, ist etwa das köstliche Gebäck namens Pastiera napoletana oder auch die Panettone, die schon jedes italienische Weihnachtsfest erst vollkommen macht.

Polnische Rezepte für Ostern: Kleine Auswahl

Wo wir gerade bei besonders christlich geprägten Ländern waren: Auch in Polen spielt der Glaube eine besonders wichtige Rolle – weshalb das Osterfest ganz besonders wichtig ist.

Kleiner Eindruck gefällig? In Polen füllen Familien am Ostersamstag ein Körbchen mit Święconki – symbolhafte Osterspeisen. Dazu zählen etwa dekorierte Eier, ein Osterlamm aus Schokolade, ein Kuchen namens Mazurek, Brot, Wurst und Meerrettich. Dieses Körbchen wird dann in die Kirche gebracht und von einem Priester gesegnet.

Gegessen wird dann aber mehr als der Korbinhalt. So gibt es zum Ostersonntag zum Beispiel einen saftigen Brioche-ähnlichen Napfkuchen namens Babka zum Frühstück. Ebenfalls nicht fehlen darf die polnische Ostersuppe namens Zurek, die traditionell zum Fastenbrechen gereicht wird und so viel bedeutet wie „vergorenes Roggenschrot“. Spannend, nicht wahr?

Polnische Ostersuppe Zurek in Tonschüssel auf hellem, hölzernen Untergrund.
Wolltest du schon immer wissen, was in Polen so zum Osterfest gegessen wird? Dann probiere es mal mit Zurek! © Getty Images/ Andrey Zhuravlev

Ostern in Tschechien: Von spirituellem Anti-Aging und gutem Essen

Ja, ja. Andere Länder, andere Sitten. Als wir uns nach tschechischen Osterbräuchen umgeschaut haben, sind wir über allerlei Leckereien gestolpert – und über einen Brauch, von dem wir so noch gar nichts gehört haben. Offenbar bekommen die Damen des Landes von den Herren einen Klapps mit einer festlich geschmückten Weidenrute auf Rücken oder Beine. Bei diesem Ritual soll die Kraft der jungen Weidenzweige auf die Damen übergehen, so kann man bei mdr.de nachlesen. Aaaahja… im Gegenzug gibt es dann wenigstens ein buntes Ei, Süßigkeiten und auch mal einen Pflaumenschnaps.

Und am Ostersonntag sind dann wieder die Mädels an der Reihe, die ein köstliches Hefebrot namens Mazanec verschenken.

Das lassen wir jetzt einfach mal alles so stehen und schauen, was sonst so in Tschechien Tradition ist. Wie in den anderen Ländern auch, wird erst die Fastenzeit eingehalten – und dann geschlemmt. Typischerweise stehen Gerichte mit Lamm oder Kaninchen auf dem Plan. Ein weiterer Klassiker ist übrigens sogenanntes Jidáše, das aber schon am Gründonnerstag auf den Tisch kommt.

Ostern in Großbritannien: Irgendetwas zwischen Tradition und Exzentrik

In Großbritannien gibt es viele Menschen, die christlichen Ostertraditionen folgen – andere wiederum halten sich da nicht so dran. So oder so gestaltet sich das Osterfest bei den Briten super spannend und irgendwie auch außergewöhnlich. Das wollen wir dir nicht vorenthalten.

Der Gründonnerstag ist auch als Maundry Thursday bekannt und sollte einst an die Rede Jesus‘ erinnern, die er heilt, nachdem er seinen Jüngern die Füße wusch. Um an diesem demütigen Handeln zu gedenken, wurden einst Geschenke an die Armen verteilt. Heutzutage bekommen nur noch jene Menschen etwas, die sich im Sinne des Christentums ausgezeichnet haben. Sie bekommen zwei Geldbörsen – einmal in Weiß, einmal in Rot. In der weißen finden sich britische Pfund, in der roten „Maundy coins“ in der Anzahl der Lebensjahre der Queen.

Der Karfreitag wiederum ist der Good Friday und ein guter Tag, Petersilie zu pflanzen. Einst glaubte man nämlich, dass Petersilienkraut, bevor es keimt, sieben Mal aus der Hölle und zurück ging und somit ideal dafür geeignet sei, das Böse zu bekämpfen. Außerdem werden am Karfreitag fleißig Eier bemalt.

Während der eigentlichen Ostertage geht’s dann vor allem ums Ostereier suchen und um Osterparaden. Auch gibt es eine lustige Tradition namens „Eierrollen“, bei der mancherorts Eier einen Hügel heruntergerollt werden. Das schnellste Ei gewinnt! Und ansonsten gibt es natürlich auch in Großbritannien leckeres Essen. Drei typische Osterspezialitäten aus Großbritannien zeigen wir dir im Folgenden:

Und sonst noch so?

Man sieht: Irgendwie scheint Ostern auch international die Zeit des Hefegebäcks zu sein – wie man an den Traditionen der verschiedenen Ländern so sieht. Und damit hört es ja auch längst nicht auf: In Frankreich werden zu Oster typischerweise Brioche-Brötchen gebacken, in Griechenland wiederum ein Hefezopf namens Tsoureki.

Besonders ausgefallen kommt da doch eher der finnische Osterklassiker daher – ein süßer Malz-Pudding mit dem Namen Mämmi.


Wir hoffen, du bist in unserer Auswahl an internationalen Osterrezepten fündig geworden. Viel Spaß beim Kochen und Backen! Die EAT-CLUB-Redaktion wünscht frohe Ostern!