Bier ist lecker. Bier ist gesellig. Bier macht glücklich. Kurzum: Bier ist einfach super – und so verwundert es uns mal so gar nicht, dass man dem Gebräu einen eigenen Ehrentag gewidmet hat. An jedem ersten Freitag im August wird der Internationale Tag des Bieres gefeiert – 2022 fällt das auf den 5. August. Ein willkommener Anlass, sich mit Freunden zu treffen und eine köstliche Hopfenkaltschale zu zischen.

Eine tolle Möglichkeit, jene Männer und Frauen zu ehren, die uns das Bier brauen. Und natürlich auch eine gute Gelegenheit, einen genauen Blick auf eines unserer liebsten Erfrischungsgetränke schlechthin zu werfen. Wir haben uns mal umgeschaut und sind auf elf skurrile Bier-Mythen gestoßen – die wir unbedingt mit dir teilen wollen. Und selbstverständlich wollen wir dann auch gleich checken, was dahinter steckt…

Zum Internationalen Tag des Bieres – Mythos 1: „Bier auf Wein, das lass sein“

Eine Lebensweisheit, die sicher jeder schon mal von vermeintlich weisen Personen zugetragen bekommen hat. Manch einer hat sich vielleicht sogar daran gehalten – und sich somit selbst massiv bei einem feucht-fröhlichen Abend eingeschränkt. Belegt ist dieser Mythos allerdings nicht.

Man geht mittlerweile eher davon aus, dass diese Redewendung einen historischen Ursprung hat. Bier war einst das Getränk ärmerer Leute, während Wein vor allem vom vornehmen Volk geschlürft wurde. Bestellte man einst beim Wirt erst Wein und dann Bier (also „Bier auf Wein“), dann galt das mehr oder weniger als sozialer Abstieg. Andersherum, also erst Wein, dann Bier, war viel erstrebenswerter.

Mythos 1: Nicht belegt!

Mythos 2: Bier macht müde

Nach dem siebten Glas Gerstensaft ist manch einer vielleicht schon mal erschöpft mit der Stirn auf die Tischplatte geknallt – was aber mit allen anderen alkoholischen Drinks auch passiert sein dürfte.

Was ist also dran am Mythos, Bier mache müde? Tatsächlich gilt der im Bier enthaltene Hopfen als ein natürliches Beruhigungsmittel, das zum einen entspannt und zum anderen auch die Schlafbereitschaft fördert. Aber ob das auch für den Konsum von Bier gilt? Ja, Bier entspannt die Nerven und kann in Maßen genossen zu einer gemütlichen Grundstimmung führen. Manch eine obergärige Spezialität allerdings macht aber wiederum so richtig wach und sorgt für schlaflose Nächte.

Mythos 2: Nur bedingt richtig. Und auch nur bei speziellen Biersorten.

Mythos 3: „Es gibt kein Bier auf Hawaii…“

Naaa? Haben wir dir soeben einen fetten Ohrwurm verpasst? Gern geschehen! Sicher kennt vermutlich jeder den berühmten Schlagersong aus den 1960er Jahren – und würde man die Kernaussage für bare Münze nehmen, wären die Hawaiianer vermutlich ziemlich beleidigt. In Wirklichkeit gibt es auf Hawaii ganz schön viele Brauereien – laut einiger Reiseführer sogar über 100 an der Zahl!

Beliebte Marken: „Gordon Biersch Brewing“, „Keoki Brewing Company“ sowie „Maui Breweing Co.“. Warum Schlager-Barde Paul Kuhn also auf eine solche Aussage kommt… wer weiß das schon so genau. Vielleicht hatte er ja einst mal eine ziemlich trostlose Sauftour im Urlaubsparadies hinter sich…

Mythos 3: Totaler Blödsinn!

Ein Glas Bier steht am Strand
Kein Bier auf Hawaii? Das wäre ja furchtbar – und ist vor allem komplett falsch. © Shutterstock/Merydolla

Mythos 4: Bier sorgt für einen größeren Vorbau

Wer braucht schon eine Brustvergrößerung vom plastischen Chirurgen, wenn man auch einfach Bier trinken kann. Ganz viel. Klingt komisch, ist aber ein geläufiger Mythos rund um den Bier-Konsum.

Nun ja. Tatsächlich werden zum Brauen von Bier weibliche Hopfenblüten verwendet – und diese enthalten östrogenähnliche Hormone. Wenig verwunderlich, dass irgendwer dann geglaubt hat, vom Bier trinken könnten größere Brüste wachsen. Allerdings sind nach dem Brauen nicht mehr allzu viele diese Hormone übrig…

Mythos 4: Eher sehr, sehr, seeehr unwahrscheinlich.

Mythos 5: Dosenbier schmeckt anders als Flaschenbier

So ein eisgekühltes Bier direkt aus der Flasche ist doch wirklich etwas Feines. Jeder, der stattdessen ein Bierchen aus der Dose zischen muss, hat schon mal den schlechteren Geschmack moniert. Doch macht das wirklich Sinn? Oder ist alles bloße Einbildung?

Überraschung: Dosenbier schmeckt tatsächlich anders als Bier aus der Flasche. Und das hat auch einen ziemlich simplen Grund. Wenn das Bier in der Dose landen soll, wird es zuvor nochmals erhitzt – und das wirkt sich freilich auch auf den Geschmack aus.

Mythos 5: Stimmt wirklich!

Mehrere Bierdosen von schräg oben.
Unglaublich: Tatsächlich schmeckt Dosenbier anders als Bier aus der Flasche. Aus gutem Grund! © Getty Images/ Creativ Studio Heinemann

Mythos 6: Warmes Bier hilft bei Erkältungen

Erkältungen sind unglaublich lästig. Man braucht Unmengen an Taschentüchern, Nasenspray und oftmals auch allerlei Tabletten. Wie schön es da wäre, wenn statt all der Medikamente und Co einfach ein warmes Bier helfen würde, die Beschwerden loszuwerden. Es gibt in der Tat einen Mythos, laut dem warmes Bier bei Erkältungen helfen kann.

Und so ganz falsch ist das Ganze sogar nicht: Die im Bier enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle wirken wirklich antibakteriell. Aber: Alkohol wiederum schwächt das Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser. Beides nicht eben von Vorteil, wenn man einen Infekt auskurieren will.

Mythos 6: Zwar nicht falsch – richtig aber irgendwie auch nicht.

Mythos 7: In der Sonne macht Bier schneller betrunken

Im Winter kann dir das eine oder andere Feierabendbierchen nichts anhaben – beim Biergarten-Besuch im Sommer knallt bereits das erste Glas? So ergeht es vielen Menschen, weshalb der Mythos umgeht, dass Bier, getrunken in der Sonne, schneller betrunken macht.

Und auch wenn es gerade im Sommer deutlich mehr Spaß macht, sich am Flüssigbrot zu laben, ist es leider wirklich wahr: Je höher die Temperaturen, desto heftiger knüppelt einen die alkoholische Keule auch nieder. Bei Hitze schwitzt man eben schneller, der Körper verliert Wasser. Und eben dadurch steigt die Alkoholkonzentration im Blut. Dazu kommt noch der eher unglückliche Umstand, dass man bei höheren Temperaturen auch dazu neigt, mehr Flüssigkeit (oft auch in form von Bier…) in sich hineinzukippen. Ein Teufelskreis…

Mythos 7: Stimmt. Leider, leider.

Kölner Bierbörse: Zwei Kölsch auf einem Biergartentisch, im Hintergrund unscharf die bunten Häuserfassaden am Rheinufer.
In der Sonne getrunken setzt einem Alkohol deutlich mehr zu. © Shutterstock/ engel.ac

Mythos 8: Keiner trinkt so viel Bier wie die Deutschen

Wir Deutschen bilden uns ja schon ganz schön viel auf unseren Bierkonsum ein. Wie erstrebenswert das nun ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber auch, dass im Ausland Bier irgendwie mit Deutschland konnotiert wird – mal abgesehen von Lederhosen, Brezeln und Sauerkraut.

Werfen wir mal einen Blick auf die Zahlen: Laut Statista haben die Deutschen im Jahr 2021 durchschnittlich rund 92 Liter pro Kopf getrunken, ein ähnlicher Wert wie im Jahr davor. Damit liegt Deutschland weltweit gesehen aber nicht auf Platz 1, sondern – ach du Schreck – nur auf dem fünften Platz!

Die unangefochtenen Sieger waren 2022 die Tschechen mit einem Pro-Kopf-Konsum von 181,9 Litern. Da weiß man gar nicht, ob man ehrfürchtig den Hut ziehen , oder einige Telefonnummern für die Suchtberatung herauskramen soll…

Platz 2: Österreich – mit einem Pro-Kopf-Konsum von 96,8 Litern im Jahr 2020
Platz 3: Polen – mit einem Pro-Kopf-Konsum von 96,1 Litern im Jahr 2020
Platz 4: Rumänien – mit einem Pro-Kopf-Konsum von 95,2 Litern im Jahr 2020
Platz 5: Deutschland mit einem Pro-Kopf-Konsum von 92,4 Litern im Jahr 2020

Mythos 8: Nix da!

Mythos 9: Bier trinken sorgt für einen Bierbauch

Wer hätte es gedacht? Wir brauchen nun gar nicht auf all die Formen, Größen und Ausmaße sogenannter Bierbäuche eingehen, denn: Bierbäuche gibt es, streng genommen gar nicht.

Okay, okay – der Begriff ist längst in den Sprachgebrauch übergegangen und wird sich vermutlich so schnell auch nicht eliminieren lassen. De facto ist es aber so, dass Bier nicht direkt dick macht. Mit etwa 35 Kalorien auf 100 ml hat Bier deutlich weniger Kalorien als Fruchtsaft (circa 60 kcal/100 ml), Milch (circa 65 kcal/100 ml) oder Kola (circa 45 kcal/100 ml). Den Wein unterschlagen wir an dieser Stelle einfach mal.

Bei einer Studie in London haben diverse Wissenschaftler Daten von Frauen und Männern verglichen und Bier-Konsum und BMI ins Verhältnis gesetzt. Es konnte tatsächlich kein Zusammenhang festgestellt werden.

Eine Sache muss man aber dennoch bedenken: Wer ein Bierchen gepichelt hat, hat gern auch mal ein wenig mehr Appetit, vor allem auf Deftiges. Sobald man einen im Tee hat, sinken schnell mal alle guten Vorsätze und statt des zum späten Abendessen geplanten Salats wird es dann doch mal eine Vier-Käse-Pizza. Mit Salami. Und Hackfleisch. Und Sauce hollandaise. Und man muss nun kein Genie sein um zu erkennen, dass solche Gepflogenheiten dann sehr wohl ohne Umwege auf den Hüften landen…

Mythos 9: Stimmt nicht. Also nicht direkt.

Mythos 10: Weizenbier macht einen schlimmeren Kater als Pils & Co

So toll und super Bier auch ist, es hat auch seine Schattenseiten – und die wartet für gewöhnlich am nächsten Morgen auf einen, wenn man die optischen Schäden der feucht-fröhlichen Nacht im Spiegel begutachtet… während man in der Hausapotheke verzweifelt nach Kopfschmerztabletten kramt.

Alkohol führt nicht selten mal zu einem Kater, wenn man es übertreibt. Doch es kursiert das Gerücht, dass Weizenbier für einen schlimmeren Kater sorge als anderes Bier. Wer auch immer das behauptet hat: Es scheint sich um einen Profi gehandelt zu haben. Tatsächlich sind im Weizenbier mehr von sogenannten Fuselalkoholen enthalten, die während des Gärprozesses als Nebenprodukt entstehen. Sie dienen als Geschmacksträger, werden im Körper selbst dann aber in Giftstoffe umgewandelt. Und das wiederum sorgt für den dickeren Kopf. Au wei!

Mythos 10: Stimmt!

Mythos 11: Mit dem Konterbier dem Kater an den Kragen (?)

So oder so: Wenn man dann schon nach zu viel Krawallbrause mit hämmerndem Schädel aufgewacht ist, versucht sich manch einer an Schadensbegrenzung. Die einen greifen zu angesprochenen Kopfschmerztabletten und anderen Nährstoffen in Kapselform, andere kippen literweise Softdrinks in sich hinein und futtern Sachen mit einem Haufen an Elektrolyten – und andere wiederum schwören auf das gute, alte Konterbier. Insofern der Wochentag und/oder die Lebensumstände das denn zulassen.

Aber ist es wirklich so? Kann man einen Kater bekämpfen, indem man sich die Beschwerden einfach wegtrinkt?

Tatsächlich kann das Konterbier dafür sorgen, dass es einem für den Moment etwas besser geht. Allerdings: Damit verzögert man am Ende nur den unausweichlichen Prozess des Ausnüchterns. Der Kater tritt mit einem Konterbier einfach nur etwas später ein. Ob es das wert ist? Muss man dann wohl für sich selbst entscheiden…

Wer den Kater hingegen loswerden will, der sollte sich lieber für elektrolythaltige, alkoholfreie Getränke entscheiden – etwa für Fruchtschorlen und viiiel stillem Wasser.

Mythos 11: So halb…

Wir haben da doch deutlich bessere Tipps gegen einen Kater für dich gesammelt – lies mal!