Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine rein pflanzliche Ernährung – und entscheiden sich daher statt für Fleisch für eine der verschiedenen veganen Varianten, etwa Tofu. Doch beim Tofu ist es ja immer so eine Sache. Richtig zubereitet ist er aromatisch, knusprig und lecker – die Realität sieht aber oft anders aus. Oft liegen da labbrige, gar wässrige Streifen auf dem Teller, die geschmacklich nicht viel mehr hergeben, als die Konsistenz.

Dabei bedarf es allerdings nur weniger kleiner Tricks und schon ist der Tofu knusprig uns super lecker. Bei uns erfährst du alles.

Knuspriger Tofu? Erstmal die Sorten unter die Lupe nehmen

Tofu wird in verschiedenen Varianten zum Kauf angeboten – und nicht jede davon lässt sich auch für jeden Zweck einsetzen. Bei all diesen Tofu-Produkten sind Sojaproteine die Hauptzutat, aber in Sachen Geschmack, Aussehen und Konsistenz können deutliche Unterschiede bestehen. Manche davon eignen sich gar nicht, knusprig gebacken zu werden. Ein kurzer Überblick:

  • Seidentofu: Der Name verrät es bereits – Seidentofu ist in seiner Konsistenz zart und fein, hat dabei eine glatte Oberfläche. Das kommt vor allem daher, dass er bei seiner Herstellung nicht bzw. nur wenig gepresst wird und entsprechend viel Flüssigkeit enthält. Auch der Grund, warum er sich zum Anbraten nicht sonderlich gut eignet. Dafür aber kann man ihn toll pürieren und in Suppen, Desserts, Cremes oder auch Aufstrichen verwenden – etwa in unserem selbst gemachtem, veganen Frischkäse.
  • Naturtofu: Sieht irgendwie aus wie eine Mischung aus Halloumi und Feta. Hierbei handelt es sich für gewöhnlich um eckige Blöcke mit einer festen Konsistenz. Er lässt sich in Scheiben schneiden, zerkrümeln, hacken und vieles mehr. Wie hoch der Flüssigkeitsgehalt in Naturtofu ist, kann von Hersteller zu Hersteller abweichen. Wer also auf der Suche nach dem idealen Naturtofu zum Anbraten ist, sollte mal ein paar Sorten ausprobieren.
  • Räuchertofu: Im Prinzip ist Räuchertofu auch nur Naturtofu, allerdings gewürzt mit Sojasauce und anderen Gewürzen. Man kann ihn handhaben wie auch normalen Naturtofu, muss allerdings beim Umgang mit den Gewürzen etwas behutsamer vorgehen.

Knuspriger Tofu: So wird’s gemacht

Nach dem kleinen Tofu-Exkurs sollte also schon mal klar sein: Wenn du knusprigen Tofu willst, versuch es besser nicht mit Seidentofu. Das erspart dir Frust. Und die richtige Auswahl bei der Sorte ist schon mal der erste Schritt in Richtung knuspriger Tofu.

Dennoch: Auch wenn Natur- und Räuchertofu ziemlich fest sind, enthalten beide noch immer ziemlich viel Flüssigkeit. Wer also einfach das Messer zückt, alles in kleine Scheiben oder Stücke schneidet und das Ganze anbrät, dürfte alles andere als ein knuspriges Erlebnis bevorstehen. Also, unbedingt Folgendes beachten:

Tipp 1: Tofu auspressen

Tofu auspressen klingt irgendwie komisch, ist aber ungemein effektiv. Einfach den Tofu-Block zwischen mehrere Lagen Küchenpapier legen und mit dem dicksten Buch beschweren, dass du bei dir in der Wohnung finden kannst. Wenn du nicht so die Leseratte bist, tut es auch ein großer, schwerer Topf oder eine Pfanne. Das Ganze nun einfach 15 bis 20 Minuten stehen lassen, dann entweicht eine Menge Flüssigkeit aus dem Tofu. Je mehr Flüssigkeit herauskommt, desto krosser und bissfester wird dein gebratener oder frittierter Tofu später auch werden.

Tipp 2: Tofu marinieren – aber richtig!

Klar, eine Marinade sorgt nicht nur beim Fleisch erst für richtig Geschmack, sondern auch beim Tofu. Für gewöhnlich landen neben Würzsaucen und anderen Gewürzen aber auch Öl in der Marinade – und das ist beim Tofu eine richtig schlechte Idee.

Das Öl legt sich nämlich wie ein Film um den Tofu – und der verhindert, dass Gewürze und Aromen gut einziehen können. Wäre ja auch schade drum.

Wie genau du den Tofu dann marinieren willst, hängt natürlich davon ab, was du auftischen willst. Wird es etwas Asiatisches, so kannst du 5 EL Sojasauce mit 1 EL Tomatenmark, 1 EL Reisessig, 1 TL Zucker, einer zerkleinerten Zwiebel (oder zwei Frühlingszwiebeln), gehacktem Knoblauch und gehackter Chilischote vermischen und den Tofu darin vier Stunden marinieren.

Du willst mediterran kochen? Mische 2 EL Zitronensaft mit 2 EL Wasser, einer gehackten Zwiebel, Salz, Pfeffer und mediterranen Kräutern. Oregano, Thymian, Rosmarin und auch Basilikum sind möglich. Tofu darin vier Stunden marinieren.

Tipp 3: Tofu vor dem Braten in Stärke wenden

Nun haben wir den Tofu entwässert und mariniert, da geht es auch schon weiter in der Zubereitung. Wer sich knusprigen Tofu wünscht, der sollte diesen vor dem Braten am besten nochmal in Speise- oder Maisstärke wenden. So wird eventuell verbliebene Flüssigkeit aufgenommen und beim Braten entsteht eine schöne Bräunung. Und das Ganze wird glatt noch knuspriger!

Tipp 4: Die richtige Pfanne nehmen

Suuuper wichtig: Wenn du Tofu anbraten willst, achte unbedingt darauf, dass du eine Pfanne mit einer intakten Antihaftbeschichtung wählst. Tofu hat nämlich die Neigung, hier und da mal anzubrennen – und alles, was vielleicht knusprig geworden wäre, hängt dann beharrlich am Pfannenboden. Muss ja nicht sein.

Tipp 5: Nicht mit dem Öl geizen

Egal wie gut die Antihaftbeschichtung deiner Pfanne ist: Nimm unbedingt ausreichend Öl zum Braten. Und bitte nicht irgendein Öl, denn nicht jedes Öl eignet sich für jeden Zweck. Eine hitzeresistente Variante wäre optimal – in unserem Ratgeber kannst du dazu mehr nachlesen.

Und apropos heiß: Das Öl sollte auch so richtig richtig heiß sein, ehe der Tofu in der Pfanne landet. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, kannst du den Kochlöffeltest machen. Einfach den Stiel eines nassen Holz-Kochlöffels ins heiße Öl tauchen. Bilden sich Bläschen am Holz, ist das Fett heiß genug. So angebraten wird der Tofu außen knusprig und innen schön weich.


Zugegeben: Zwar muss man für knusprigen Tofu einige Tipps beherzigen, aber sie funktionieren tatsächlich. Und das überaus erfreuliche Ergebnis ist jede kleine Extra-Mühe wert. Probier‘ es unbedingt mal aus, wir haben auch gleich die passenden Rezept-Vorschläge für dich: