Es gibt schon ziemlich schräge Feiertage, wie etwa den „Welt-Fischbrötchen-Tag“ (1. Mai) oder den „Blaubeereis-am-Stiel-Tag“ (2. September). Aber auch der Tag der heißen Maronen am 14. Dezember reiht sich für mich nahtlos in die Reihe der Sinnlos-Feiertage ein. Na, ja… nicht ganz so sinnlos. Immerhin frage ich mich: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Maronen und Esskastanien? Von Maronen weiß ich zumindest, dass sie auf jedem guten Weihnachtsmarkt angeboten werden. Steigen mir deren Röstaromen in die Nase, signalisiert irgendeines meiner Körperteile: „Hunger“ – obwohl es gerade Pommes gab. Mit Mayo und Ketchup!

Maronen und Esskastanien: Unterschied und Verwandtschaft

Die Früchte des Kastanienbaumes werden übergreifend Kastanien genannt. Maronen sind gezüchtete Sorten der Edelkastanie und schmecken schön nussig. Esskastanien stammen ebenfalls von der Edelkastanie ab, schmecken aber nicht so intensiv. Darüber hinaus sind sie kleiner und runder als Maronen. Beide kommen ursprünglich aus der Region ums Schwarze Meer. Auf dem deutschen Markt werden in der Regel Maronen und Esskastanien aus Frankreich, Italien und der Pfalz – dem größten deutschen Anbaugebiet – angeboten. Beliebt sind sie beide, die Marone schmeckt allerdings süßer und eben intensiver.

Warenkunde – Maronen und Esskastanien

Die Maronen- und Esskastaniensaison beginnt im September und reicht bei einigen Sorten bis in den Dezember hinein. Kaufen kann man sie teilweise sogar von Anfang September bis März. Das ganze Jahr über sind Esskastanien und Maronen aber auch in getrockneter Form, in Konserven oder als Püree erhältlich.

Die eigentliche Ernte ab Ende September aber ist besonders einfach. Die reifen Früchte können nämlich einfach vom Boden aufgesammelt werden. Aber lange nicht alle Kastanienarten sind essbar! Die bei uns am häufigsten vorkommenden Kastanienbäume sind Rosskastanien, welche nicht mit den essbaren Edelkastanien verwandt sind.

Noch ein Maronen- und Esskastanien-Unterschied: Die stachelige grüne Hülle ist bei Esskastanien viel feiner als die der Rosskastanie. Reif sind die Früchte, wenn die grüne Schale aufgebrochen ist und die braunen Früchte sichtbar sind.

So einfach werden Maronen zubereitet

Die ursprünglichste Zubereitungsart der Maronen ist auch meine liebste: Maronen kreuzweise einschneiden und so lange in der Pfanne über einem Lagerfeuer rösten, bis die Schale platzt. Vorher die Finger davon lassen, auch wenn es noch so gut riecht. Das geht natürlich auch in einer Pfanne auf dem Herd oder im Backofen, klar. Aber über dem Lagerfeuer ist es schöner. Ansonsten liebe ich die deftige Maronensuppe mit Speck und Pilzen sowie eine cremige Putenroulade mit Maronenfüllung. Mist, irgendeines meiner Körperteile signalisiert wieder „Hunger“. Und es gab keine Pommes.

Ansonsten sind Maronen eine klassische Beilage von Wildgerichten und sie veredeln Gemüse. Wir haben ein paar Beispiele, mit denen sie wunderbar harmonieren:

Darüber hinaus werden Gänse, Enten und Wildbret mit Maronen gefüllt. Sie schmecken aber auch süß: In Frankreich sind karamellisierte „Marrons glacés“ eine feine und teure Spezialität. Und auf Korsika wird sogar Bier aus Kastanien gebraut. Vermischt mit Weizen- oder Dinkelmehl eignen sich Maronen für herzhafte und süße Backwaren. Noch ein Tipp: Kastanienmehl ist glutenfrei und kann daher für die Ernährung bei Zöliakie eingesetzt werden.

Können Maronen und Esskastanien gelagert werden?

Frisch gesammelte Früchte kannst du bis zu einem Monat lang lagern. Am besten eignet sich dafür ein Plastikbeutel, in den du ein paar Löcher stichst. Pack die kleinen braunen Dinger da hinein und lagere sie am besten im Kühlschrank. Bei Raumtemperatur hingegen verlieren sie schnell an Geschmack und beginnen zu keimen.

So, nun wundere ich mich immer noch über Feiertage wie etwa den „Mittagessen-ist-wichtig-Tag“ (13. April), „Iss-was-Du-willst-Tag“ (11. Mai) sowie den vollkommen beknackten „Kein-schmutziges Geschirr-Tag“ (18. Mai). Aber immerhin kenne ich nun den Unterschied zwischen Maronen und Esskastanien.