Es ist endlich soweit: Nach einem Haufen mexikanisch angehauchter Rezepte und viel Geschwätz über meine Gewürzsammlung ist es an der Zeit, dir endlich mitzuteilen, welche Gewürze du haben solltest, um authentisch mexikanisch zu kochen. Vorbei sind die Zeit von „Mexikanisches Gewürz“, fertig abgepackt aus dem Supermarkt. Natürlich handelt es sich um einen Auszug, der einem Grundvorrat ähnelt, mithilfe derer du daheim schon ziemlich weit kommst. In jedem Fall wirst du dir auch punktuelle Ergänzungen zulegen. Wer nämlich einmal angefangen hat, Gewürze zu sammeln, wird davon nicht loskommen. Jedes einzelne Gewürz wird deine kulinarische Perspektive verändern und deine Möglichkeiten erweitern – versprochen! Bloß keine Scheu also, beim mexikanischen Spezialitätenladen, dem Gewürzhändler deines Vertrauens oder online zu bestellen. Empfehle ich dir übrigens im Namen der Redaktion. Natürlich gibt es besonders in der Küche jede Menge Überschneidungen mit anderen Küchen. Das verdanken wir den Gewürzhändlern früherer Tage. Viel Spaß beim Einkaufen!

Mexikanische Gewürze: Trockenes und Pulverisiertes

  • Annato/Achiote: Ein natürliches Färbemittel, leicht harziges Aroma. Ideal für Saucen/Marinaden/Eintöpfe. Auch als Paste verfügbar.
  • Piment/Allspice: Aufgrund des Namens oft als Mischung angeboten, aber das ist ein fieser Irrtum. Auch bekannt als Jamaican Pepper.
  • Anis: Spielt mehrere Hauptrollen, vor allem in der weltbekannte mole poblano.
  • Kakao: Hierzulande als Getränk und zum Backen beliebt, ist es in Mexico auch als Gewürz weit verbreitet.
  • Zimt: Die bekannte Rinde wird auch in Mexiko verwendet.
  • Nelke: Gerne in Süßspeisen, aber auch in Eintöpfen.
  • Chili: Naja…. siehe unten.
  • Koriandersaat: Coriander ist nicht Cilandro. Die Saat sind nicht die Blätter in getrockneter Form. Beim Kauf unbedingt aufpassen.
  • Kumin/Kreuzkümmel: Kreuzkümmel oder Kumin ist vermutlich eines der prägendsten Gewürze des Landes.
  • Muskatnuss: Kommt häufig in kakaohaltigen Getränken zum Einsatz, aber auch zu Huhn.
  • Sesam: Sehr wichtige kleine Körnchen, die in Mexiko gerne als Topping oder gestoßen als Paste oder Mole genutzt werden.
  • Knoblauchpulver: Standard in allerlei Gewürzmischungen und Rubs
  • Zwiebelpulver: Ähnlich wie das Knoblauchpulver verwendet in Mischungen und Rubs.
  • geräucherte Paprika: Eine Besonderheit, wenn es rauchig werden soll. Gerne auch in Rubs.

Mexikanische frische und getrocknete Kräuter

Auch in Mexiko verwendet man Klassiker wie Thymian, Minze und Rosmarin oder Lorbeer. Diese sind zwar nicht spezielle mexikanisch, sind aus der Landesküche jedoch nicht wegzudenken. Da sie jedoch eigentlich in jede Küche gehören, werden sie hier ausgespart.

  • Mexikanischer Oregano: Mexikanischer Oregano, den man btw sogar hier als Balkonkraut kaufen kann, ist sehr zitronig bis grasig. In Salsas und und Chili-Gerichten Standard.
  • Mexikanischer Basilikum: Wird nicht umsonst Zimt-Basilikum genannt. Gibt es, wie den mexikanischen Oregano, sogar als Topf im Gartencenter.
  • Koriander: Frischer Koriander spaltet die Menschen. Dennoch ist er in Mexiko das Würzkraut Nr. 1.
  • Epazote: Diese auch Teekraut genannte Pflanze kommt vor allem bei Gerichten mit Hülsenfrüchten zum Einsatz. Ähnlich dem Bohnenkraut.
  • Avocado-Blätter: Bisher hierzulande noch unbekannt, gibt es bestimmte Avocado-Arten, deren Blätter als Gewürz für z.B. schwarze Bohnen dienen.
  • Hoja Santa: Die auch als Mexikanischer Blattpfeffer bekannte Pflanze hat ein wunderbar pfeffriges Arome. Tamales werden darin gewickelt gegart. Auch in Schmorgerichten wird es verwendet.

Chilisorten ohne Wenn und Aber

Zu den mexikanischen Gewürzen zählen natürlich Chilis. Wenn du mehr zu den Chilisorten erfahren möchtest, empfehle ich dir unseren Beitrag zu den beliebtesten Chilisorten. Hier gehen wir auch auf Schärfegrad, Geschmack und Herkunft ein. Chilis finden nicht nur als Pulver Verwendung, sondern auch im Ganzen. Getrocknete, ganze Chilis werden rehydriert, wenn sie benötigt werden. Frische Chilis sind natürlich die Essenz der Salsas und somit nicht wegzudenken.

  • Poblano
  • Pasilla
  • Guajillo
  • Ancho
  • Jalapeño/Chipotle
  • Serrano
  • De Arbol
  • Chiltepin
  • Habanero

Auch Gewürzmischungen stellen natürlich immer Ausnahmen dar und sollen an anderer Stelle Erwähnung finden. Eine Ausnahme, deren Zusammenstellung aus den Gewürzen nur schwerlich zu leisten ist, ist Tajin. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Salz, Chili und dehydrierter Limette. Es steht in jedem mexikanischen Haushalt und ich kenne (einen) Menschen, der diese Würze in nahezu alles macht. Aber da es nirgendwo an Bäumen wächst, fehlt es in der Liste. Aber das MUSST du haben und zumindest mit deinen mexikanischen Gerichten servieren, sonst machst du nur Spaß. Hast du dir erstmal diesen Grundvorrat angelegt, kann’s auch losgehen mit diesen Gerichten:

Solltest du Lust auf andere Landesküchen bekommen haben, schau doch in unsere Beiträge zu japanischen Basiszutaten und den koreanischen Gewürzen. Hier findest alles, was du brauchst, um authentisch japanisch und koreanisch zu kochen.

Schlusswort

Wir im EAT CLUB legen Wert auf Hintergrundwissen und wollen dir immer ein Stück weit mehr mitgeben als blanke Rezepte. Dazu gehört auch, die Authentizität der Landesküchen zu transportieren, um Wertschätzung und Respekt zu vermitteln und die Chance zu nutzen, in kulturellem Austausch gewinnbringend miteinander in den Dialog zu treten. Wir denken, dass Essen, Trinken und Kochen Potenziale in sich tragen, Grenzen zu überschreiten und Sprachbarrieren zu durchbrechen. Wichtig jedoch ist, dass es keine Doktrinen gibt und keine Oberlehrer-Attitüde. Wissen soll man teilen, Menschen lieben und das Essen feiern; gerade jetzt, wenn es zunehmend schwerfällt, Frohsinn zu entwickeln. In der Küche geht das fast immer. Also lasst uns kochen!