Es ist wieder soweit: Menschen gehen in gebückter Haltung durch Wälder und richten ihren Blick starr auf den Boden. Manchmal verlaufen sie sich und manchmal stoßen sie zusammen. Das ist ein Risiko beim Pfifferlinge sammeln. Leider nicht das einzige.

Pfifferlinge sammeln – vorher gut informieren

Pilze sammeln macht Spaß, dies weiß jede*r, der mal dabei war. Pilze sammeln kann aber auch gefährlich beziehungsweise tödlich enden. Die klassischen Vergiftungserscheinungen sind Unwohlsein, Durchfall und Erbrechen. Richtig gefährlich wird es aber, wenn man einen Knollenblätterpilz gesammelt und verspeist hat. Auch wenn du nur eine geringe Menge gegessen hast, kannst du sterben. Und das Tückische: Manchmal treten die Symptome erst nach ein paar Tagen auf.

Bevor ich also erkläre, worauf du beim Pfifferlinge sammeln achten solltest, widme ich mich den wichtigsten Regeln.

Pilze suchen – die wichtigsten Regeln

Pilze sammeln ist kein ungefährlicher Spaß, denn es gibt allein in Deutschland rund 100 giftige Pilzarten. Und der Genuss einiger dieser Gesellen kann tödlich enden. Deshalb rate ich dringend:

  1. Überlege, welche Pilze du sammeln möchtest. Möchtest du Pfifferlinge sammeln, dann lies dich in das Thema ein. Und präge dir die Erkennungsmerkmale der Pilzsorte ein. Lade darüber hinaus Bilder von Pfifferlingen auf dein Handy.
  2. Kaufe dir ein gutes und vor allem aktuelles Buch über Pilze. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. kann dir sicherlich welche empfehlen. Denn Opas Bücher von 1974 sehen bestimmt toll aus, sind aber nicht mehr auf dem neuesten Informationsstand.
  3. Eine Pilz-App kann niemals ein gutes Buch ersetzen. Punkt!
  4. Überall in Deutschland werden seriöse Pilz-Seminare angeboten. Dort lernst du alles Wichtige.
  5. Warst du Pfifferlinge sammeln oder deren Artgenossen, dann wende Dich an eine Pilzberatung. Dort kannst du – in der Regel – kostenlos die gesammelten Exemplare vorzeigen. Denn zahlreiche Pilz haben Doppelgänger. Oder sie bergen die Eier eines Fuchsbandwurmes in ihrem Inneren.
  6. Hast du die Schwammerl gegessen und dir geht es anschließend nicht gut? Dann zögere nicht und wähle den Notruf 112. Es gibt auch spezielle Giftnotrufe in jeder Region Deutschlands, die suchst du dir am besten vorher raus und speicherst sie in deinem Handy.
  7. Im Zweifelsfall einen Pilz lieber stehen lassen, denn giftige Pilze können im Korb alle anderen verderben.

So jetzt kennst du die wichtigsten Regeln, die du vor dem Pilze sammeln kennen und beachten solltest. Jetzt geht weiter mit unseren speziellen Freund*innen: den Pfifferlingen – nachdem wir uns mit diesen Pfifferling-Rezepten schon mal Hunger geholt haben.

Einen Tipp habe ich noch: Ziehe eine lange Hose an und stecke die Hosenbeine in die Socken. Darüber hinaus ist auch ein langärmliges Hemd eine gute Wahl. Warum? Ab März und bis Ende Oktober muss man mit dem Auftreten von Zecken im Wald rechnen. Und die willst du nicht haben, glaube mir.

Pfifferlinge sammeln – Tipps und Tricks

Du hast dich gut vorbereitet, du kennst die Regeln und möchtest loslegen? Prima, dann lies jetzt weiter:

  1. Ich gehe in die Pilze und nehme mit: Einen luftigen Korb, ein scharfes Messer, einen weichen Pilz-Pinsel und dein aktuelles Pilzbuch. Ich empfehle ein sehr scharfes Klapp- oder Taschenmesser, denn deren Klinge kannst du wieder versenken. Damit sinkt die Gefahr, dich zu schneiden.
  2. Du bist sicher, dass es sich um einen Pfifferling handelt. Dann schneidest du ihn mit dem Messer oberhalb der Erde ab. Das Loch deckst du mit Erde ab, damit der Rest nicht austrocknet.
  3. Sammle bitte nicht alle Pilze an einer Stelle. Ein paar Exemplare sollten immer stehen bleiben.
  4. Du drehst den Pilz in der Hand vorsichtig um und schaust dir die Unterseite an. Pfifferlinge sind zum Beispiel klein, goldgelb und tragen ein Hütchen, welches an der Unterseite Lamellen hat. Ihr Fleisch ist fest und sie riechen nicht muffig.
  5. Dann holst du den Pilz-Pinsel raus und säuberst den Pilz von dem groben Schmutz.
  6. Im Korb braucht der Pinsel dann Platz, es soll kein Gedränge entstehen.
  7. Du sammelst nur so viele Pfifferlinge, wie du auch essen wirst.

Jetzt hast du schon mal eine gute Basis, um Pfifferlinge zu sammeln. Besuche doch mal unsere Kochschule. Dort haben wir noch viel mehr Wissenswertes über Pilze zusammengetragen. Viel Spaß beim Stöbern: