Heute, am 1. Juni, feiert man in Amerika den Tag der Olive. Hä? USA und Olive – das klingt wie Japan und Risotto. Bevor ich mich aber diesem Umstand widme, kommt erstmal wieder mein wissensdurstiger Neffe ins Spiel. Denn der überraschte mich mit der Frage, ob Oliven eigentlich ein Obst oder ein Gemüse sind. Ich stand da wie ein Ochse am Berg. Atmen, nachdenken, nachlesen und jetzt kenne ich die richtige Antwort.

Oliven – Obst oder Gemüse?

Meine Intuition war glasklar: Oliven gehören zum Obst. Aaaaber: Ich habe ein monothematisches Kochbuch zum Thema Gemüse. Und dort widmen sich die Autoren auf mehreren Seiten der Olive. Sowie auch dem Blumenkohl, dem Spinat und den Bohnen. Allesamt Gemüsesorten. Aber Oliven sind Steinfrüchte mit einem essbaren Fruchtfleisch, und somit glasklar Obst. Weitere Steinfrüchte sind etwa Mirabellen, Mangos und Pflaumen.

Und was ist jetzt mit den USA?

Oliven kannte man bereits zu biblischen Zeiten – im Gegensatz zu den USA. Bereits im sogenannten Garten Getsemani standen wunderschöne Olivenbäume. Diese werden auch Ölbäume genannt, und da sind wir wieder bei der Bibel. Denn auf dem Ölberg war zu der Zeit eine Menge los. Bis heute hat die Erhebung in Jerusalem eine besondere Bedeutung für das Judentum, das Christentum und den Islam. Und denen war es egal, ob die Früchte des knorrigen Baumes zum Obst oder Gemüse gehörten.

Wie auch die Religionen verbreiteten sich Oliven weltweit. Oliven waren ein Segen für Bauern. Ließ sich aus den Steinfrüchten doch ein wertvolles und schmackhaftes Öl gewinnen. Schon bald gab es im gesamten Mittelmeerraum Olivenbäume. Mittlerweile wachsen fast überall auf der Welt Olivenbäume – auch in den USA. Olivenbäume wurden zu äußerst erfolgreichen Migranten. Ihre Früchte sowie deren Extrakt bereichern bis heute die Speisekarten unserer Welt. Auch die der amerikanischen.

Oliven lieben die Westküste der USA

Lange bevor sich Scott McKenzie (1939-20212) mit seiner Hymne San Francisco (Be Sure to Wear Some Flowers in Your Hair) in der Musikwelt verewigte, waren die Olivenbäume schon da. Und wie die Hippies liebten sie das mediterrane Klima der Westküste. Vor allem Kalifornien bekam ihnen gut. Olivenöl musste nicht mehr aus Italien oder Griechenland importiert werden, sondern wurde vor Ort gewonnen.

Oliven – das Obst der gesundheitsbewussten Kalifornier

Die sogenannte California Cuisine ist lecker und gesund. Ich habe in den 90ern etwa sechs Wochen die Westküste der USA vom Süden bis in den hohen Norden bereist. Und in den Küstenregionen, wie etwa in San Diego oder Mendocino, war das Essen mediterran angehaucht. Olivenöl stand im Restaurant immer auf dem Tisch. Im Landesinneren eher weniger. Da beherrschten Fast-Food-Buden die oftmals trostlosen Straßenzüge. Dies hat sich mittlerweile geändert. Olivenöl ist healthy and hip. Und aus diesem Grund feiert man mittlerweile in den USA den Tag der Olive, also den National Olive Day. Allerdings erst seit 2016. In Palästina soll es bereits in der Bronzezeit (etwa 2.200 bis 800 vor Christus) Olivenbäume gegeben haben. Egal, was länge währt, wird endlich gut. Immerhin ist der Olivenzweig heute weltweit ein Symbol für den Frieden.


Interessierst du dich generell für Zutaten, deren Eigenschaften sowie Zubereitung? Schau doch mal in unserer Kochschule vorbei. Dort findest du zum Beispiel eine Liebeserklärung an den samtig-weichen Hummus, der ohne Olivenöl nicht denkbar wäre. Weiteres aus der EAT CLUB Rubrik Gut zu wissen kannst du hier entdecken:

Mein Neffe war übrigens hoch erfreut, dass er nun die Antwort kennt. Oliven sind ein Obst und keinesfalls eine Gemüsesorte. Zweifeln seine Kumpels, dann schickt er ihnen den Link zu meinem Beitrag.