Gerade im Winter gibt der saisonale Obst- und Gemüseteller nicht wirklich viel Frisches her. Doch ein paar kleine Keimlinge sorgen in dieser Zeit für Geschmack und Power — und zwar von der eigenen Fensterbank. Sprossen ziehen ist gar nicht so aufwendig, wie du vielleicht im ersten Moment denkst. Dafür aber umso bereichernder für deinen Speiseplan — peppen sie doch Salate, Suppen oder eine Scheibe Brot aromatisch auf und sind gleichzeitig ein optischer Hingucker. Wir verraten dir, wie du die Vitamine zu Hause easy selbst züchtest.

Sprossen ziehen: Ausrüstung

Um auf deiner Fensterbank loslegen zu können, reichen wenige Utensilien aus. In Reformläden oder Drogerien beispielsweise gibt es Keimgläser. Solch ein Keimglas solltest du wählen, weil es dir einen entscheidenden Vorteil bietet: Überschüssiges Wasser kann mit schräger Halterung ganz easy abfließen. So stehen die Sprossen nicht im Wasser und werden zu feucht. Zusätzlich brauchst du eine Sprossenmischung. Zu den Sprossen, die sich zum Selbsternten zu Hause eignen, zählen unter anderem das Sprossengemüse Radieschen oder die Hülsenfrüchte Alfalfa, Linsen oder Mungobohnen. Und du brauchst natürlich: Wasser.

Sprossen ziehen: Ablauf & Bedingungen

Hast du alles parat, kann es mit dem Sprossenziehen losgehen. Wenn du beispielsweise Mungobohnen nimmst, gib 1-3 Esslöffel Samen davon in ein Sieb und wasche sie unter Wasser ab. Anschließend füllst du die Samen in ein sauberes Keimglas und gießt diese bis zum Deckel mit frischem Leitungswasser auf. Deckel draufschrauben und die Mungobohnen acht bis zwölf Stunden einweichen lassen. Nach dieser Zeit richtest du das Glas umgedreht mit dem löchrigen Deckel leicht schräg auf einem Untersetzer aus, damit das Wasser abtropfen kann. Ist das passiert, kannst du das Keimglas umgedreht wieder aufstellen. Die Samen, die nach dem Ende der Einweichzeit nicht aufgequollen sind, sortierst du am besten aus, da sie faulen könnten und nicht lecker sind.

Diesen Ablauf wiederholst du zweimal täglich. Wobei das Einweichen entfällt. Du beginnst damit, das Glas mit den Keimlingen zweimal mit Wasser aufzufüllen und durchzuspülen. Anschließend ist Zeit fürs Abtropfen. Die optimale Raumtemperatur für das Glas beträgt dabei 18 bis 20 Grad. Wenn du das Glas hell lagerst, jedoch nicht direkt in die Sonne stellst, sind deine Sprossen nach drei bis sieben Tagen erntereif.

Sprossen ziehen: Wichtige Kernregeln

Bevor du deine Sprossen aufs Brot, in die Suppe oder Salate gibst, wasche sie vor dem Verzehr unbedingt gründlich. Du kannst sie außerdem zusätzlich kurz blanchieren. Am besten und am frischesten schmecken sie, wenn du sie direkt, also quasi einfach aus dem Glas, verzehrst. Du kannst deine Sprossen aber auch für einige Tage bei 5 Grad Celsius im Kühlschrank aufbewahren. Sollte dir allerdings ein unangenehmer Geruch in die Nase steigen oder die Textur schmierig werden beziehungsweise die Sprossen sich bräunlich färben, entsorge diese bitte umgehend. Gleiches gilt, falls du das Wässern mal vergessen hast.

Sprossen ziehen: Anbausorten

Neben den oben genannten Hülsenfrüchten und dem Sprossengemüse kannst du auch Kreuzblüter züchten. Zu dieser Gattung gehören beispielsweise Kresse oder Senfsamen. Auch aus Getreide wie Gerste oder Weizen lassen sich Sprossen ziehen. Ebenso aus Sonnenblumen, die zu den Korbblütern zählen oder Fuchsschwanzgewächse wie Amaranth und Quinoa. Achte bei den Keimlingen besonders darauf, dass du nur Sprossensamen verwendest, die als solche gekennzeichnet sind.


Du bist interessiert an Kressen, Sprossen und Blüten? Dann lese dich doch mal in unser Interview mit dem Kresse-Experten Marcel Thiele ein oder finde raus, was es für Kressen gibt, mit unserem Kresse-Lexikon. Viel Vergnügen!