Vielleicht ist dir das auch schon einmal passiert: Am Wochenende lockt der Kuchenhunger, den man mit einem köstlichen Rezept stillen möchte. Schnell die Zutaten gecheckt – jep, alles da. Außer frische Hefe. Stattdessen liegen im Vorratsschrank nur Tütchen mit Trockenhefe herum. Was tun? Gibt es denn überhaupt Unterschiede zwischen Trockenhefe und frischer Hefe, außer ihrer Konsistenz? Oder lassen sich die beiden sogar umrechnen und in Rezepten austauschen?

Trockenhefe und frische Hefe: Was ist Hefe überhaupt?

Hefe gehört in die Familie der Pilze, ist ein lebender, einzelliger Mikroorganismus. Es gibt jede Menge verschiedene Hefesorten, man nutzt sie nicht nur zum Backen, sondern beispielsweise auch beim Brauen von Bier. In der Küche nutzen wir Hefe der Sorte „Saccharomycetaceae“. Sie benötigt Zucker und Stärke, um zu wachsen und das Volumen des Teigs zu vergrößern. Wir geben ihr dafür die nötige Zeit und das passende Futter.

Darum gibt es frische und trockene Hefe

Früher arbeiteten Bäcker*innen ausschließlich mit frischer Hefe. Es handelt sich um ein Gemisch aus Hefe und Wasser, das in Blöcken angeboten wird. Damals wie heute wiegen diese immer 42 Gramm. Früher kaufte man Hefe nämlich direkt im Backgeschäft, wo sie zu Blöcken mit einem Gewicht von 500 Gramm gepresst wurde. Diese Blöcke teilte man in zwölf kleinere Würfel, von denen jeder exakt 42 Gramm wog.

Da der technologische Fortschritt auch vor der Lebensmittelbranche nicht halt machte, war es eines Tages möglich, der Hefe das darin enthaltende Wasser zu entziehen. Die so entstandene Trockenhefe war – und ist – länger haltbar als die frische Variante und konnte leichter gelagert werden. Frische Hefe hält sich im Kühlschrank maximal etwa zwei Wochen. Ihre trockene Verwandte kannst du mehrere Monate bei Zimmertemperatur aufbewahren.

Schon probiert? Wir zeigen dir, wie du Hefe selbst herstellen kannst.

Manch eine*r behauptet, ein Teig würde mit dem frischen Backtriebmittel besser aufgehen und einen intensiveren, leicht süßlichen Geschmack bekommen. Die Variante aus dem Tütchen lässt sich wiederum leichter dosieren. Im Prinzip macht es aber keinen großen Unterschied, ob du beim Backen Trockenhefe oder frische Hefe verwendest.

Frische und trockene Hefe umrechnen

Kommen wir zurück zu unserer Ausgangssituation: In der Küche gibt’s natürlich gerade nur die Hefevariante, die nicht im Rezept gelistet ist. Die Faustregel bei der Umrechnung von Trockenhefe und frischer Hefe lautet:

  • 1 Päckchen Trockenhefe = 1/2 Hefewürfel
  • 1 Hefewürfel = 2 Päckchen Trockenhefe

Das bedeutet, dass ein Päckchen Trockenhefe, das übrigens immer sieben Gramm wiegt, die gleiche Triebkraft besitzt wie ein halber Hefewürfel.

Und da wir gerade von Gramm-Angaben sprechen: Ist in einem Rezept nicht von Würfeln und Päckchen, sondern von einer Grammzahl die Rede, gibt es auch hierfür eine leichte Umrechnungsformel. Die Zahl, die du dir merken solltest, ist die „3“. Wieso? Weil du in der Umwandlung von Trockenhefe zu frischer Hefe das Gewicht mal drei nehmen musst, andersherum musst du es durch drei teilen. Das bedeutet:

  • 1 g Trockenhefe = 3 g frische Hefe
  • 7 g Trockenhefe = 21 g frische Hefe
  • 10 g Trockenhefe = 30 g frische Hefe

Gut zu wissen: Ein Päckchen Trockenhefe entspricht immer zwei Teelöffeln.


Noch mehr praktische Tipps wie die Unterschiede und Umrechnung von Trockenhefe und frischer Hefe findest du in unserer Kochschule – oder gleich hier: