Wenn wir Deutschen mal nicht als halbe Italiener*innen mit Pasta hantieren, wenn wir also ganz bei uns sind: Woran denken wir dann? Richtig: an ein Tier, das es gar nicht gibt, an einen Mett-Igel. Dieses putzige Relikt aus den Tiefen der Partykultur der 1960er-Jahre wirft elementare Fragen auf: Woraus besteht es, und wer isst so etwas? Da wir Frage zwei nicht beantworten, um keine kulinarischen Gefühle zu verletzen, spoilern wir bei der ersten Frage: Der Igel besteht aus Mett. Und der Igel besteht aus Hack. Hä? Wie jetzt? Hack und Mett – was ist da eigentlich der Unterschied?

Hack und Mett: Die Zubereitung macht den Unterschied

Rohes Hack oder genauer gesagt Hackfleisch entsteht, wenn du tierisches Muskeleiweiß mit Hilfe eines Fleischwolfs in eine amorphe Masse kleiner Fleischbrösel verwandelst. Die hat den Vorteil, dass sie nach Belieben formbar ist. Du kannst diese zum Beispiel in die Form eines Igels bringen.

An dem hättest du allerdings nicht lange Freude. Warum? Durch seine große Oberfläche ist Hackfleisch der ideale Nährboden für Keime und Viren, so dass es schnell verdirbt. Und zwar umso schneller, desto wärmer es ist. Stellen wir uns also unseren Hack-Igel vor, wie er stundenlang in der muckeligen Wärme einer sommerlichen Gartenparty vor sich hin gammelt. Und hoffen wir, dass die Gastgeber*innen über einen ausreichenden Vorrat an Toilettenpapier verfügen. Während unsere Gastgeber*innen jetzt ihre Vorräte inspizieren, kannst du dir hier schon mal Hack-Hunger holen. Und dann erfährst du den Unterschied zwischen Hack und Mett – obwohl ich ihn eben schon verraten habe:

Buletten, Dolma und Sauce Bolognese – was kann man nicht alles für leckere Sachen aus Hackfleisch machen! Und was ist jetzt mit dem Mett? Gesichert ist: Erst kommt das Hack und dann das Mett. Und jetzt zum nächsten Unterschied.

Und der Metzger schuf das Mett

Um diesen ernstzunehmenden Nachteil zu umschiffen und endlich einen Party-tauglichen Igel zu formen, erschufen Metzger*innen das Mett. Du merkst schon: Meat (englisch), Mett und Metzger, dies deutet auf einen gemeinsamen Wortstamm hin, der wie so oft im Althochdeutschen wurzelt. Ich will dich aber nicht mit Kulturgeschichte langweilen, sondern ein Loblied auf das Mett singen. Auch, wenn es zwischen Hack und Mett noch einen Unterschied gibt.

Denn Mett ist – im Unterschied zu Hack – nichts anderes als Schweinehack. Es wird mit Gewürzen und Pökelsalz etwas haltbarer gemacht – mit Betonung auf etwas. Das so präparierte Hack kann man roh verzehren. Die Klassiker sind Mettbrötchen, die oberhalb der Mainlinie als echtes Soul-Food gilt. Oder eben in Form des Mett-Igels. Zwiebeln und Mett vertragen sich übrigens bestens: Auf dem Mettbrötchen bringt eine Schicht gehackter Zwiebeln die gewisse Würze. Und Mett-Igel, die statt der traditionellen „Stacheln“ aus Salzstangen eine Art Schuppenpanzer aus Zwiebelstücken trugen, wurden gerüchteweise auch schon gesehen. Gibt‘s beim Metzger eine gute Zwiebelmettwurst, sind einige meiner Freund*innen dort zur Stelle.

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Was noch zu sagen bleibt

Du fragst dich sicher: Ist Mett immer aus Schweinehack? Klare Antwort: Ja. Immer. Punkt. Und gibt es nicht auch Rindermett? Oder sogar Lamm-Mett? Ja, alles denkbar. Ist dann aber eben kein Mett im eigentlichen Sinne mehr. Da unter Foodies aber bekanntlich die tolerantesten Menschen zu finden sind, kannst du auch guten Gewissens ein leckeres Rindermettbrötchen mit dick Zwiebeln drauf verzehren. Wir verraten es niemandem. Mag ja auch nicht jeder Schweinefleisch. Fassen wir zusammen: Hack ist nicht gleich Hack, Mett ist nicht gleich Mett und Hack ist auf keinen Fall Mett. Nicht durchdrehen (Achtung Wortwitz!): Jetzt kennst du immer die Unterschied von Hack und Mett. Noch mehr zu dem verwirrenden Themenbereich gibt es in unserer Bildergalerie:

Und den Unterschied zwischen zwischen Salami, Mettwurst und Cervelatwurst erklärt dir mein lieber Kollege Felix.