Eine Gans ist etwas sehr Feines, das bei vielen sicher nur einmal im Jahr auf den Gabentisch kommen dürfte — nämlich zu Weihnachten. Darum ist es nicht nur ratsam, sich vorher mit der Zubereitung auseinander zu setzen, sondern auch gleich mit dem Kauf. Das ist schließlich in der Reihenfolge einer der ersten Schritte, nachdem du dir überlegt hast, deinen Gästen einen Gänsebraten zu servieren. Wir verraten dir einige Weihnachtsgans-Kauftipps, die dir helfen können.

Bevor du selbst recherchierst, wo du hochwertige Qualität erhältst und dich vielleicht schon auf den Weg zum Abholen deiner Weihnachtsgans machst, solltest du wissen, wie groß die Portion Fleisch für jeden deiner Gäste sein soll. Mit 150-200 Gramm Gänsefleisch pro Person solltest du kalkulieren. Eine Weihnachtsgans, die drei Kilo wiegt, reicht nach dem Garprozess etwa für eine vierköpfige Runde. Fällt die Gruppe größer aus, zwischen fünf und acht Personen, so solltest du eine Weihnachtsgans mit fünf Kilo ordern.

Deutschland importiert die meisten seiner Weihnachtsgänse

Wer frühzeitig mit dem Planen beginnt, dürfte bei der Qualität keine Abstriche machen müssen. Natürlich ist die Weihnachtsgans eins der beliebtesten Gerichte zum Fest. Um die Nachfrage stillen zu können, importiert Deutschland daher den Großteil seiner Gänse aus dem europäischen Ausland, insbesondere aus Ungarn und Polen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen im Jahr 2020 rund 97 Prozent von den 16.900 importierten Tonnen aus diesen beiden Ländern.

Das Problem dabei: Das Züchten der Tiere gilt nicht in erster Linie der Produktion von Weihnachtsgänsen, sondern ist auf die Herstellung von Stopfleber ausgelegt. Demzufolge werden die Gänse oftmals in großen Beständen, zu engen Käfigen und in kürzeren Mastperioden gehalten und bekommen darüber hinaus gentechnisch verändertes Futter sowie künstliches Licht vorgesetzt. Das bedeutet Stress für die Tiere und ist ein echtes Tierschutzproblem.

Der Gang zum Bauern, Geflügel-Händler oder Bio-Schlachter lohnt sich

Besser ist es daher, wenn du eine Weihnachtsgans kaufst, die in Deutschland gezüchtet wurde. Für möglichst einwandfreie Qualität empfehlen wir dir den Gang zum Bauern, zu einem Geflügel-Fachhändler oder gar zu einem Bio-Schlachter. Das fachkundige Personal kann Auskunft zur Haltung und Lebensweise geben. Am besten fragst du die Personen vor Ort, ob die Gänse frisches Gras, goldgelben Mais und Weizen als Futter genossen haben und ob sie in Bewegungsfreiheit aufgewachsen sind.

Deine Weihnachtsgans sollte nicht viel älter als neun Monate sein. Je höher das Alter der Vögel, desto zäher können sie im Backofen werden. Aber auch Jungtiere solltest du nicht kaufen, denn dann läufst du Gefahr, dass das Fleisch durch schneller gemästete Tiere zu viel Fett enthält. Um das Alter deiner Weihnachtsgans selbst einschätzen zu können, hilft ein Blick auf die Sehnen an den Keulen. Je kraftvoller sie hervorstechen, desto länger hat der Vogel gelebt. Ist die Haut bereits sehr dunkel, ist das ebenfalls ein Hinweis auf ein „langes“ Leben. Um Jungtiere bestimmen zu können, ist der Drucktest ratsam. Sofern die Haut eher blass und wabbelig ist, solltest du von einem Kauf absehen, denn dann dürfte die Gans viel Fett und wenig Geschmack zu bieten haben. Zu guter Letzt sagt auch der Geruch einiges aus: Deine Weihnachtsgans sollte intensiv riechen (bereits beim Kauf und nicht erst nach der Zubereitung), aber nicht zu penetrant.

Was für die Weihnachtsgans gilt, gilt auch für andere Festtagsbraten

Solltest du bei deiner Weihnachtsgans doch auf Tiefkühlware zurückgreifen wollen oder müssen, so solltest du dir dabei einen Moment Zeit nehmen, um auf die Verpackungsaufdrucke zu schauen. Bei EU-Kennzeichnungsvorschriften wie „Extensive Bodenhaltung“, „Freilandhaltung“, „Bäuerliche Freilandhaltung“ oder „Bäuerliche Freilandhaltung – unbegrenzter Auslauf“ bist du, was die Aufzucht anbelangt, auf der sicheren Seite. Eine „Extensive Bodenhaltung“ beispielsweise bedeutet mehr Platz für das Tier. Kommt dann noch das Bio-Siegel dazu, kann mit deiner Weihnachtsgans so gut wie nichts mehr schiefgehen.

Solltest du anstatt einer Weihnachtsgans lieber eine Weihnachtspute, ein Weihnachtshähnchen oder einen Weihnachtstruthahn zubereiten wollen, empfehlen wir dir, genau dieselben Maßstäbe anzulegen wie für die Weihnachtsgans. Egal für welches Tier du dich letztendlich entscheidest: Lass dir dein Essen zu Weihnachten schmecken!

Wenn du nach deinem Weihnachtsbraten noch auf der Suche nach einem süßen Abgang bist, dann haben wir hier einige köstliche Vorschläge für dich: