Ein geradezu mystisch anmutendes kulinarisches Phänomen, dieses Hotdog. Irgend etwas muss es damit auf sich haben… die einen schreiben Hot Dog, die anderen Hotdog. Dann ist es der Hot Dog, nur um zwei Straßen weiter das Hotdog zu sein. Es gibt ihn für einen Euro im schwedischen Möbelhaus zum Selberbelegen an der Saucenstation und für über ’nen Zwanni in der Edelvariante mit Buttermilch-Brioche, Wildschweinwurst, Lotus-Relish und Blattgold. Es ist egal, welche Form du wählst und wann du ihn isst, auch als Veggie natürlich, als legendären Stadion-Hotdog oder im Restaurant… die wenigsten wissen, warum eine Bockwurst im Brötchen mit Krams Heißer Hund heißen sollte. Klar, es gibt den Kalten Hund, der auch nichts mit Hunden zu tun hat, aber kann es sich dabei wirklich um das dialektische Gegenstück zum Hotdog halten? Wir checken das mal… Woher kommt der Name Hotdog? Heißt es der oder das Hotdog? Und schreibt man Hotdog zusammen oder auseinander?

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Was ist das eigentlich dieses Hotdog?

Eine kleine Enttäuschung vorweg… falls kein Kraut drauf ist, enthält ein Hotdog einfach mal so überhaupt kein Vitamin C. Aber zum Glück geht es darum heute nicht und der Geschmack interessiert sich auch nicht dafür. Ein Hotdog ist auf jeden Fall und immer ohne Ausnahme ein gebrühtes Würstchen in einem Weizenbrötchen, das in der Regel weich und ein wenig süß ist. Dazu kommen in den meisten Fällen Toppings wie saure Gurken und/oder Zwiebeln sowie Saucen wie Senf und/oder Ketchup. Von diesem Ur-Hotdog ausgehend entwickelten sich im Laufe der Zeit unzählige Formen überall auf der Welt. Wir haben auch ein paar Ideen hier gesammelt, schau mal:

Und woher kommt der Name Hotdog?

Nun endlich zu den alles entscheidenden Fragen. Dieses Highlight der Snacks, Streetfoods, Fast Foods und allgemeinen Auf-die-Faust-Gerichte heißt DAS HOTDOG. Es wird zusammengeschrieben und bekommt den Artikel „das“ vorangestellt. Mittlerweile akzeptiert der Duden zwar auch HOT DOG, doch orientiert sich weniger am ursprünglichen Begriff als vielmehr am alltäglichen (oft falschen) Sprachgebrauch. Das Hotdog ist außerdem ein ungewöhnlich altes Streetfood, vermutlich sogar eines der ersten Streetfoods der Neuzeit. Und jetzt kommt es: Bis heute, und das es historisch nahezu evident, kommt das Gericht aus Deutschland, der Name dafür jedoch aus den USA. Wie das geht? Das erkläre ich dir…

Das Restaurant Feltman’s war das erste stationäre Lokal, das den Hotdog unter diesem Namen auf Coney Island in New York verkaufte. Credit: Getty Images / Hulton Archive

In der wunderschönen Stadt Frankfurt am Main (Ei Gude wie) erfand der Metzgermeister Johann Georg Hehner im Jahr 1847 ein neues Gericht auf die Faust, in dem er ein echtes Frankfurter Würstchen mit Senf im Brötchen verkaufte. Deswegen ist das Original auch immer mit einem gebrühten Frankfurter. 1867 wiederum erinnerte sich ein deutscher Auswanderer an diese Idee und machte den ersten mobilen Hotdog-Stand auf. Der legendäre Charles Feltman hatte keine Lust mehr, Kuchen zu verticken und verkaufte stattdessen ein Gericht namens Hotdog… eine gebrühte Frankfurter, kurz angegrillt, im Brötchen mit mildem Senf. Die Idee zündete so unfassbar gut auf den Straßen in Brooklyn, dass er wenig später das Feltman’s Restaurant and Beer Garden eröffnete. 1901 beschäftigte das vergrößerte Feltman’s German Restaurant 1200 Angestellte.

Waren in Hotdogs wirklich Hunde?

Der eigenwillige Name entstand übrigens nicht, wie in vielen urbanen Mythen bis heute verbreitet, weil die ersten Hotdog-Buden tatsächlich streunende Hunde verwursteten (also das ist natürlich nicht auszuschließen, dass sie es trotzdem taten. Und da sie es sogar vermutlich taten, stimmt es doch irgendwie…), sondern hängt mit der Form des Gerichts zusammen. Deutsche Immigrant*innen, so auch der Erfinder Feltman, brachten eine eigenwillig geformte Hunderasse mit in die USA: den wurstigen Dackel… das Hotdog heißt also Hotdog, weil es aussieht wie der Hund des Erfinders… ein Dackel! Ich finde das übrigens nicht so spannend…

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