Oft habe ich mich im Schlaf hin und her gewälzt. Qualen musste ich erleiden in den dunklen Stunden der Nacht, wenn ich mit meinen Gedanken alleine war. Wer bin ich? Wozu bin ich da? Was ist der Sinn von allem und wenn es einen gibt, verdammt noch mal, kann man Erbsen roh essen? Hunderte Male hatte ich eine Handvoll roher, frischer Erbsen aus der Schote gepult. Gerne wollte ich sie mir wie Smarties in den Mund werfen. Höher, immer höher sollten sie fliegen… doch getraut habe ich mich nie. Zurecht? Wir untersuchen die kleinen grünen Racker in der Erbsensaison und fragen in allen Laboren dieser Erde nach, ob man Erbsen kochen muss oder nicht.

Vitaminbomben Erbsen und Zuckerschoten

Durch das Kochen, Backen, Frittieren oder was auch immer werden viele der guten Inhaltsstoffe zerstört. Deswegen ist der Verzicht auf Erhitzen zumindest gut für den Erhalt der Dinge in den Erbsen, die sie so gesund machen. Doch was bringt das alles, wenn man danach Bauchweh bekommt und pupst wie eine leere Ketchupflasche? Eben… aber passiert das wirklich? Denn in nur 100 g Erbsen stecken so viele schlaue Stoffe für den Körper, dass es sich sogar lohnen würde:

  • Natrium: 1 mg
  • Kalium: 340 mg
  • Calcium: 26 mg
  • Phosphor: 100 mg
  • Magnesium: 30 mg
  • Eisen: 1,9 mg
  • Vitamin A: 60 µg
  • Vitamin E: 0,3 mg
  • Vitamin B1: 0,32 mg
  • Vitamin B2: 0,15 mg
  • Niacin: 2,5 mg
  • Vitamin B6: 0,16 mg
  • Vitamin C: 25 mg

Dazu noch mehr gesundes Eiweiß als in allen anderen Hülsenfrüchten, kaum Kalorien und jede Menge Ballaststoffe und Aminosäuren. Das Pupsen und Blähen stammt übrigens vom sekundären Pflanzenstoff Tannin, der in Hülsenfrüchten vorkommt. Egal, ob gekocht oder nicht.

Erbsen roh essen geht klar

Ja, du kannst Erbsen roh essen. Erbsen fehlen im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten giftige Inhaltsstoffe wie das besonders schädliche Phasin. Durch das Kochen werden diese Stoffe zerstört und die Hülsenfrucht genießbar. Am besten schmecken Zuckerschoten, denn ihnen fehlt die zähe Pergamentschicht im Inneren, die im Mund sehr faserig sein kann. Du kannst die leckeren Schoten kurz Blanchieren oder sie direkt in Wokgerichte verarbeiten. Kurzes Garen ist hier wichtig, denn Zuckerschoten sind eine zarte Zutat, die schnell zu weich wird. Frische Erbsen hingegen müssen vor dem Verzehr aus den Schoten gepult werden. Dann kannst du sie in jedes Rezept einbauen, auf das du Lust hast. Wie diese genialen Erbsengerichte zum Beispiel:

In unserer Kochschule haben wir eine ganze Reihe an Beiträgen, die den manchmal wirklich wichtigen Fragen des (Über-)Lebens nachgehen. Kann man das eigentlich essen? Schau mal rein:

Peace!