Wer das Dabba-Prinzip versteht, versteht den Sinn des Lebens. Okay, das klingt zunächst etwas pathetisch, trifft den Kern am Ende des Tages aber doch ganz gut. Dass Dabba-Prinzip folgt quasi der Annahme, dass man seinen Grundbedürfnissen  —  und jenen der anderen  — Aufmerksamkeit und Sorgfalt schenken sollte, um ein genussvolles, gesundes und glückliches Leben zu führen. Eines dieser Grundbedürfnisse ist dabei das Essen. Mit dem perfekten Einklang von Essen zuzubereiten und gleichzeitig damit anderen eine Freude zu machen, haben sich die Autoren und Restaurantbetreiber Adi Raihmann und Simone Raihmann in ihrem Buch Karma Food Currys beschäftigt.

Adi, ausgebildeter Ayurveda-Coach – und Koch, und Simone, der kreative Kopf hinter den sechs „Karma Food“-Restaurants der beiden in Österreich, zeigen gemeinsam mit der Food-Fotografin Vanessa Maas farbenfrohe sowie eindrucksvolle Rezepte, die passgenau für das Dabba-Prinzip gemacht sind. Was verbirgt sich hinter dem Prinzip? Nun, es stammt aus Indien, Adis Heimat.

Karma Food Currys: Indische Esstraditionen von Nord nach Süd, von West bis Ost

„Dabba“ ist eine mehrstöckige Lunchbox, die beispielsweise in der Metropole Mumbai mit den unterschiedlichsten Köstlichkeiten befüllt und anschließend an Hungrige ausgeliefert wird. Dabei fußt das Prinzip einerseits auf ein ausgeklügeltes Logistiksystem, denn Mumbai ist eine sehr dicht besiedelte Stadt. Viel wichtiger aber ist, dass nahezu jeder Anwohner eigene Essgewohnheiten und religiöse Traditionen hat. Dass bei 200.000 Essen, die jeden Mittag in Mumbai ausgeliefert werden, so gut wie nie die Gerichte verwechselt werden, zeugt von Wertschätzung gegenüber den Menschen. Wer in Indien ein Dabba erhält, erhält eine liebevoll zubereitete Mahlzeit.

Welches Curry, Reis oder Brot im Dabba steckt, kann nicht nur von religiösen Vorschriften geprägt sein, sondern auch von geografischen Essgewohnheiten in einem der bevölkerungsreichsten Länder der Erde. Während in Indiens Norden häufig ein Curry mit einer cremigen Joghurtbasis und Nüssen und Gewürzen wie Kreuzkümmel zubereitet wird, wird das Gericht im Süden gerne feurig mit Chilis gegessen und mit Kokosmilch aufgekocht. Genau wie das Lotuswurzel-Curry, das mit der zarten Lotusblüte sowie dem süßlichen Geschmack der Kochbanane heraussticht. Die Lotuswurzel gilt übrigens als Symbol für Reinheit, Schönheit und Vollkommenheit. Also Dabba besorgen, Lotuswurzel-Curry kochen und an deinen Lieblingsmenschen liefern. Das Karma wird dich belohnen.

Rezept für Lotuswurzel-Curry:

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g Lotuswurzel
  • 250 g Kochbananen
  • Saft von 1 Limette
  • 1 ½ TL Salz
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 große rote Zwiebel
  • 2 grüne Chilis
  • 2 Tomaten
  • 2 EL Kokosöl
  • ca. 2 cm Ingwer
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 50 g Kokosflocken
  • 1 TL mildes Chilipulver
  • 1 EL Garam Masala
  • 350 ml Kokosmilch

Topping:

  • 2 EL Kokosöl
  • 3 getrocknete Chilis
  • 1 TL Kokosflocken

Zubereitung

Lotuswurzel und Kochbananen in mundgerechte Stücke schneiden und in eine Schale geben. Limettensaft darüber gießen, leicht salzen, Kurkuma hinzufügen und gut vermengen. Circa 30 Minuten ziehen lassen. Währenddessen Zwiebel fein schneiden, Chilis grob schneiden und Tomaten grob würfeln.

In einer Pfanne 1 EL Kokosöl erhitzen, Lotuswurzel und Kochbananen im Öl anbraten, bis sie fast durch sind. Währenddessen immer wieder 1 EL Wasser in die Pfanne geben, das verkürzt die Garzeit. Sobald das Gemüse fertig ist, die Hitze abschalten und das Gemüse aus der Pfanne in einen Behälter umfüllen.

Restliches Öl in die Pfanne geben und Koriandersamen, Pfeffer und Kreuzkümmelsamen anbraten. Sobald sie leicht bräunlich werden, Hitze abschalten und die Gewürze etwas abkühlen lassen. Zusammen mit Knoblauch, Ingwer, Zwiebel, grünen Chilis und Kokosflocken in einem Mixer zu einer Paste pürieren. Die Paste in der Pfanne für circa 3–5 Minuten auf mittlerer Hitze anbraten. Währenddessen die Tomaten im Mixer pürieren, die
pürierten Tomaten in die Pfanne geben. Weitere 3–5 Minuten anbraten. Mildes Chilipulver sowie Garam Masala dazugeben und mit Kokosmilch aufgießen. Lotuswurzel und Kochbananen in die Pfanne geben, für 10–15 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen.

Währenddessen das Topping vorbereiten: Kokosöl in einer Pfanne erhitzen, getrocknete Chilis mit den Kokosflocken 2–3 Minuten anbraten. Sobald die Kokosflocken leicht bräunlich werden, Hitze abschalten und die Pfanne zur Seite stellen.

Adi Raihmann, Simone Raihmann, Vanessa Maas „Karma Food Currys“, Brandstätter Verlag, 28 Euro

Buchcover: "Karma Food Currys"
Buchcover: „Karma Food Currys“ Credit: Vanessa Maas/Brandstätter Verlag

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