Tim Anderson bricht gleich zu Beginn seines Buchs Japaneasy mit gängigen Gedanken. Wenn es um den Genuss von Sushi, einer Ramen-Suppe oder Gyoza, den kleinen herzhaft gefüllten Teigtaschen, geht, suchen wir nur zu gerne den Japaner unseres Vertrauens auf. Aber japanisch zu Hause kochen? Das kommt wohl den allermeisten von uns nicht in den Sinn.

Zu viele exotische Zutaten, die schwierig zu bekommen sind, eine viel zu lange Zubereitungszeit – und überhaupt: Um jemals den perfekt gegarten Reis zu servieren, muss man jahrelang bei einem japanischen Sushi-Meister in die Lehre gegangen sein.

„Japaneasy“: Für den vollumfänglichen Geschmack zu Hause reichen sieben Zutaten

In den Augen von Anderson sind das alles nichts als unrühmliche Halbwahrheiten, mit denen der Miteigentümer eines japanischen Restaurants in London gerne aufräumen möchte. Für seine Idee der traditionellen japanischen Kochkunst hierzulande braucht es nur sieben Zutaten: Sojasoße, Mirin, Reisessig, Dashi, Sake, Miso und Reis.

Damit lassen sich (fast) alle Gerichte aus seinem Buch zubereiten. Mehr noch: Dafür ist kein Besuch im Asia-Markt nötig, du findest diese Liste in nahezu jedem Supermarkt. Und wenn nicht? Dann wird einfach das Internet kurzerhand zum Marktplatz umfunktioniert. Bei Anderson gibt es keine Ausreden.

Wie easy die japanische Küche sein kann, zeigt Anderson in den Kapiteln seines Buchs. Da wird ein japanischer Kartoffelsalat mit Wachteleiern, der nicht schwieriger ist als alle herkömmlichen Kartoffelsalate, genauso angepriesen wie pikante Thunfischrollen oder die besten Edamame der Welt. Auch vor Desserts macht Anderson nicht Halt. Wer will seine Gäste nach einem würzig-japanischen Menü denn nicht mit einem Banana-Split mit Miso-Karamell in die Nacht entlassen?

Vorher darfst du dich aber gemäß der traditionellen Gelassenheit im Land der aufgehenden Sonne über das japanische Hacksteak hermachen. Guten Appetit – oder aber: Itadakimasu!

Rezept für Japanisches Hacksteak

Zutaten für 4 Portionen

  • 80 g Semmelbrösel
  • 10-12 Stängel Petersilie, plus etwas gehackte Petersilie zum Bestreuen
  • 1 große Zwiebel, grob gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, geschält
  • Salz, Pfeffer, schwarz und frisch gemahlen
  • 600 g Rinderhack, möglichst etwas grob und nicht zu mager
  • 200 ml Sojasoße, süß
  • 100 ml Dashi-Brühe
  • 2 EL Ketchup
  • 1 EL Worcestersoße
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 4 Eier
  • 4 Gruyère (100 g)
  • 100 g Röstzwiebeln

Zubereitung

Die Semmelbrösel, die Petersilie, die Zwiebeln und den Knoblauch mit etwas Salz und Pfeffer im Mixer zu einer groben Paste verarbeiten. Unter das Hackfleisch mengen und aus der Masse vier Hacksteaks formen.

In einem Topf die süße Sojasauce, die Dashi-Brühe, den Ketchup und die Worcestersauce vermengen und zum Kochen bringen. Eine Brat- oder Grillpfanne bei sehr hoher Temperatur heiß werden lassen und die Hacksteaks darin in der Hälfte des Öls von jeder Seite drei bis fünf Minuten braten. Wenn sie „durch“ sein sollen, etwas länger.

Inzwischen in einer weiteren Pfanne das restliche Öl erhitzen und die Spiegeleier braten. Die Hacksteaks, sobald sie fast gar sind, mit etwas Sauce übergießen, jeweils eine Scheibe Käse darauflegen und unter dem vorgeheizten Grill überbacken, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist. Die Hacksteaks auf Teller verteilen und mit je einem Spiegelei krönen. Die restliche Sauce rundherum verteilen und alles mit den Röstzwiebeln und gehackter Petersilie bestreuen.

In Japan serviert man dazu Reis und Salat, aber auch Kartoffelpüree oder Pommes schmecken gut dazu.

Tim Anderson: „Japaneasy“, DK-Verlag, um 25 Euro

Buchcover: "Japaneasy"
Buchcover: „Japaneasy“ Credit: DK-Verlag

Du suchst noch ein passendes Getränk, um das japanische Menü vollends abzurunden? Hier erfährst du alles über japanischen Matcha-Tee. Auch für das Dessert hätten wir noch einen weiteren Vorschlag für dich, den sicher nicht jeder deiner Gäste kennt: süße Anman. Probiere das japanische Soulfood einfach mal aus!

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