Saftkur. Allein der Name klingt bereits nach wenig Genuss. Dafür maximal nach Verzicht. Keine feste Nahrung über mehrere Tage, je nach Länge des Saftkur-Programms. Dafür sollen Stoffwechselprozesse in Gang gesetzt werden, die den Körper reinigen, ihn mal durchatmen, zur Ruhe kommen lassen. Kurzzeitfasten also. Und im Trend liegt es ebenfalls. Nicht ganz so günstig ist es allerdings auch.

Es gibt viele gute Gründe für eine Saftkur. Die einen erwarten sich dadurch mehr Energie und die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit, andere wollen abnehmen oder eine reinere Haut bekommen. Manch eine:r versucht mit einer Saftkur ernsthafte Krankheiten abzumildern oder diesen zumindest vorzubeugen. Auch Achtsamkeit und generell ein besseres Wohlbefinden stehen bei Menschen, die sich einige Tage im Verzicht auf feste Nahrung üben, hoch im Kurs.

Der Anstoß, eine 3-Tage-Saftkur auszuprobieren, speist sich bei vier Mitgliedern der EAT-CLUB-Redaktion vor allem aus folgendem Motiv: Neugier. Franzi, Maibritt, Niko und Robin wollen wissen, ob ausschließlich Säfte täglich ihren Hunger stillen werden und welche Reaktionen sie daraus körperlich und mental ablesen können.

In der EAT-CLUB-Wochenserie zur 3-Tage-Saftkur schildern die vier in einer Art Tagebuch ihre Eindrücke zu den Produkten von vier verschiedenen Anbietern, persönlichen Befindlichkeiten während dieser Zeit und Erfahrungen zur cleveren Vor- und Nachbereitung. Denn eine Saftkur sollte man nicht gänzlich von heute auf morgen starten, sondern sich bereits im Vorfeld ein wenig damit befassen. Die Tagebuch-Einträge der vier beginnen daher nicht mit dem ersten Saftkur-Tag. Es geht los mit Saftkur-Tag 0, dem Tag davor.

Saftkur-Vorbereitung: Langsam damit warm werden oder schneller Kaltstart?

Laut des Guides zur Saftkur von Frank Juice, dem Anbieter, dessen 18 Säfte nun in meinem Kühlschrank lagern, ist die „Vorbereitung bereits die halbe Miete“. Dabei solle man „schon mehrere Tage vorher“ seine Ernährung umstellen und auf die Saftkur vorbereiten. Stark verarbeitete Lebensmittel mit viel Industriezucker und Weißmehl sind zu meiden, während man sich an Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten reichlich bedienen darf. Ehrlicherweise bin ich jemand, der sich bei Stress gerne mal zur Belohnung etwas Süßes und/oder den einen oder anderen Softdrink gönnt – allen voran eine eiskalte Spezi darf es zu jederzeit bei mir sein. Ich frage mich daher vorab ernsthaft, ob ich mir zusätzlich zu den sechs Säften pro Tag wenigstens noch einen Softdrink genehmige. Verboten ist das natürlich nicht, förderlich aber auch keineswegs. Und wenn man die Saftkur strikt durchziehen will, sollte man sich an die Regeln halten, so zumindest mein Empfinden. Dennoch habe ich mich zumindest gegen eine kleine Regeländerung entschieden: Ich werde mir mittags jeweils eine heiße Gemüsebrühe machen. Schließlich braucht der Körper ein wenig Salz. Die Ernährung bereits einige Tage vorab umzustellen, schaffe ich allerdings nicht. Erst am letzten Tag bevor es losgeht, esse ich über den Tag verteilt weniger. Als letztes festes Mahl bereite ich mir abends noch gedämpftes Gemüse aus Zucchini, Brokkoli und Spinat zu. Guten Appetit! Mir gefällt in diesem Moment aber wahrlich der Gedanke, mich ab morgen drei Tage auf die Bedürfnisse meines Körpers zu fokussieren und achtsamer damit umzugehen als in den letzten Monaten zuvor. Zu diesem Zeitpunkt nehme ich an, dass der Hunger am ersten Tag zwar vielleicht am größten ist, dieser Tag aber dennoch der leichteste von allen sein wird. Ich denke mir, dass ich mit Kaugummi kauen den aufkommenden Hunger im Keim ersticken kann. An Tag zwei und Tag drei rechne ich eher mit Verstimmungen, Antriebslosigkeit und schwankender Arbeitsleistung. Dennoch blicke ich der 3-Tage-Saftkur am Abend vorher positiv entgegen.

EAT-CLUB-Redakteur Robin testet die Saftkur von Frank Juice und hadert in der Vorbereitung ein wenig mit den Regeln.

Am Montag soll es losgehen, und am Freitag tauschen wir uns noch ein bisschen untereinander aus. Maibritt hatte gerade mit einer Expertin telefoniert, die ihr ein paar Tipps für die Vorbereitung auf die Saftkur gab. Und siehe da: Der Verzicht beginnt schon ein paar Tage vorher. Das ist mir neu. In meinem Paket mit den Säften war zwar ein kleines Heft mit Hinweisen zur Kur dabei, aber Tipps für Vor- oder sogar Nachbereitung? Fehlanzeige! Lediglich so nett gemeinte Notizen wie „Nimm dir ein Bad“ oder „Lies in der Fastenzeit ein gutes Buch“ fand ich da. Jetzt weiß ich also: Inklusive Aufbau- und Entlastungstage dauert das Fasten eine gute Woche. Im Idealfall. Ich habe mich natürlich schon munter vor und nach der Kur verabredet, muss also das eine oder andere Date verschieben oder umdenken. Was tut man nicht alles für die eigene Gesundheit. Beim Konzert mit einer Freundin gibt‘s also kurzerhand alkoholfreies Bier, weil: kein Zucker, kein Alkohol. Mein schwarzer Tee am Morgen fällt ebenfalls aus, denn: kein Koffein. Und dann bin ich auch noch zum Geburtstagskuchen eingeladen! Da sitze ich also mit einer Tasse Kräutertee in den Händen, während um mich herum munter Torte geschlemmt wird. So verbringe ich das gesamte Wochenende vor dem ersten Fastentag mit Verzicht, denn auch die Mahlzeiten muss ich um Zutaten und in Menge reduzieren. Das geht ja schon mal gut los! Mein letztes Abendbrot zelebriere ich richtig, zünde Kerzen an und mach es mir hübsch.

Bei EAT-CLUB-Redakteurin Franzi beginnt das Fasten – noch ohne die Produkte von Pressbar – bereits einige Tage im Voraus – so, wie es gut für den Körper sein soll.

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Ein Burger mit Pommes als Vorbereitung auf die Saftkur

Um die Saftkur möglichst sanft einzuleiten, habe ich am Tag davor auf süße und deftige Speisen verzichtet. Mein Fokus lag auf leicht verdaulichen und kleinen Speisen, die den Magen nicht zusätzlich weiten. Zum Frühstück habe ich ein Vollkornbrot mit Käse gegessen. Damit war der Körper lange mit der Verdauung beschäftigt und gesättigt, trotz wenig Volumen an Essen. Über den Tag verteilt habe ich immer mal wieder ein paar gesalzene Kekse gegessen. Da es ja sehr wichtig für die Zellfunktionen im Körper ist, bis zu 2 g Salz am Tag zu sich zu nehmen. Zum Abendessen gab es zwei Teller Tomatensuppe.

Auch EAT-CLUB-Redakteurin Maibritt hat ihre Ernährung in der Vorbereitung auf die Saftkur von Kale & Me sukzessive reduziert.

Entgegen aller Empfehlungen dachte ich mir trotzig, ich gönn mir vorher. Sogar im Foodist-Beipackzettel stand, dass man seinen Körper vorbereiten und schon ein bis zwei Tage zuvor mit der Ernährung aufpassen müsse. „Bla Bla, jaja“ dachte ich mir, als ob! Hätte ich mal auf die Profis gehört… Ich aber dachte mir, so ein Burger mit Pommes beim Netflixen mit meiner Frau sei doch ein angemessener Abschied für die (nur) 3-Tage-Saftkur. Ich schlief entsprechend mittelgut und wachte mit Hunger und Nährstoffdrang an Tag 1 auf.

EAT-CLUB-Redakteur Niko hält wenig von einer gezielten Vorbereitung auf die Saftkur und entscheidet sich lieber für den Kaltstart in die 3 Tage. Er probiert die Kur von Foodist.

Morgen liest du die Eindrücke der EAT-CLUB-Redaktion an Tag 1 der Saftkur.

Wenn du schon heute mit einem stimmungsvollen Smoothie deinen Tag begehen willst, haben wir hier einige leckere Exemplare für dich:

Die EAT-CLUB-Redaktion hat übrigens nicht nur eine Meinung zu Saftkuren. Auch mit der Frage, ob Nutella mit oder ohne Butter zu essen ist, haben wir uns unterhalten. Und auch unsere Lieblings-Desserts haben wir für dich zusammengestellt.