Andere Länder, andere Sitten – auch in Sachen Weihnachten. Und so viel ist sicher: Manch ein Land hat wirklich skurrile Traditionen, die aber auch irgendwie wieder unterhaltsam sind. Wir haben uns mal umgeschaut und verraten dir heute die kuriosesten Weihnachtsbräuche aus aller Welt.

Internationale Weihnachtsbräuche: Was machen die anderen?

Japan: Ab zu Kentucky Fried Chicken

Heiligabend ist hierzulande ein Fest der Familie. Für gewöhnlich verbringt man gesellige Stunden miteinander, hat lecker gekocht und dann gibt es natürlich auch noch Geschenke. Nicht so in Japan. Wenn du dort am 24. Dezember durch die Straßen gehst, wirst du große Menschenansammlungen sehen – und zwar vor Kentucky Fried Chicken.

Der Fast-Food-Gigant bietet zu diesem besonders festlichen Tag das heißbegehrte „KFC Special Christmas Dinner“ an – und das lassen sich die Japaner:innen nur ungern entgehen.

Zum Verständnis: Im Land der aufgehenden Sonne gibt es nur sehr wenige Christen – insofern ist es auch nicht unbedingt üblich, das Weihnachtsfest zu feiern. Es handelt sich auch gar nicht um einen tatsächlichen Feiertag.

Laut BBC wird der 24. Dezember eher von Pärchen genutzt – als eine Art zweiter Valentinstag. So, so …

Slowakei: Pudding an der Decke

Stuck und Gemälde an der Wohnungsdecke gelten ja irgendwie als edel – klebriger Pudding müsste für uns jetzt nicht unbedingt sein. Aber hey: In der Slowakei und in Teilen der Ukraine sieht man das offenbar ganz anders.

Pudding gehört hier traditionell zum formvollendeten Weihnachtsessen dazu, genauer gesagt der sogenannte Loksa-Pudding. Das älteste Familienmitglied darf zu diesem feierlichen Anlass nicht nur Pudding essen – es darf ihn auch mit einem Löffel an die Decke werfen. Und je mehr dann an der Decke hängen bleibt, desto mehr Glück erfährt die Familie im kommenden Jahr.

USA: Gurken-Schmuck

Es kann ja nie genug Geschenke geben – und ein zusätzliches Präsent winkt dem- oder derjenigen entgegen, der in den USA zu Weihnachten die sogenannte „Christmas Pickle“ findet. Ja, richtig gelesen. In vielen amerikanischen Bundesstaaten ist es Brauch, eine Gewürzgurke im Christbaum zu verstecken – und finden zu lassen.

Immerhin: Es handelt sich nicht um eine echte Gewürzgurke. Würde auf Dauer auch nicht den besten aller Raumdüfte abgeben… Was man sonst so zu Weihnachten in den USA macht, kannst du hier nachlesen.

Frankreich: Vorsicht beim Zubeißen!

Schon Heiligabend lassen es die Franzosen ordentlich krachen: Es gibt sage und schreibe sieben Gänge – und dabei 13 Desserts. Und damit längst nicht genug. Gern wird Weihnachten bis zum Dreikönigsfest gefeiert. Und auch hier gibt es wichtige Traditionen.

Gemeint in diesem Fall: Die Galette des Rois darf nicht fehlen – ein köstlicher Marzipan-Blätterteig-Kuchen. Und in eben jenem ist eine – Achtung! – Porzellanfigur versteckt. Wer draufbeißt, darf sich ein Krönchen aufsetzen und eine:n neue:n König:in bestimmen. Und diese:r wiederum darf am nächsten Tag gleich mal die nächste Galette kaufen.

Sicherlich ein großer Spaß – vor allem für die Zahnärzt:innen im Land, die vermutlich überdurchschnittlich viel Kundschaft haben zu dieser Zeit im Jahr…

Dann doch lieber Galettes und Tartes, die nicht ganz so gefährlich sind – oder?

Bulgarien: Münze statt Porzellan

Ähnlich wie in Frankreich ist es auch in Bulgarien. Auch hier kann festliches Essen ganz schön auf die Zähne gehen. Hier wird nämlich eine Münze in ein hausgemachtes Brot namens Pitka eingebacken – und wer die Münze findet, muss sie unter sein Kopfkissen legen und hat dann das ganze Jahr lang Glück.

Übrigens: In Bulgarien wird an Weihnachten der Tisch nach dem Essen nicht abgeräumt – damit die Verstorbenen in der folgenden Nacht auch noch was zu essen haben. Wie umsichtig!


Quellen: bildderfrau.de, bosch-diy.de, praxistipps.focus.de