Tomaten sind aus der italienischen Küche nicht wegzudenken. Kaum eine Pizza oder Pasta-Sauce und schon gar keine Insalata Caprese kommt ohne die sonnenverwöhnten Lieblinge aus. Und die Königin aller Tomatensorten sind San-Marzano-Tomaten.

Tomaten stammen ursprünglich aus Lateinamerika und sind Beerenfrüchte aus der Familie der Nachtschattengewächse. Richtig gelesen: Die Tomate ist nämlich kein Gemüse, sondern eine Frucht. Und diese kennen wir als Dattel-, Cocktail- oder Fleischtomate, seltener auch als große Ochsenherztomate. Aber was sind San-Marzano-Tomaten? Über diese ganz besondere Sorte erzähle ich dir ein paar interessante Dinge.

San-Marzano-Tomaten – was macht sie so besonders?

Die San-Marzano-Tomate, in voller amtlicher Bezeichnung Pomodoro San Marzano dell’Aggro Sarnese Nocerino D.O.P. (= geschützte Ursprungsbezeichnung), wird nur im Umkreis der Stadt San Marzano sul Sarno bei Salerno im Kampanien angebaut. Die fruchtbaren Vulkanböden an den Ausläufern des Vesuv, viel Sonne sowie eine frische Brise salziger Meeresluft verleihen der flaschenförmigen Tomatensorte ihr großartiges Aroma. Sie schmeckt unvergleichlich aromatisch, intensiv und süß. Und durch ihren geringen Wassergehalt gilt sie als ideale Tomate für die echte neapolitanische Pizza.

Königinnen haben ihren Preis aus gutem Grund

Wie jede Hochwohlgeborene ist die Königin der Tomaten wählerisch, was den Umgang mit ihr angeht. Mit Druck kann das Sensibelchen nicht umgehen, deswegen würde eine Maschinenernte nur Matsche produzieren. Also muss die San-Marzano-Tomate arbeitsintensiv von Hand geerntet werden, und das macht sie teuer. Zudem sind die Erträge pro Hektar viel niedriger als bei industriell angebauten Turbotomaten. Wegen ihrer dünnen Schale eignet sich die San-Marzano außerdem nicht für weite Transportwege. Kann ich verstehen, ich bin da auch kein Fan von.

Frisch wird sie in der Regel nur regional angeboten und gelangt so beispielsweise ins nahe Neapel, wo die vielbesungenen Pizzabäcker die Hände nach ihr ausstrecken. Sie gelangt aber auch nach München, genauer gesagt nach München-Haidhausen in die Pariser Straße 27. Muammer, der warmherzige und freundliche Besitzer eines Lebensmittelgeschäftes, fährt mindestens einmal die Woche zum Großmarkt nach Verona und kommt mit den besten Lebensmitteln zurück – wie etwa San-Marzano-Tomaten. Die Nachbarn aus dem 5. Stock sagten den Nachbarn im 4. Stock Bescheid und so weiter. Man traf sich dann zufällig zur gleichen Zeit in Muammers Geschäft „Fresh House“. Und ich bereitete abends Sugo zu, das ich anschließend portionsweise eigefroren habe. Yummi.

Der größte Teil der Ernte aber kommt in die Dose. Und das muss kein Nachteil sein, denn derartig konserviert, verliert sie kein Aroma und ist ganzjährig im gut sortierten Supermarkt erhältlich. Allerdings zahlst du für eine Dose San-Marzano-Tomaten dann schon mal 3,00 Euro statt 70 Cent für gewöhnliche „Polpa“. Aber dann adelt sie, gleichgültig in welchem Aggregatzustand, vor allem die einfachsten Tomatengerichte. Diese Klassiker bekommen dann einen Ritterschlag:

San-Marzano-Tomaten – was noch zu sagen bleibt

Die San-Marzano-Tomate ist eine der edelsten und köstlichsten Tomatensorten. Bist du mal in Neapel, gönne dir dort eine Pizza mit echten San-Marzano-Tomaten sowie ein Gläschen guten Rotwein. Hast du aber keinen Urlaub, investiere in eine Dose San-Marzano-Tomaten und zaubere dir mit Zwiebeln, Knoblauch und viel Basilikum eine schnelle Pasta-Sauce der Extraklasse. Doch aufgepasst: Wie bei so vielen Dingen ist auch hier das Bessere des Guten Feind. Du willst danach einfach keine schnöde „Polpa“ mehr.

Deine kulinarische Liebe gehört der italienischen Küche, sowie deren Basisprodukten, die da wären Tomaten, Olivenöl, Basilikum und Parmesan? Besuche doch mal unsere Kochschule. In unserer Galerie stellen wir verblüffende Fakten, Tipps und Tricks aus der italienischen Profi-Küche vor. Viel Spaß beim Stöbern.