Aligot – Ein französischer Klassiker

Ein kupferner Topf auf einem Holzbrett mit Knoblauch und Kartoffeln an der Seite. Eine Hand zieht mit einem Kochlöffel etwas von dem Aligot in die Länge.

Dieses französische Gericht hat wirklich eine lange Historie. Denn Aligot ist eine Spezialität des Aubrac. Dieses wiederum ist eine Kulturlandschaft in Frankreich. In den hier ansässigen Klostern wurde Aligot also schon sehr früh zur Versorgung durchreisender Pilgerer zubereitet. Zu Beginn wurden die Pilgerer allerdings nur mit einer Brühe und darin gelöstem Brot und Käse verköstigt. Erst als im 18. Jahrhundert eine Missernte verhinderte, auf Brot zurückzugreifen, kamen die Kartoffeln ins Spiel. Und das Aligot in seiner heutigen Form war geboren.

Hier wird Aligot auf einem Fest zubereitet und man sieht, wie lang man ihn ziehen kann. © Shutterstock/ Elena Dijour.

Das frühere Armeleuteessen hat sich mittlerweile zu einem festlichen Gericht gemausert. Es steckt auch eine ganze Menge Arbeitskraft dahinter, denn der Käse muss mit hohem Kraftaufwand unter die Kartoffelmasse geschlagen werden, was einen an einem großen Topf für mehrere Personen schon mal ins Schwitzen bringen kann. Beim Käse sind die Franzosen sehr penibel. Am besten verwendest du einen Tome fraîche. Das ist ein nur leicht fermentierter Frischkäse, der von den französischen Bauern und Bäuerinnen der Region (Fermier) hergestellt wird.

Da dieser Käse allerdings nicht gerade günstig ist, kannst du zur Not auch auf einen Comté oder Tomme de Savoie zurückgreifen. Wir im EAT CLUB lieben ja französische Käsesorten, doch Betsy hat mal nachgehakt, wie es mit der Käsekultur in Amerika aussieht. Reinlesen lohnt sich!

Zurück zum Aligot! Der Anteil von gekochten Kartoffeln und Käse variiert dabei von etwa der Hälfte des Käses bis hin zu nahezu gleichen Teilen. Außerdem schmecken es manche noch mit Crème fraîche, Crème Double, Butter und Muskat ab. Die Kartoffeln sollen möglichst so gesalzen sein, dass man kein weiteres Salz mehr hinzufügen muss. Um es noch zäher zu machen, kannst du auch einen kleinen Schluck Weißwein hineingeben. Es ist ja schon auch ein kleiner Show-Effekt dabei, wenn man das Aligot so cool auseinanderziehen kann. Du wirst, wenn du es richtig machst, übrigens auch nicht drum herumkommen, das Aligot mit einem Messer oder einer Schere aus dem Topf abzuschneiden, wenn du nicht gleich alles auf dem Teller haben möchtest.

Falls du nun auf den Geschmack gekommen bist und weitere Klassiker aus Frankreich sehen möchtest, haben wir da ein paar Ideen!

Zubereitungs-Methode
Küche
Gänge
Schwierigkeit Mittelschwer
Zeit
Vorbereitungszeit: 10 min Zubereitungszeit: 30 min Gesamtzeit: 40 Min.
Portionen 4
Beste Saison Ganzjährig geeignet
Beschreibung

Ein französischer Klassiker, den schon die alten Mönche zelebrierten: Aligot des Aubrac. 

Zutaten
  • 1 Kilogramm Kartoffeln (mehilgkochend)
  • Salz
  • 4 Knoblauchzehe
  • 100 Gramm Butter
  • 100 Gramm Crème fraîche
  • 100 Gramm Crème double
  • 300 bis 400 Gramm Käse (siehe Text)
  • Muskat (je nach Geschmack)
Zubereitung
  1. Zuerst die Kartoffeln schälen und vierteln und den Knoblauch abziehen. Beides in einem großen Topf mit reichlich gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Anschließend die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.

  2. Wasser abgießen und die heißen Kartoffeln sofort durch ein Sieb drücken oder mit der Kartoffelpresse zerstampfen. Den Knoblauch je nach Geschmack mitpressen oder aussortieren. Das Kartoffelpüree nun wieder in den Topf geben und die kalten Butterstücke einzeln dazugeben und verrühren, bis sie ganz geschmolzen sind.  

  3. Jetzt vorsichtig Crème fraîche und Crème double einarbeiten. Und zum Schluss den in Scheiben geschnittenen Käse in der warmen Kartoffelmasse schmelzen lassen und dabei kräftig umrühren. Je nach Geschmack mit Muskat würzen. 

  4. Aligot muss direkt serviert werden. Also am besten aus dem Topf ziehen und direkt über dem Teller abschneiden.