In der zweitgrößten Region Italiens, in Piemont, erfahren wir mehr über die sogenannten Baci di Dama.

Der Name der Region lässt sich von der lateinischen Bezeichnung ad pedem montium ableiten, was am Fuß der Berge bedeutet. Sehr passend für eine Region, die Anteil an den südlichen Alpen hat und durch ihre Berglandschaft ausgezeichnet ist. Die beeindruckenden Berge und Täler Piemonts sind die Heimat einiger der bekanntesten kulinarischen Spezialitäten Italiens. Reisfelder für Risotto und Weinreben säumen die Hügel. Auf den Wiesen grasen Kühe und Schafe, die erstklassige Milch- und Fleischprodukte produzieren. In den Wäldern findet man Trüffel-Sorten der besten Qualität. Hochwertige Produkte entstehen aus den lokalen Erzeugnissen und die Küche bietet ein großes Angebot an luxuriösen Speisen an. Jeder Gourmand kommt in Piemont auf seine Kosten.

Eine weitere Besonderheit, die es in Piemont zu finden gibt, sind die vielen Hügel, vollbewachsen mit Haselnussbäumen. Und auch hier werden keine durchschnittlichen Nüsse geerntet. Diese Haselnüsse, die Nocciola del Piemonte, haben den Ruf die besten der Welt zu sein. Mit ihrem einzigartigen Aroma, das süßer als das jeder anderen Haselnusssorte ist, bieten sie eine unwiderstehliche Basis vieler Süßspeisen. Das bekannteste Produkt, das aus den berüchtigten Nocciola del Piemonte hergestellt wird, ist wohl Gianduia. Gianduia ist eine Schokoladen-Haselnusscreme, die sozusagen der „Vorfahre“ oder das „Original“ von Nutella darstellt. Eine andere Spezialität stellen wir hier vor: Baci di Dama, zwei buttrige Haselnusskekse, die mit Schokoladencreme zusammengehalten werden.

Die Legende, die hinter den Baci di Dama steckt

Wie viele unserer in dieser Reihe vorgestellten Dessertrezepte, haben auch die Baci di Dama eine Geschichte zu erzählen. Der Legende zufolge sind die sogenannten Damen-Küsse, was die wörtliche Übersetzung der Kekse ist, am Hofe der königlichen Savoy Familie im Jahre 1852 erfunden worden.

Und zwar vom königlichen Koch, der mit all seinen Mitteln versuchte, die Anforderungen des Königs Vittorio Emanuele II zu erfüllen. Dieser hatte ein Dessert gefordert, das so aussieht und schmeckt wie noch keines vor ihm. Das Ergebnis waren die Baci di Dama mit ihrem weichen, nussigen Teig, der cremigen, herben Schokolade und der außergewöhnlichen Form. Diese soll an die für einen Kuss bereiten Lippen einer Frau erinnern. Eine andere Erklärung für den Namen besagt, dass die beiden Kekshälften durch einen Kuss miteinander vereint sind. Egal was der König gesehen hat, er war begeistert von ihnen. Weswegen sie bald ein wichtiger Bestand des königlichen Speiseplans wurden und ihren Weg in die Königshäuser anderer europäischer Staaten fand.

Wie es wirklich gewesen sein soll

Die wahre Entstehungsgeschichte führt uns nicht an den königlichen Hof. Dafür in eine Bäckerei in Tortona, einer kleinen Stadt in der piemontesischen Province Alessandria. Dort soll sich das Originalrezept der Kekse Ende des 19. Jahrhunderts eigentlich entwickelt haben. Aber von dort fanden die Baci di Dama immerhin ihren Weg in den Rest Italiens, wo es verschiedene Versionen von dem Keks gibt. Die Haselnüsse werden beispielsweise häufig mit Mandeln ersetzt, oder die Schokolade durch Honig ausgetauscht.

Und jetzt kommen wir zu dem spannendsten Teil der Geschichte: dem Rezept! Hier natürlich mit Haselnüssen, als Spezialität aus Piemont. Egal woher die Baci di Dama wirklich stammen, wir finden, sie schmecken königlich.

Aus einem Land in dem es heute noch eine richtige Königin gibt, stammen ebenfalls verführerische Kekse mit leckerer Füllung. In dieser Variante nicht mit Schokolade, sondern Vanille. Gemeint ist hier Großbritannien und die britischen Doppelkekse mit Vanillecreme. Für die Vanilleliebhaber unter euch, wären diese Kekse also eine gute Alternative zu den Baci di Dama. Für die Schokoladenliebhaber haben wir noch mehr im Angebot:

Baci di Dama aus dem Piemont

Schwierigkeit: Anfänger Vorbereitungszeit 30 min Zubereitungszeit 60 min Ruhezeit 1 Stunde Gesamtzeit 2 hrs 30 Min. Portionen: 30 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Die Baci di Dama bringen in ihrem Kuss zwei unwiderstehliche Komponenten zusammen: Haselnüsse und Schokolade. Und dabei geht keiner der beiden charakteristischen Geschmäcker unter. Sie harmonieren miteinander wie ein eingespieltes Team oder ein Liebespaar! Komme auch in den Genuss dieser Harmonie, mit unseren Rezept:

Zutaten

Zubereitung

Die Haselnüsse rösten:

  1. Damit die Kekse ein schön volles Haselnussaroma bekommen, rösten wir zuerst die Haselnüsse. Hierfür den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Nüsse gleichmäßig darauf verteilen.

  2. Die Nüsse für etwa 20 Minuten im vorgeheizten Ofen rösten lassen und gelegentlich mit einem Holzlöffel umrühren.

  3. Nach den 20 Minuten das Blech herausnehmen, aber den Ofen anlassen. Lege ein Küchentuch auf einer Küchenunterlage aus und halte ein weiteres bereit. Kipp die gerösteten Nüsse auf das Küchentuch und bedecke sie mit dem anderen. Warte für etwa fünf Minuten und beginne dann, die Nüsse zwischen den Tüchern mit deinen Händen aneinander zu reiben, sodass sich die Schale löst. Kontrolliere einige Male und reibe solange weiter, bis der Großteil der Haselnüsse schalenlos ist. Gib die Nüsse von dem Küchentuch in ein großes Sieb und trenne sie so gründlich von den Schalen.

  4. Jetzt musst du die geschälten Nüsse wieder auf das Backblech geben und in den noch warmen Ofen schieben. Röste sie für weitere sechs Minuten und dann sind sie bereit zur Weiterverarbeitung.

Den Teig vorbereiten:

  1. Reduziere die Temperatur des Ofens auf 160 Grad und lege das Backblech mit neuem Papier aus.

  2. Für unseren eigentlichen Teig, gib die frisch gerösteten Nüsse in einen Mixer und verarbeite sie zu feinem Haselnussmehl. Vermenge die zerkleinerten Haselnüsse mit dem Mehl, dem Puderzucker und dem Salz.

  3. Schneide als nächstes die Butter in kleine Stücke und arbeite diese mit deinen Händen in die trockene Nuss-Mehl-Zuckermasse ein. Knete alles gründlich durch, bis ein fester Teig entsteht. Forme diesen zu einer Kugel und bedecke ihn mit Frischhaltefolie. Lass den Teig für etwa eine Stunde im Kühlschrank kalt stehen.

Kekse formen und backen:

  1. Wenn der Teig soweit ist, teile ihn in kleine Stücke, die du jeweils zu kleinen Kugeln formst. Sie sollten etwas kleiner als eine Walnuss sein und insgesamt 60 ergeben. Leg diese 60 Teigkugeln auf das vorbereitete Backblech und drücke sie leicht ein, sodass eine flache Unterseite entsteht. Backe sie für etwa 20 bis 25 Minuten. Die Kekse können noch etwas weich sein, beim Abkühlen härten sie weiter aus. Warte für die Weiterverarbeitung deswegen solange, bis die Kekse vollständig abgekühlt sind.

Die Schokolade vorbereiten:

  1. In der Zwischenzeit kannst du die dunkle Schokolade über einem Wasserbad schmelzen und leicht abkühlen lassen. Achte darauf, dass sie nicht zu fest wird.

Die Baci di Dama fertigstellen:

  1. Bestreiche die flache Unterseite eines Kekses mit der flüssigen, leicht warmen Schokolade und presse die Unterseite eines anderen Kekses auf diese, sodass ein großer Keks mit Schokolade in der Mitte entsteht. Wiederhole dies für die weiteren Kekse.

  2. Gib der Schokolade noch etwas Zeit, härter zu werden und die Kekse besser miteinander zu verbinden, bevor du die kleinen Damenküsse genießen kannst.

  3. Serviere sie direkt deinen Gästen oder bewahre sie in einer luftdichten Schachtel für besondere Momente auf.

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