Was für ein Bild kommt dir in den Kopf, wenn du an das Wort „Dominosteine“ denkst? Die schwarzen Steine mit den weißen Punkten des bekannten Spieles? Oder bist du bereits so in Weihnachtsstimmung, dass du direkt an das würfelige Lebkuchengebäck mit Marzipan, Fruchtgelee und Schokolade denken musst? Da du dich auf einem Essensportal und nicht auf einem Spieleportal befindest, setzen wir uns hier natürlich lieber mit den essbaren Steinen auseinander.

Aber nicht in ihrer klassischen Form: Hier bist du auf ein Rezept für einen Dominostein-Kuchen gestoßen. Aber warum schauen wir uns nicht zuerst etwas über das Weihnachtsgebäck an, das diesen Kuchen inspiriert hat? Nach der Geschichtsstunde kannst du dich dann dem Backen und Genießen widmen.

Warum Dominosteine, das Gebäck, nach dem Spiel benannt sind, ist nicht ganz klar. Ihr Erfinder, der Dresdner Chocolatier Herbert Wendler, hat diese Information nicht für die Nachwelt festgehalten. Vielleicht hat einfach ihre eckige Form und der Kontrast der dunklen Schokolade und des hellen Marzipans diese Assoziation hervorgerufen. Tatsächlich waren die Dominosteine auch erst unter einem ganz anderen Namen bekannt: der „Notpraline“. Um dies zu verstehen müssen wir uns die Jahreszahl anschauen, in der Herbert Wendler auf die Idee der Dominosteine gekommen ist: 1936.

Der Vorfahre des Dominostein-Kuchens: Die „Notfallpraline“

Zwar befand sich Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Krieg, aber unter dem NS-Regime führte alles dorthin. Ohne Frage waren viele Teile der Bevölkerung in Not. Und für diese ärmeren Leute entwickelte der Hersteller von überwiegend vornehmen Pralinen für die wohlhabenderen Haushalte, diese „Notpraline“. Ein fester Boden-Lebkuchenteig, Marzipan, stabiles Gelee und ausgehärtete Schokolade, alles zu einem kompakten kleinen Würfel arrangiert. Anders als ihre fragileren Verwandten ist die Notpraline robust und leicht zum Transportieren. Gut geeignet zum Mitnehmen bei der Flucht. Oder wenn man bei Bombenalarm in den Schutzkeller muss. Was ebenfalls viele Teile der deutschen Bevölkerung nur wenige Jahre nach der Erfindung der Notpraline, deren weiterer Name auch „Kriegspraline“ war, regelmäßig durchmachten. In dieser extremen Notzeit lieferten die kleinen Pralinen nicht nur Kohlenhydrate, sondern waren auch für viele kleine Stücke Heimat und Geborgenheit zum Mitnehmen.

Die Stücke unseres Dominostein-Kuchens sind etwas größer und so auch schlechter zur Mitnahme bei der plötzlichen Flucht geeignet. Wir hoffen, dass dies bei dir zu Hause auch nicht notwendig ist und du den weihnachtlichen, schokoladigen und fruchtigen Kuchen in Ruhe genießen kannst. Vielleicht an einem gemütlichen Adventssonntag gemeinsam mit Freunden und Familie bei einem wärmenden Glas Glögg, dem skandinavischen Glühwein, oder auch einer Tasse alkoholfreien Glühweins. Nutze diese Zeit der Besinnung und denke beim Genuss des Kuchens kurz an die vielen Menschen, die Dominosteine in Zeiten der Not gegessen haben.

Mehr Gebackenes zu Weihnachten, das dir das Gefühl von Heimat und Geborgenheit schenkt, geben diese drei ausgewählten weihnachtlichen Naschereien her:

Dominostein-Kuchen vom Blech

Schwierigkeit: Anfänger Vorbereitungszeit 40 min Zubereitungszeit 15 min Gesamtzeit 55 Min. Portionen: 24 Beste Saison: Winter

Beschreibung

Dominosteine sind seit über 80 Jahren fester Bestandteil der Weihnachtsbäckerei. Mit unserem Dominostein-Kuchen kannst du den Klassiker in neuer Form genießen:

Zutaten

Für den Teig:

Für den Belag:

Zubereitung

Den Teig zubereiten:

  1. Als aller erstes den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen und ein Backblech, circa 32 mal 39 cm  groß, gut einfetten. 

  2. Für den Boden des Dominostein-Kuchens die Eier zusammen mit dem Zucker und der Prise Salz in eine Rührschüssel geben und zu einer hellen Creme aufschlagen. Die beiden weiteren feuchten Zutaten, das Öl und die Milch, bei geringerer Geschwindigkeit unter die Eier-Creme mischen, bis alles gut miteinander verbunden ist.

  3. In einer separaten Schüssel die trockenen Zutaten, also das Mehl, das Kakaopulver, das Backpulver, das Lebkuchengewürz und die gemahlenen Nüsse miteinander vermengen. Die Mischung schnell unter die Eier-Öl-Milch-Menge heben, bis ein homogener, leichter Teig entstanden ist. 

  4. Den Teig auf das eingefettete Blech kippen und mit einem Kuchen-Spachtel gleichmäßig verteilen und glatt streichen. Das Blech in den Ofen schieben und etwa 15 Minuten lang backen lassen. Den fertigen Boden aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. 

Den Belag zubereiten:

  1. Das Stück Marzipanrohmasse in eine Schüssel klein raspeln und diese Raspel mit Hilfe eines Handrührers cremig rühren. Während des Rührens nach und nach die Milch dazu gießen. Die entstandene Creme auf dem abgekühlten Kuchenboden verstreichen.

  2. Den Himbeer-Fruchtaufstrich in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Die Temperatur reduzieren und den Aufstrich etwa eine Minute lang köcheln lassen. Danach den Topf vom Herd nehmen, den Aufstrich lauwarm abkühlen lassen und anschließend auf der Marzipan-Creme verteilen. 

  3. Die abschließende Schicht stellt die Schokoladen-Glasur dar. Für diese die Zartbitterschokolade klein hacken und die Sahne gemeinsam mit dem Kokosfett aufkochen. Die heiße Sahne vom Herd nehmen und die Schokoladenstücke unterrühren, bis sie vollständig geschmolzen sind. Einige Minuten warten, bis die heiße Glasur etwas abgekühlt ist und diese dann auf die Himbeer-Schicht geben und glatt streichen. 

Dekorieren und servieren:

  1. Solange die Schoko-Glasur noch weich ist, den Dominostein-Kuchen nach Belieben mit Streuseln, Perlen und Sternen bestreuen. Den verzierten Blechkuchen nun vollständig abkühlen und aushärten lassen, dann in Stücke schneiden und servieren!