Frühstück auf Downton Abbey: Mrs. Patmores Kedgeree

Eine Servier-Schüssel angerichtet mit Kedgeree, einem indischen Gericht mit britischer Adaption, garniert mit rotem Kaviar und Petersilie, neben einem Löffel, einer halben Zitrone, Salz, Pfeffer, Petersilie und einem Tuch, vor grauem Hintergrund, von oben.
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Stell dir vor, du hast eine Einladung zum Brunch erhalten. Doch es handelt sich nicht um irgendeinen Brunch. Du solltest dich geehrt fühlen, denn Lord und Lady Grantham geben dir die Möglichkeit, mit ihnen und ihrer Familie und Freunden eine Mahlzeit einzunehmen. Auf ihrem bescheidenen Landsitz Downton Abbey. Der eigentlich alles andere als bescheiden ist. Prachtvoll steht er umringt von mehreren Hektar Land, auf denen die Ladies und Lords gerne Spaziergänge unternehmen, ausreiten, jagen, ihre Pächter besuchen, und was auch immer Ladies und Lords noch in ihrer Freizeit unternehmen. Kochen jedenfalls nicht. Dafür sind die Angestellten „downstairs“ in der Küche zuständig. Von dort kommt auch das Gericht, das hier vorgestellt wird: Kedgeree.

Bei dieser auf uns vielleicht etwas ungewöhnlich wirkende Speise handelt es sich um einen Bestandteil der britischen Frühstücks-Cuisine. Besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Gericht als eine Mahlzeit der „Upper-Class“ angesehen. Jeder Aristokrat, der was von sich hielt, aß es zum Frühstück. So natürlich auch die Crawleys (der Familienname von Lord und Lady Grantham und ihren Töchtern, nur ein klein wenig verwirrend). Denn das Ansehen ist sehr wichtig. Typisch Britisch eben.

Kedgeree und der britische Kolonialismus

Was das Kedgeree noch so britisch macht, ist seine eigentliche Herkunft: Indien, was zu der Zeit, in der Downton Abbey spielt (Beginnend 1911 bis circa 1930er Jahre), noch eine Kolonie des „British Empires“ war. Das indische Original-Gericht mit dem Namen khichdi adaptierten die Briten in Indien nach ihrem eigenen Geschmack und nahmen es mit sich zurück nach Großbritannien. Denn brachte die Kolonisation eines ganzen Sub-Kontinents nicht nur ökonomische Vorteile mit sich (zumindest für das Herrscherland), sondern auch kulinarische! Vorteile, von denen besonders die britische Aristokratie profitierte, die Crawleys bestimmt nicht ausgenommen.

So bekamen die reichen Familien etwas mehr Würze in ihre Gerichte, während den Kolonialisierten ihre Schätze und das Leben, wie sie es kannten, geraubt wurde. Klingt nach einem fairen Tausch? Fair in einem imperialistischen System, wie es Großbritannien war. Imperialistisch und mit Klassen. Was Downton Abbey durch die Trennung von den Essenden und den Kochenden und Servierenden zeigt.

Das mit Sicherheit vorzügliche und überladene Brunch-Menü, in dessen Genuss du kommen wirst, wird das Werk von Mrs. Patmore und ihrer Küchenhilfe Daisy sein. Serviert bekommst du es dann von den „Footmen“, den Dienern, die unter den strengen Augen des Butlers Carson arbeiten. Hausmädchen werden dafür sorgen, dass die Räume wieder makellos aussehen. Wenn sie Glück haben, bekommen sie die Reste des Brunches zum Essen.

Vielleicht überlegst du es dir wieder, ob die Einladung wirklich eine so große Ehre ist. Vielleicht gesellst du dich lieber zu denen „downstairs“ und lernst, wie du das Kedgeree selbst zubereitest. Nicht, weil die Aristokratie beschlossen hat, es als vornehmes Essen wertzuschätzen. Sondern um seinern lange Geschichte in Verbindung mit der britischen Kolonialgeschichte, unter dessen Folgen heute noch viele leiden, zu gedenken.

Ein weiteres Gericht, dass durch die britische Kolonialgeschichte sein Weg in den Westen gefunden hat, ist das Curry. Drei Beispiele, wie vielseitig dieses heute umgesetzt wird, findest du hier:

Frühstück auf Downton Abbey: Mrs. Patmores Kedgeree

Schwierigkeit: Anfänger Vorbereitungszeit 15 min Zubereitungszeit 35 min Gesamtzeit 50 Min. Portionen: 4 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Downton Abbey ist eine britische Serie, die über das Leben einer ebenso britischen Aristokraten-Familie erzählt. Da gehören Mahlzeiten wie das Kedgeree dazu. 

Zutaten

Zubereitung

Den Fisch vorbereiten:

  1. Als erstes den Fisch vorbereiten. Dafür eine Pfanne mit etwa 1 cm Wasser befüllen und dieses zum Köcheln bringen. Die beiden geräucherten Schellfischfilets in das heiße Wasser legen, die Pfanne abdecken und den Fisch zehn Minuten lang bei mittlerer Hitze dämpfen lassen. Den gedämpften Fisch aus der Pfanne nehmen und für den späteren Gebrauch zur Seite stellen.

Den Reis zubereiten:

  1. Im nächsten Schritt den Basmati-Reis der Verpackungsanweisung entsprechend zubereiten. In einem weiteren Topf die Eier hartkochen.

  2. Während der Reis gart, die Zwiebeln und die Knoblauchzehen schälen und in kleine Würfel schneiden. Das Ghee in einer Pfanne zum Schmelzen bringen und die Zwiebel- und Knoblauch-Würfel hinzugeben. Unter gelegentlichem Rühren Zwiebeln und Knoblauch braten, bis sie glasig und weich werden.

  3. Die Mischung mit Salz, Kurkuma, Cayenne-Pfeffer, Curry-Pulver und Kardamom würzen und die Erbsen unterrühren. Wenn der Reis fertiggekocht ist, diesen ebenfalls in die Pfanne geben und alles gut miteinander vermengen.

  4. Die hartgekochten Eier pellen und vierteln. Den kalten Fisch nun auch wieder vornehmen und in mundgerechte Stücke schneiden. Eier und Fisch zusammen unter den gewürzten Reis heben. Mit Pfeffer nachwürzen und alles auf vier Portionen verteilen.

Kedgeree garnieren und servieren:

  1. Die Petersilie klein hacken und die Kedgeree-Portionen mit den Kräutern und dem roten Kaviar garnieren und servieren!

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