Miso Ramen mit eingelegtem Schweinebauch

Eine Schüssel mit Miso Ramen mit eingelegtem Schweinebauch, einem halbem Ei, frischem Koriander und einem Noriblatt als Topping, neben einem Paar Essstäbchen, auf einem grauen Küchentuch, vor dunklem Hintergrund, von oben.
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Neben Sushi ist es wohl diese herzhafte Nudelsuppe, die uns kulinarisch gesehen an Japan denken lässt: Ramen. Weizennudeln aufgegossen mit herzhafter Brühe und alles verfeinert mit einer großen Auswahl an möglichen Toppings. In ihren unterschiedlichsten Ausführungen sind Ramen überall in Japan zu finden. Von simpel und schnell zubereiteten Instant-Nudeln in den 24-Stunden Convenience-Stores über frische Varianten an kleinen Ständen in Bahnhöfen und auf Märkten bis hin zu den hochwertigen und teuren Versionen in den Restaurants der Sterneköche Japans: Für jede Preisklasse und jeden Geschmack haben Ramen etwas zu bieten. Hier werden wir dir noch etwas mehr über das beliebte Gericht erzählen und anschließend eine der vielen Möglichkeiten vorstellen: Die Miso Ramen mit eingelegtem Schweinebauch.

Wer des Japanischen mächtig ist, kann bereits anhand des geschriebenen Wortes „Ramen“ erkennen, dass es sich hierbei nicht um etwas ursprünglich Japanisches handelt. Was? Plötzlich soll Ramen gar nicht japanisch sein? Um eine Erklärung für diese verständliche Verwirrung zu bekommen, schauen wir uns ein wenig die Geschichte der Ramen an.

Ramen – Herkunft der beliebten Nudelsuppe

Wie bereits gesagt, hilft uns hier die japanische Schreibweise weiter:ラーメン. Diese vier Zeichen sind Zeichen der japanischen Schriftart Katakana. Jedes Zeichen steht für eine Silbe, einen Vokal oder Konsonanten. In diesem Fall teilt sich das Wort in die Silbeラ-Ra mit dem Verlängerungszeichenー(das A wird lang ausgesprochen), die Silbeメ-Me und dem Konsonanten ン-N auf. Katakana nutzen die Japaner überwiegend für Wörter, die aus einer anderen Sprache stammen. Worte wie Pizza oder Party sind weitere Beispiele hierfür. Doch im Fall von Ramen stammt das Ursprungswort nicht aus dem Englischen, sondern aus dem Chinesischen.

Das chinesische Wort, auf das Ramen zurückzuführen ist, ist „Lamian“, der Name traditioneller Nudeln, die per Hand gezogen werden. Die traditionell chinesischen Lamian kamen wahrscheinlich im Laufe des 19. Jahrhunderts durch chinesische Gastarbeiter auf den ost-asiatischen Inselstaat. Das billige und gleichzeitig sättigende Nudelgericht hat sich seit dem in Japan durchgesetzt. Erst größtenteils unter den Arbeitern, bis es dann Teil der japanischen Kultur wurde. Heute gibt es sogar ein Ramen-Museum in Yokohama und das Gericht hat auch seinen Weg in die USA und nach Europa geschafft.

Miso Ramen als eine von vielen Möglichkeiten

Neben den vielen Wegen, Ramen zu kaufen, mittlerweile auch bei uns, besteht natürlich immer noch die Möglichkeit, die Nudelsuppe selbst zuzubereiten. So kannst du alle Komponenten selbst beeinflussen: von der Suppe bis zu den Toppings. Hierbei musst du viele Entscheidungen deinem persönlichen Geschmack entsprechend treffen. In unserem Rezept für die Miso Ramen mit eingelegtem Schweinebauch haben wir dir einige Entscheidungen abgenommen. So zum Beispiel die Wahl der Brühe. Die drei Standartbrühen sind Shio, Shoyu und Miso. Bei Shio handelt es sich um eine leichte, sehr salzige Basis. Shoyu bezeichnet eine Brühe mit überwiegend Soja-Soße und die Miso-Variante ist gewürzt mit einer Paste aus fermentierten Bohnen. Die Miso Ramen stammen aus dem nördlichen Hokkaido und sind wegen ihres deftigen Geschmacks besonders für die kälteren Jahreszeiten geeignet.

Die Toppings bestehen meistens aus einer Kombination aus Gemüse, Fleisch und Ei. Jede dieser Komponente kann unterschiedlich zubereitet werden. Gerne wird diese an die jeweilig ausgewählte Brühe angepasst. Als letztes zu den Ramen hinzugefügt, dauert die Zubereitung dieser Komponente häufig am längsten. Wie es bei dem sogenannten Chashu, dem eingelegten Schweinebauch, der Fall ist. Das unter anderem in Sojasoße eingelegte Fleisch harmoniert unserer Meinung nach perfekt mit der Miso-Basis, dem Ei und den frischen Kräutern, die wir noch hinzufügen.

Trotz ihres chinesischen Ursprungs sind Ramen heute ein fester Bestandteil der japanischen Küche. Mehr Gerichte aus dieser Cuisine findest du, wenn du dem Link folgst! Und wir haben noch mehr zu bieten als Rezepte. In unserem Beitrag über die Tricks bei der Sushi-Zubereitung lernst du, wie du die kleinen Rollen perfekt selbst machen kannst. Probiere es aus und wirf ebenfalls einen Blick auf die Auswahl dieser Rezepte, die einen Japan-Themen Abend, oder sogar Tag, füllen können:

Miso Ramen mit eingelegtem Schweinebauch

Schwierigkeit: Fortgeschritten Vorbereitungszeit 45 min Zubereitungszeit 2 Stunde Ruhezeit 8 Stunde Gesamtzeit 10 hrs 45 Min. Portionen: 4 Beste Saison: Herbst

Beschreibung

Ramen findest du nicht mehr nur in Japan, auch hier in Europa erobert die vielseitige Nudelsuppe unsere Gaumen. Lerne, wie du unsere Version von Miso Ramen mit eingelegten Schweinebauch, Ei und Koriander zubereiten kannst, um bei dir zuhause japanisch genießen zu können!

Zutaten

Für den Schweinebauch (Chashu):

Für die Suppe:

Für die restlichen Einlagen:

Zubereitung

Am Vortag: Den Schweinebauch (Chashu) vorbereiten:

  1. Die Einlagen werden der Nudelsuppe hinzugefügt, sobald die Nudeln gegart sind. Das muss schnell gehen, weshalb aufwendigere Einlagen vorbereitet werden müssen. So auch das Chashu, der eingelegte Schweinebauch. Dieser muss bereits einen Tag vorher zubereitet werden, damit die Marinade schön durchzieht.

  2. Erhitze für die Zubereitung das Sonnenblumenöl in einer Pfanne und lege das Stück Schweinefleisch mit der Fettseite in das heiße Öl. Brate die fettige Seite zuerst scharf an und wende das Stück anschließend, sodass alle Seiten scharf angebraten werden. Mache dies für etwa 10 Minuten.

  3. In der Zwischenzeit kannst du einen großen Topf bereitstellen und mische darin das Wasser, den Sake, die Sojasoße und den Zucker miteinander und füge die Frühlingszwiebeln am Stück und den geschälten Ingwer hinzu.

  4. Lege den angebratenen Schweinebauch in die vorbereitete Marinade und erhitze den Topf. Bringe alles zum Aufkochen und schöpfe das Fett und den Schaum von der Oberfläche. Reduziere die Temperatur, decke den Topf ab und lasse das Fleisch in der Flüssigkeit für eine Stunde köcheln. Hebe alle 15 Minuten den Deckel, um den Dampf abziehen zu lassen und das Fleisch zu wenden.

  5. Jetzt musst du das Chashu in einen großen verschließbaren Behälter (zum Beispiel eine Tupperdose) legen, mit etwa 2 EL der Soße übergießen und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Das Chashu bis kurz vor dem Servieren der Ramen im Kühlschrank lassen.

Die Suppe zubereiten:

  1. Am Tag des Servierens ist als erstes die Suppe mit der Zubereitung dran. Schäle die Knoblauchzehen und die Schalotten und schneide sie in kleine Würfel. Anschließend das Ingwerstück klein reiben.

  2. Erhitze eine Pfanne und rösten den Sesam darin kurz an. Den gerösteten Sesam nun mit einer Meisel oder in einem Mixer zu einer Paste verarbeiten.

  3. Gib das Sesamöl in einen mittelgroßen Topf und erwärme es bei mittlerer Temperatur. Rühre den Knoblauch, die Schalotten und den Ingwer unter, sobald das Öl heiß ist. Führe das Rühren fort, bis das Gemüse glasig wird und anfängt zu duften. Füge jetzt das Hackfleisch hinzu und lasse es unter gelegentlichem Rühren vollständig durch werden.

  4. Wenn das Hackfleisch keine rosa Stellen mehr aufweist, kannst du die Bohnenpaste und die Misopaste in das Fleisch einarbeiten. Als nächstes die gemahlene Sesampaste und den Rohrzucker hinzugeben und alles gut miteinander verrühren.

  5. Mit der Hühnerbrühe, dem Sake und der Sojasoße ablöschen und den gesamten Topfinhalt zum Köcheln bringen.  Als letztes die Suppe mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken, dann den Deckel auf den Topf setzen und bei geringer Hitze köcheln lassen, bis alles bereit zum Servieren ist.

Die Einlagen vorbereiten und fertige Ramen servieren:

  1. Jetzt kannst du das vorbereitete Chashu aus dem Kühlschrank nehmen und zusammen mit den restlichen Einlagen bereitstellen und vorbereiten.

  2. Als erstes die vier Eier kochen, sodass das Eigelb noch ein wenig weich ist. Schäle die gekochten Eier und schneide sie längs auf, um vier gleichgroße Hälften zu bekommen. In einer Schale zur Seite stellen. Während die Eier kochen, kannst du parallel das Chashu in Steifen schneiden und kurz in einer Pfanne aufwärmen. Jetzt noch den Koriander und die Frühlingszwiebeln klein hacken und die Noriblätter halbieren.

  3. Zum Schluss einen großen Topf mit Wasser füllen und dieses für die Nudeln zum Kochen bringen. Bereite die Nudeln darin der Verpackungsanweisung entsprechend zu. Schwenke vier Suppenschüsseln mit heißem Wasser aus, kurz bevor die Nudeln fertig sind, um die Schüsseln aufzuwärmen.

  4. Gieße die gekochten Nudeln über einem Sieb aus und sorge dafür, dass möglichst wenig Wasserrückstande bleiben. Verteile anschließend die Nudeln gleichmäßig auf die gewärmten Schüsseln. Übergieße die gekochten Nudeln mit der Suppe und garniere jede Portion mit den warmen Chashu-Scheiben, einer Hälfte gekochtem Ei, Koriander, Frühlingszwiebeln und einem halben Noriblatt. Die heißen Ramen sofort servieren und genießen!