Chinesischer Drachen-Tee vom Feinsten: Vielseitiger Oolong Tee

Eine Holzschale mit losen Oolong Tee Blättern neben einer Ton-Teekanne und zwei Porzellan Teetassen gefüllt mit dem gold-gelben Tee, von oben.
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Die Teepflanze Carmellia sinensis ist die Grundlage für viele verschiedene Teesorten. Oolong Tee ist eine davon. Weißen, grünen und schwarzen Tee stellt man ebenfalls aus der Teepflanze her, doch der Oolong Tee fällt in keine dieser drei Teesorten. Er glänzt mit seinem ganz eigenen Geschmack. So bekam er einen Eigennamen und wurde als separate Teesorte etabliert. Besonders in Asien ist der Oolong Tee neben dem Grüntee einer der meist getrunkenen Teesorten. Und auch in Europa beginnen die unterschiedlichen Versionen, Aufmerksamkeit unter den Teeliebhabern zu bekommen. In diesem Artikel und Rezept erkunden wir die vielen Seiten des Oolong Tees: seine Herstellung, was sein Name bedeutet, welche Legende hinter seiner Entstehung steckt, und wie du ihn am besten zubereitest!

Nicht ganz schwarz und nicht ganz grün: Die Herstellung des Oolong Tees

Bei dem Versuch, den Oolong Tee zu beschreiben, seinen Geschmack, seine Farbe und seine Produktion, werden seine Charakteristika häufig im Mittelfeld zwischen grünem und schwarzem Tee angesiedelt. Der größte Unterschied zwischen diesen Tees ist, dass Grüntees nicht oxidiert werden, Schwarztees aber schon. Der Prozess der Oxidation ändert Geschmack und Farbe des Tees. Die dunklere Farbe des Schwarztees kommt auch mit einem herberen und schwereren Geschmack daher, der im Kontrast zu der hellen Farbe und dem frischen und leichten Geschmack des Grüntees steht.

Der Oolong ist kein Grüntee, da er oxidiert ist. Andererseits ist er aber auch kein Schwarztee, da der Oxidationsprozess nicht abgeschlossen wird. Wann die Oxidation der geernteten, gewelkten und gerollten Teeblätter endet, variiert von Oolong zu Oolong. Alles zwischen einer zehn-prozentigen und 80-prozentigen Oxidation kann als Oolong Tee angesehen werden. Aus diesem Grund bietet diese Teesorte eine Breite an verschiedenen Geschmäckern und Farben an. Wenn der Teemeister entschieden hat, dass der Tee ausreichend oxidiert ist, wird die Oxidation gestoppt.

Die Oxidation geschieht durch das Rösten der Blätter. Die Art der Röstung – per Hand oder maschinell, über Holz oder Kohle, lang oder kurz – beeinflusst ebenfalls den Geschmack des entstehenden Tees. Abschließend werden die verarbeiteten, dunklen Blätter aufgerollt, sodass sie eine besondere Form bekommen, die dem Tee seinen Namen gibt.

Was hat Oolong Tee mit Drachen zu tun?

Die losen Teeblätter in aufgerollter Form bestehen aus einer kleinen Kugel und einem länglichen Ende. Die Kugel erinnert an einen Kopf, während das Ende einem langen Körper oder Schwanz ähnelt. In den Augen der Teehersteller entsprach diese Form ganz eindeutig einem besonderen Fabelwesen: dem Drachen. Wegen der Farbe der teilweise oxidierten und gerösteten Blätter beschrieb man die kleinen Drachen mit der Farbe Schwarz. Das chinesische Schriftzeichen für Oolong setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen: Aus 乌 , was schwarz bedeutet und 龙 lóng, was Drache bedeutet. Schwarzer Drache also. Ob dieser spezielle Name wirklich auf das Aussehen der losen Teeblätter zurückzuführen ist, ist jedoch nicht hundertprozentig klar. Eine Legende, die den Ursprung des Oolong Tees erzählen soll, beschreibt eine Alternative für die Namensgebung:

Was hat der Oolong Tee mit Hirschen zu tun?

Der erste Oolong Tee soll auch aus der Fujian Provinz an der südöstlichen Küste Chinas, der „Heimat“ des Tees, kommen. Der Legende zufolge soll ein Teepflücker bei der Ernte von dem Auftauchen eines Hirsches überrascht worden sein. Entschlossen, das Tier zu jagen, ließ der Pflücker die bereits geernteten Teeblätter zurück, anstatt sie direkt weiterzuverarbeiten. Die Jagd auf den Hirsch dauerte jedoch so lange, dass die Blätter in der Zwischenzeit anfingen, zu oxidieren. Bevor der Teepflücker die vernachlässigten Blätter wegwerfen konnte, fiel ihm auf, dass diese einen verführerischen Duft abgaben. Gefesselt von diesem neuen Aroma beschloss er, den Herstellungsprozess weiterzuführen. So entdeckte der Pflücker, dessen Spitzname Wulong war, mit Hilfe des Hirsches eine neue Teesorte, die später nach ihm benannt wurde.

Der Geschmack des Oolongs in seinen beliebten Varianten

  • Wuyi Oolong Tee: Noch heute kommen viele Teeblätter für den Oolong Tee aus der Fujian Region. Ein beliebtes Anbaugebiet ist das Wuyi Gebirge im Norden Fujians. Wegen seiner Herkunft nennt man ihn auch häufig „Felsentee“. Geschmacklich zeichnet er sich mit einem süßen Aroma mit sanften floralen Note aus.
  • Bai Hao Oolong: Mit steigender Nachfrage nahm auch die Produktion von Oolong Tee zu. Neben China ist Taiwan einer der größten Exporte des Tees. Der Bai Hao, hier auch häufig Oriental Beauty genannt, ist eine beliebte Sorte von dem Inselstaat. Er hat einen milderen Geschmack mit fruchtigen Tönen, die an süße Honigmelone erinnern.

Nach so vielen Informationen machst du dir jetzt am Besten selbst ein Bild über den Oolong Tee. Bereite eine schöne Kanne vor und genieße jeden Schluck! Wir erklären dir, worauf du achten musst.

Lust auf noch mehr Getränke? Dann probier’s mal mit weißem Tee oder dem aus Afrika kommenden Roiboos-Tee.


Quellen: www.senchateabar.com, www.teavivre.com, www.artoftea.com

Chinesischer Drachen-Tee vom Feinsten: Vielseitiger Oolong Tee

Schwierigkeit: Anfänger Zubereitungszeit 10 min Gesamtzeit 10 Min. Portionen: 2 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Teste den schwarzen Drachen unter den Teesorten! Der Oolong Tee hat nicht nur einen ziemlich coolen Namen und eine faszinierende Entstehungs-Legende, sondern auch ganz viel Geschmack. Entdecke die unterschiedlichen Aromen und Geschmacksnoten, die dir mit jeder Tasse angeboten werden. Für ein mildes, fruchtiges, florales und süßes Geschmackserlebnis.  

Zutaten

Zubereitung

Die Blätter aktivieren:

  1. Erhitze zuerst 200 ml des Wassers auf eine Temperatur von etwa 80 bis 85 Grad oder lasse aufgekochtes Wasser ungefähr fünf Minuten abkühlen.

  2. Gib als nächstes 4 TL in eine Kanne und gieße das warme Wasser darüber. Schwenke die Kanne kurz und schütte das Wasser vorsichtig weg, sodass die aufgegangenen Blätter zurückbleiben. 

Den Tee ziehen lassen:

  1. Nun die restlichen 500 ml Wasser ebenfalls auf 80 bis 85 Grad bringen und über die aktivierten Teeblätter gießen. Die Kanne schließen und den Tee mindestens eine und höchstens fünf Minuten ziehen lassen. 

  2. Nach der ersten Minute hat der Tee die mildeste Form seines Eigengeschmackes erreicht. Teste einen kleinen Schluck, ob die Intensität dir ausreicht. Lasse den Tee für kräftigere Geschmacksnoten länger ziehen und probiere ihn alle 30 Sekunden, bis du zufrieden mit der Intensität bist. 

Tee ausgießen und genießen:

  1. Den für dich perfekt gezogenen Tee in zwei Tassen gießen und warm genießen, oder den Tee abkühlen lassen und mit Eiswürfeln als erfrischenden Eistee trinken!

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