Überrascht mit weichem Aroma: Fermentierter „Pu Erh“-Tee aus China

Zwei weiße Tassen mit dunklem Pu Erh-Tee neben einer weißen Teetasse und einem Stück dunklen Pu Erh Tee-Kuchen, vor einem Marmorhintergrund, von oben.
pinit

Anders als in vielen westlichen Sprachen wird im asiatischen Sprach- und Kulturraum unser „schwarzer Tee“ wegen seiner Farbe als „roter Tee“ bezeichnet. Den Namen Schwarztee hat dort eine andere Teesorte für sich beansprucht: der „Pu Erh“-Tee. Pu Erh zählt zu den „klassischen“ Teesorten, wird also aus der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt. Was sich hinter dem Namen Pu Erh verbirgt und was so besonders an seiner Herstellung ist, lernst du in diesem Artikel.

So wird der Pu Erh zum „Schwarzen Tee“

Der offizielle Name Pu Erh leiht sich der Tee von der Hafenstadt Pu’er in der chinesischen Provinz Yunnan, dem Ursprungsort dieser speziellen Teesorte. Aber was macht sie so besonders? Jede der Hauptteesorten durchläuft einen anderen Weg von der Pflanze bis in die Tasse. Einige Schritte während dieses Prozesses sind jedoch gleich oder sich sehr ähnlich. Der Pu Erh aber schlägt einen anderen Weg ein – oder eher einen extra Weg, nämlich den der sogenannten Reifung.

Nach der Ernte der ausgewachsenen Teeblätter werden diese getrocknet und gerollt. Außer beim weißen Tee passiert dies bei den anderen Teesorten ebenso. Aber von hier an weicht der Pu Erh von dem Weg ab. Er ist der einzige Tee, der gereift wird. Bei diesem Schritt werden die getrockneten und gerollten Blätter zu „Tea Cakes“, oder auch Ziegeln, gepresst und in dieser Form fermentiert. Beim Fermentieren arbeiten Mikroorganismen in den Teeblättern, die die Qualität des Tees beeinflussen: Äußerlich nehmen die Blätter eine dunklere Farbe an, während der natürlich bittere Geschmack zunehmend milder und vollmundiger wird. Der fermentierte Tee ist jahrzehntelang genießbar und gewinnt, wie Wein, mit den Jahren an besonderen Geschmacksnoten.

Unterschiedliche Sorten des Tees

Eine Variante ist der Sheng Pu Erh. Sheng bedeutet roh und weist auf den natürlichen Fermentierungsprozess hin, der diese Sorte durchläuft. Hier haben die Teeblätter genug Zeit, damit sich Bakterien bilden und selbstständig den Fermentierungsprozess ankurbeln können. Nach der kurzen Röstung des fermentierten Tees kann man den Tee in seiner noch nicht vollständig gereiften Form trinken. Diese hat eine hellere Farbe und einen noch bittereren Geschmack. Oder der rohe Tee reift an einem feuchten Ort weiter, wo die Mikroorganismen sich weiterhin natürlich bilden und der Geschmack sich nach und nach verändert.

Der Shu Pu Erh ist der gereifte (Shu bedeutet reif) Pu Erh, der die gesamte Bitterkeit des rohen Tees verloren und eine tief dunkelbraune Farbe angenommen hat. Um dieses Ergebnis zu erzielen, kommt bei dem Shu Pu Erh noch ein Schritt hinzu: Bevor die Teeblätter zu den Tea Cakes gepresst werden, werden sie aufeinandergehäuft, sodass etwa 70 Zentimeter hohen Türme entstehen. Mit Wasser besprüht und einem Tuch abgedeckt, verschnellert sich in dieser Form der Fermentierungsprozess. Anschließend reift der Tee nicht Jahrzehnte, sondern nur wenige Monate. Die natürliche Fermentierung des Sheng Pu Erh ist die traditionelle Herstellung. Die schnellere Variante wurde erst im 20. Jahrhundert entwickelt, um die Produktion der besonderen Teesorte zu vereinfachen.

Die Geschmäcker des Pu Erhs entdecken

Eine genaue Beschreibung des Geschmackes des Tees ist unmöglich. Abhängig von der speziellen Produktionsweise und des Fermentierungsprozesses können ganz unterschiedliche Aromen freigesetzt werden. Wie schon erwähnt, verliert der Tee mit seiner Reifung an Bitterkeit und bekommt eine weiche und süße Note. Diese kann von unterschiedlichen Geschmäckern begleitet werden. So kann eine Tasse erdig, ledrig, holzig, aber auch blumig und süß schmecken.

Es gibt einen besseren Weg, den Geschmack von Pu Erh zu entdecken, als ihn mit Worten zu beschreiben: einfach probieren! Wir erklären dir, wie du die festen Tea Cakes in leckeren Tee verwandeln kannst.

Zwei weitere Teesorten, die aus der Teepflanze gewonnen werden und aus China stammen, sind der weiße Tee und der Oolong Tee. Genau wie der Pu Erh sind diese beiden Teesorten vielleicht etwas weniger bekannt hier bei uns. In unseren Artikeln findest du aber viele Hintergrundinformationen und die besten Rezepte, die jeweiligen Tees zuzubereiten!


Quellen: www.theartoftea.com, www.ice.edu

Überrascht mit weichem Aroma: Fermentierter „Pu Erh“-Tee aus China

Schwierigkeit: Anfänger Zubereitungszeit 10 min Gesamtzeit 10 Min. Portionen: 2 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Der Pu Erh Tee ist das perfekte Beispiel, um zu zeigen, was alles aus einer einzelnen Pflanze gemacht werden kann. Komme in den Genuss des dunklen Tees mit weichem Geschmack und vielen verschiedenen Aromen!

Zutaten

Zubereitung

Die Blätter aufwecken:

  1. Wenn du den Pu Erh-Tee in Form der Tee-Ziegel gekauft hast, musst du erst ein wenig Tee ablösen. Etwa acht Gramm sollten für zwei Tassen ausreichen. Wenn du bereits losen Tee hast, sind das etwa 2 Teelöffel davon.

  2. Gib nun den Tee in eine Kanne und wecke die Blätter auf. Dafür gibst du einen Schluck heißes Wasser in die Kanne und schwenkst den Tee einige Sekunden darin. Das Wasser anschließend wegkippen, sodass nur noch die aufgewachten Teeblätter übrig bleiben. 

Den Tee aufbrühen:

  1. Erhitze nun den halben Liter Wasser, lass' die Temperatur aber nicht bis 100 Grad steigen. Bei 90 Grad ist die perfekte Temperatur für den Tee erreicht. Wenn du die Temperatur nicht kontrollieren kannst, bringe das Wasser zunächst zum Kochen und lass' es etwa fünf Minuten abkühlen. 

  2. Gieße jetzt das heiße Wasser über die aufgeweckten Teeblätter in der Kanne und decke diese ab. Lass' den Tee für etwa zwei bis vier Minuten ziehen. Wenn die zwei Minuten um sind, kannst du alle 30 Sekunden den Geschmack testen, bis du dein favorisiertes Aroma gefunden hast.

  3. Dann nur noch den Tee in die Tassen gießen und das Genusserlebnis voll ausschöpfen!

Markiert: