Einen lila Latte? Hast du das schon mal gesehen? Nach dem Wirbel rund um das japanische Matcha-Pulver und die grünen Köstlichkeiten, die man daraus zubereiten kann, erobern immer mehr Farben die Essenswelt. Doch keine Sorge, genau wie bei dem Matcha-Latte ist bei dem lila Taro-Latte die Farbe ganz natürlich. Und genauso wie man den Matcha schon seit Jahrtausenden in Japan genießt, ist auch die Knolle der Taro-Pflanze mit ihrer charakteristischen Farbe keine Neuheit.

In Europa und Nordamerika basieren solche „Food-Trends“, die kommen und gehen, gerne auf Zutaten oder Gerichten anderer Kulturen und Orte. Dort sind sie häufig ganz alltäglich und werden für die unterschiedlichsten Dinge benutzt. Sobald sie ihren Weg zu uns gefunden haben, werden sie hier häufig „westernized“, also in einer uns bekannteren Form verpackt. Das beste Beispiel ist hier wieder der Matcha-Latte. Traditionell als zeremonieller Matcha-Tee getrunken, mildern wir den bitteren Geschmack bei uns mit Milch. Varianten wie der Dalgona-Matcha sprechen für die große Beliebtheit solcher Interpretationen.

Taro-Latte als moderne Interpretation eines klassischen Lebensmittels

Bei dem Taro-Latte ist die Geschichte etwas anders, da Taro kein Tee sondern eine Nutzpflanze ist. Die Pflanze mit ihren großen Blättern fühlt sich in der Tropen-Region am wohlsten und ist heute in fast allen Tropengebieten der Welt zu finden. In Indien, ganz Südostasien und auf vielen Inseln des Pazifik kultiviert man Taro schon seit mehreren tausend Jahren. Mittlerweile ist sie auch fester Bestandteil vieler afrikanischer Küchen. Die Knollen der Pflanze, die in weiß, rosa und lila vorkommen, haben einen großen Stärke-Anteil. Wie unsere Kartoffel werden sie als Beilage gerne gestampft, gebraten oder gegart. Ihr natürlich süßes Aroma macht sie aber besonders für Süßspeisen wie Puddings beliebt. In Südostasien wird Taro gerne zu Pulver verarbeitet und zum Färben und Süßen von Getränken genutzt.

Diese Verwendungs-Möglichkeit machen wir uns hier zu Nutzen. Das lila Taro-Pulver kannst du natürlich auch fertig kaufen und so deinem Latte das gewisse Etwas verpassen. Hier zeigen wir dir aber einen Weg wie du aus der Knolle an sich ein cremig-schaumiges Getränk, mit Espresso verfeinert, zubereiten kannst.

Weitere Heißgetränke mit einem besonderen Touch, sei es Farbe, Geschmack oder beides, haben wir hier für dich gesammelt:

Und wie du aus der Taro-Wurzel einen Bubble Tea herstellen kannst sowie vieles Weitere rund um das Thema Tee, erfährst du in einem unserer Kochbücher der Wocke, dem „Tee-Buch“.

Du interessierst dich darüber hinaus für Zutaten und dessen Zubereitung? Dann lerne, genau wie zur Taro-Wurzel, weitere spannende Food Facts in unserer Kochschule kennen.

Taro-Latte: Lila-leckeres Heißgetränk

Schwierigkeit: Anfänger Vorbereitungszeit 10 min Zubereitungszeit 60 min Gesamtzeit 1 hr 10 Min. Portionen: 2 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Taro-Latte selbst machen: So geht's.

Zutaten

Zubereitung

  1. Um die Taro-Knolle in Milch verwandeln zu können, muss diese erst gegart werden. Dafür den Ofen auf 180 Grad vorheizen und die Knolle am Stück samt Schale eine Stunde darin Backen lassen.

  2. Wenn die Knolle einfach mit einer Gabel einzustechen ist, ist sie ausreichend gegart und kann aus dem Ofen genommen werden. Die heiße Taro-Knolle abkühlen lassen. Die Schale sollte sich nun leicht von dem weichen Fruchtfleisch abziehen lassen. Nach dem Schälen das lila Innere der Knolle in kleine Würfel schneiden.

  3. Diese Würfel zusammen mit dem Honig und der kalten Milch in einen Mixer geben und alles zu einer einheitlichen Paste mixen, die einen intensiven Lila-Ton annimmt. Die restlichen 300 ml Milch erhitzen.

  4. Die Paste auf zwei große Kaffee-Tassen aufteilen. Einen Espresso in je eine Tasse geben. Dann mit jeweils 150 ml heißer Milch übergießen. Alles mithilfe eines Löffels verrühren und dann mit einem Milchschäumer solange aufschlagen, bis eine lila Schaumschicht entsteht.

  5. Nach Belieben süßen und servieren!