Feuerzangenbowle

Ein Buch, ein Film, ein Getränk: Sie alle teilen sich einen Namen – Feuerzangenbowle. Wer sie weder gelesen, gesehen noch gekostet hat, sollte das alles schnell nachholen!

Ein Topf mit Feuerzangenbowle, auf dem ein brennender Zuckerhut liegt.
Eine Feuerzangenbowle sollte man nur unter Aufsicht zubereiten, aber dafür bekommt man sowohl optisch als auch geschmacklich einiges zu bieten! © Shutterstock/ Joern Schimmelpfeng

Bei mir zu Hause wird jedes Jahr an Heiligabend, wahlweise auch am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag, ein kleines Feuer gelegt. Aber das ist kein Grund, die 112 zu wählen, denn der Brand findet kontrolliert statt, und was da Feuer fängt, ist ein Zuckerhut. Der tropft dann gaaaanz langsam in den Rotwein, der darunter steht. Ausgelöst wird das Ganze von Rum, 54 Volumenprozent muss der haben, sonst funktioniert das alles nicht. Du weißt immer noch nicht, worum es geht? Hallo, um das vielleicht beste Weihnachts-Silvester-Getränk überhaupt: Feuerzangenbowle!

Feuerzangenbowle ist Buch, Film und Kultgetränk

Früher nahm mein Vater das Spektakel alljährlich zum Anlass, uns von dem gleichnamigen Film zu erzählen. Schwarz-Weiß, aus dem Jahr 1944, mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Für uns Schwestern klang das alles nicht so wahnsinnig spannend. Aber mit der Zeit wurden wir älter, durch die Gesellschaft ging ein Retro-Trend und Dinge von früher erlangten plötzlich wieder Kultstatus (Wayfarer-Sonnenbrillen, Nierentische, und ja, Filme). Nachdem wir alle Jahre wieder Zitate aus dem Film gehört und Szenen nacherzählt bekommen hatten, war es also an der Zeit: Die Feuerzangenbowle wurde serviert und der Fernseher nebenbei angeschmissen.

Zugegeben, heute würde die Geschichte wahrscheinlich eher Protestrufe als Freudenschreie hervorrufen: Schriftsteller Pfeiffer, ein vermutlich Enddreißiger mit Home-Schooling-Vergangenheit, gibt sich als Abiturient aus, um das Pennäler-Dasein doch noch zu erleben, spielt den Lehrern dabei allerlei Streiche und verführt ganz nebenbei die Tochter des Direktors, die die Mädchenschule gleich nebenan besucht. Bevor man diesen Skandal im Film nachverfolgen konnte, hatte Heinrich Spoerl ihn 1933 schon einmal in einem Buch niedergeschrieben. Das ist aber heute längst nicht so erfolgreich wie die Verfilmung mit Heinz Rühmann.

Und wo kommt da jetzt die berühmte Feuerzangenbowle ins Spiel? Sie bildet sozusagen die Ouvertüre, denn die Idee für dieses Theater kommt ganz zu Beginn der Geschichte in einer Herrenrunde (natürlich!) ins Rollen. Die betagten Männer sitzen bei einem Glas Feuerzangenbowle zusammen und hängen schwärmend ihren Gedanken an die eigene Schulzeit nach. Pfeiffer lauscht, bekommt Lust und schmiedet mit den Kollegen seinen Plan.

Heißgetränke für den Winter

Heute ist die Feuerzangenbowle den meisten wahrscheinlich als Getränk ein Begriff, steht ihr Name doch an jeder dritten Weihnachtsmarktbude. Man kann sie aber auch ganz leicht selbst zu Hause zubereiten, Feuershow inklusive. Genauso wie diese Heißgetränke:

Feuerzangenbowle

Schwierigkeit: Anfänger Zubereitungszeit 30 min Gesamtzeit 30 Min. Beste Saison: Winter

Beschreibung

Ein Buch, ein Film, ein Getränk: Sie alle teilen sich einen Namen – Feuerzangenbowle. Wer sie weder gelesen, gesehen noch gekostet hat, sollte das alles schnell nachholen!

Zutaten für 1 großen Topf

Außerdem:

Zubereitung

  1. Zunächst das Obst heiß abspülen, die Orange in Scheiben schneiden und die Zitronenschale mit einem Sparschäler abschneiden.

  2. Wein und Orangensaft in einem Topf erwärmen, aber nicht kochen lassen. Die Zitronenschale mit den Gewürzen in ein oder zwei Teebeutel füllen und in den Topf hängen, die Orangenscheiben einfach so in die Flüssigkeit geben. 

  3. Jetzt den Topf auf ein Stövchen stellen, die Feuerstange darauf platzieren und den Zuckerhut auf die Stange setzen. Ein bisschen Rum über den Zuckerhut träufeln.

  4. Ein wenig Rum in eine Metallkelle füllen, vorsichtig anzünden und brennend und in Schlucken über den Zuckerhut gießen. Weiter so verfahren, bis die Feuerzangenbowle den gewünschten Geschmack und Alkoholgehalt aufweist. Dann im Topf noch einmal umrühren, damit sich auch der Zucker gut verteilt, und heiß genießen.

Anmerkung

Achtung: Den Rum immer nur mit Hilfe der Kelle und nie direkt aus der Flasche über den Zuckerhut gießen.