Fast 10.000 Gins und etwa 400 Tonic Waters. Wie soll ich da wissen, welcher Gin durch welches Tonic versaut wird. Und kann ich nicht eh einfach den schäbigsten Gin mit dem Plastik-Tonic von Aldi mixen und werde trotzdem voll? Die Antwort auf die letzte Frage ist einfach: Ja! Aber wir trinken Gin Tonic nicht (nur), um uns zu betrinken, sondern weil es einer der geilsten Longdrinks ist, die es gibt. Denn Gin ist nicht gleich Gin und nicht jedes Tonic Water schmeckt gleich. Je nachdem, welche Botanicals dem Gin zugesetzt wurden, entsteht das komplexe Aroma, das entscheidet, welches Tonic Water den idealen Support deines Lieblingsgins darstellt. Du merkst: Dies wird mal wieder ein Ratgeber, aber ich will dir keinen Rat geben. Trinke deinen Gin Tonic, wie er dir am besten schmeckt, liebe*r Foodie. Hier bekommst du Background-Wissen und eine Unterstützung, eine Orientierung, und kein dummes Bargeschwätz eines erfahrenen Trinkers. Welcher Gin mit welchem Tonic? Dieser Frage gehen wir nun gemeinsam nach.

Tonic Water Basics und Gin-Sorten: nicht jede Kombo macht Sinn

Vorweg sei gesagt, dass es bei der Vielzahl an Gins und Tonics nahezu unmöglich ist, jeden möglichen Gin Tonic zu probieren. Es ist jedoch durchaus möglich, zwischen Kategorien sowohl bei Gins als auch Tonics zu unterscheiden, auch wenn die Grenzen bei einzelnen Produkten natürlich ineinander übergehen. Wir betrachten zunächst die Tonics und nennen Gins, sowohl als Produkt als auch Kategorie, die zum Tonic passen würden. Letztendlich musst du natürlich selbst entscheiden, was dir am besten schmeckt. Ready?

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Tonic Waters und ihre Profile

Klassisches Tonic Water, Indian Tonic Water: Die bitteren Noten des Chinins und die Frische der diversen Zitrusnoten sind ausbalanciert. Sie passen zu nahezu jedem Gin, denn sie erschlagen weder florale, feine Gins, noch gehen sie gegen die derben Drys unter.

Florale und fruchtige Tonics: Bei diesen Tonics ist der Gin der Begleiter und nicht andersherum. Die bekannteste Variante sind sicherlich Japanese bzw. Yuzu Tonics. Der Gin sollte nicht dominieren wollen, also selbst durch wenige Botanicals gekennzeichnet sein. Wacholder plus X ist absolut ausreichend.

Würzige (spiced) und herbe Tonics: Kräuter, Zitrusschale und sogar Rinde kommen als Botanical in diese herben, chinin-lastigen Tonics. Mutige kombinieren zum Beispiele mediterran gewürzte Tonics mit mediterranen Gins. Doch hierbei können auch Unfälle geschehen, die einen misslungen Gin Tonic ergeben. Ein entspannter Gin mit weicher Note und leichtem Rosmarin-Kick ist ideal. Auch fruchtige Gins mit Beeren-Botanicals macht Sinn.

Dry Tonic Water: Kompromisslos herb sind alle Drys. Durch die Reduzierung des Zuckergehalts bleibt Chinin als tragende Säule übrig. Das macht die Tonics bitter, weswegen sie ausschließlich mit trockenen, sehr Wacholder betonten Gins wie den klassischen Old Toms kombiniert werden. Jeder andere Gin würde untergehen.

Die besten Kombos als Empfehlung – so schmeckt dein Gin Tonic

London Dry Gin + Indian Tonic Water: Die klassischen wacholderbetonten Gins mit Koriandersaat und Pfeffer als weiteren Botanicals kombiniert man ebenso klassisch mit Indian Tonics, die sehr ausgewogen sind. Der Dry Gin trägt aber auch Dry Tonics und würzige Tonics. Der bekannteste Vertreter ist sicherlich Bombay Saphire.

Empfehlung der Redaktion: Beefeater London + Feever Tree Premium Indian

Kräutrige und würzige Gins + mediterrane Tonic Water: Im weiten Feld der kräuterbetonten und würzigen Gins finden sich auch New Western Dry Gins. Wacholder ist immer noch prägnant, doch Thymian, Rosmarin oder sogar Myrte finden sich hier. Klassische Indian Tonics halten sich zurück, doch es gibt auch Kombinationen, die dich aus den Schuhen hauen. Gin Mare fällt in diese Kategorie und zählt zurecht zu den besten Gins.

Empfehlung der Redaktion: Spree Gin + Fentimans Herbal Tonic

Dry Gins + Indian Tonic Water: Dry Gins bestechen wie auch die London Dry Gins durch ihre Ausgewogenheit. Dennoch geht Wacholder nie ganz verloren, sodass man den Gin im Gin auch noch erkennt. Dazu passt ein leichtes Tonic, das dem Gin und seinen Aromen Platz lässt, denn es sind mitunter viele verschieden Botanicals enthalten.

Empfehlung der Redaktion: Monkey 47 + Thomas Henry Tonic

Zirtrus- und fruchtbetonte Gins + Dry and light Tonic Water: Diese wunderbar frischen Gins sind leicht und fruchtig, häufig durch Zitrusnoten geprägt von geringer Bitterkeit und wenig Wacholder. Viele der modernen New Western Gins finden sich hier. Das Tonic hierzu sollte ebenso wenig Süße haben, da die Eigenheit des Gins sonst schlicht verloren geht. Vorsicht also vor zu vielen Aromen im Tonic, denn dein Gin geht sonst unter.

Empfehlung der Redaktion: Berlin Brandstifter + Goldberg Tonic Water

Zum Tag des Gins das letzte Wort

Ich habe da so ein paar Kombinationen, die sicherlich etwas zu speziell für eine allgemeine Empfehlung sind. Dennoch ist das ja mein Beitrag und deswegen behaupte ich trotzdem, dass die schmecken. Und weil ich der Autor dieses Beitrags bin, habe ich auch das letzte Wort! Hier meine zwei… für Irre!

  • Nikos Empfehlung Nr.1: 1st Gin + Goldmann Japanese Yuzu Tonic
  • Nikos Empfehlung Nr.2: Hamburg/Zanzibar Tumeric NO.1 Gin + Windspiel Tonic

Wenn du dich für das Thema Gin und Gin Tonic interessierst, haben wir für dich schon einiges an Lektüre angesammelt. Auch zum Tag des Whisky haben wir uns was einfallen lassen. Schau rein…

Peace!