Einfach, ehrlich, gute Zutaten: Die italienische Bohnensuppe Ribollita

Suppen sind nicht nur für kalte, graue Wintertage. Die Italiener sind davon überzeugt, dass man diese Ribollita das ganze Jahr über genießen kann. Probiere es selbst und lass dich überzeugen.

Draufsicht: Hellgrauer Untergrund. Auf der linken Seite ist etwas Wirsing und Schwarzkohl zu sehen. In der Bildmitte eine weiße Schüssel mit einem Eintopf aus Kohl, weißen Bohnen, Karotte und einer Scheibe geröstetem Brot. Als Dekoration lehnt ein goldener Löffel oben rechts im Bild.
Jede Familie hat ihr eigenes Geheimrezept für diese in ganz Italien bekannte Suppe: Ribollita. © Getty Images / Olga Mazyarkina

Eines meiner persönlichen Ziele ist eine Reise durch Italien. Nicht aber n,ur um Urlaub zu machen, sondern um das Land, die Menschen und insbesondere ihre Küche kennenzulernen. Kochen lernen von den italienischen Nonna steht konkret auf meiner Liste der Big Five. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ich bereits einige kürzere Urlaubsreisen in sämtliche Regionen Italiens unternommen habe. Außerdem stapeln sich die Kochbücher und Magazine bei mir zu Hause und die meiste Zeit landen mediterrane Gerichte auf dem Teller. Bei einer meiner Reisen haben ich auch die Ribollita kennengelernt, die seither gerade in den kalten Wintermonaten ein wunderbarer Herzerwärmer ist. 

Was gehört in eine gute Ribollita?

Die Ribollita gibt es zahlreichen Versionen. Wahrscheinlich hat mittlerweile sogar jede italienische Familie ihre eigene Variation. Eigentlich aber gehörte das Gericht zu denen der cucina povera — also ein Gericht der Armen-Leute. Ursprünglich bestand sie aus Suppenresten vom Vortag, die in eine mit Brotscheiben ausgelegte Schüssel gegeben und mit Zwiebelringen bedeckt im Ofen erhitzt wurde. Daher stammt tatsächlich auch ihr Name. Denn wortwörtlich übersetzt bedeutet Ribollita so viel wie „erneut gekocht“ beziehungsweise „aufgewärmt“. Erst im Laufe der Zeit hat sich dieses Aufwärmen verändert und die Italiener haben frische Ribollita-Rezepte entwickelt. Darin enthalten sind heutzutage aber eigentlich immer Schwarzkohl (Cavolo Nero oder toskanischer Kohl), weiße Bohnen (Cannellini bohnen), Karotten und Tomaten. Die Ribollita kann aber auch mit Kartoffeln, Staudensellerie, Fenchel, jeglicher anderer Kohl- oder Bohnensorte zubereitet werden. Du solltest allerdings auch nicht zu viele Sorten dazu geben, da du ansonsten vielleicht einfach eine bunte Gemüse-Suppe kochst statt dieser köstlichen Ribollita. 

Gerade in der Toskana findet man viele einfache Gerichte. Natürlich gibt es dort auch eine ganz eigene Variation der Ribollita, allerdings zaubern die Menschen dort aus Grundzutaten großartige Mahlzeiten. Für mich ist das wahnsinnig faszinierend, weshalb ich dir hier noch ein paar Inspirationen für dich da lasse:

Eine gute Ribollita lebt von Zutaten hoher Qualität. Denn es wandern nur wenige davon in den Topf. Diese sollten daher auch voller Aromen stecken. Achte also am besten auf frisches Bio-Gemüse beziehungsweise gute Cannellini-Bohnen, eine feine, am besten selbst gemachte Brühe und für die perfekte Note am Ende ein aromatisches kaltgepresstes Olivenöl. So kann gar nichts schiefgehen und du zauberst aus einfachen, ehrlichen und guten Zutaten eine wärmende Ribollita.

Einfach, ehrlich, gute Zutaten: Die italienische Bohnensuppe Ribollita

Schwierigkeit: Anfänger Vorbereitungszeit 20 min Zubereitungszeit 80 min Gesamtzeit 1 hr 40 Min. Portionen: 6 Beste Saison: Winter

Beschreibung

Einfache Zutaten, ein wenig Kochzeit und großer Geschmack: Die Ribollita mit Schwarzkohl und Bohnen!

Zutaten

Zubereitung

  1. Die Zwiebel und Karotten schälen und in Würfel schneiden. Die Selleriestangen waschen, trockenen und in Scheiben schneiden.  Die Knoblauchzehen mit dem Messerrücken zerdrücken, dann schälen und grob hacken. 

  2. Den Schwarzkohl waschen. Dann die Stiele aus den Blättern herauslösen und die Blätter in mundgerechte Stücke reißen. 

  3. Die Rinde eines Parmesanstücks abschneiden.

  4. Die Dosentomaten durch ein Sieb geben. Dabei den Saft auffangen. Die Tomaten vorsichtig mit den Hängen zerdrücken, damit die Flüssigkeit austritt. Diese ebenfalls auffangen.  

  5. In einem großen Topf, noch besser einem gusseisernen Topf oder Bräter einen großen Schluck Olivenöl geben. Zwiebel, Karotten, Sellerie und Knoblauch hineingeben und für zehn Minuten anbraten. Das Gemüse sollte weich, allerdings nicht gebräunt sein. Dann die ausgedrückten Tomaten in den Topf geben und weitere zehn Minuten köcheln lassen. So haben sie Zeit zu karamellisieren, was den Geschmack der Ribollita nur intensiviert. 

  6. Das Landbrot in mundgerechte Stücke zupfen.

  7. In einem großen Topf, noch besser einem gusseisernen Topf oder Bräter einen großen Schluck Olivenöl geben. Zwiebel, Karotten, Sellerie und Knoblauch hineingeben und für acht bis zehn Minuten anbraten. Das Gemüse sollte weich, allerdings nicht gebräunt sein. Dann die ausgedrückten Tomaten in den Topf geben und weitere 15 Minuten köcheln lassen. So haben sie Zeit zu karamellisieren, was den Geschmack der Ribollita nur intensiviert. 

  8. Dann mit Brühe und der Tomatenflüssigkeit aufgießen. Den Schwarzkohl, die Parmesanrinde sowie Thymian und Rosmarin hineingeben. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen. 

  9. Währenddessen eine Hälfte der Bohnen mit 50 Milliliter Wasser Mischen und im Mixer oder mit einem Pürierst zu einer Paste pürieren. Das fertige Bohnenpüree mit in die Suppe geben und 50 Minuten kochen.

  10. Anschließend die restlichen Cannilini-Bohnen und das zerrupfte Brot in den Topf geben und umrühren. Noch einmal 15 Minuten köcheln lassen, bis das Brot weich die Flüssigkeit aufgesogen hat.

  11. Die Ribollita vom Herd nehmen, die Parmesanrinde, sowie die Kräuter entfernen. Die Suppe auf Tellern anrichten und mit gutem Olivenöl beträufeln. Nach Belieben auch mit frischem Parmesan bestreuen und servieren.