Gericht mit vielen Einflüssen: Gnocchi di Prugne aus Friaul-Julisch Venetien

Ein Teller mit drei Gnocchi di Prugne, ein Knödel ist aufgeschnitten, sodass man die Pflaumenfüllung sehen kann. Im Hintergrund ist ein Glas mit weiteren Semmelbröseln und eine Schüssel mit mehr Gnocchi zu erkennen, im Vordergrund eine Pflaume.
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Unsere kulinarische Entdeckungsreise durch Italien führt uns auf den nördlichen Kurs, oder vielmehr nordöstlich. So nordöstlich, wie es möglich ist, bis an die Grenze zu Slowenien und Österreich, nach Friaul-Julisch Venetien oder Friuli Venezia Giulia, die Heimatregion der Gnocchi di Prugne.

Der komplizierte Name spiegelt die komplizierte Geschichte, die die Region mit Triest als Hauptstadt hinter sich hat, wider. Wie viele Grenzregionen war auch Friaul-Julisch Venetien der Grund vieler Konflikte zwischen den umgebenen Nationen. Und das schon seit der Antike. Hauptsächlich Römer, Slaven, Venetianer und Österreicher kämpften um die Zugehörigkeit unterschiedlicher Teile der Region. Die genaue Geschichte ist weitaus zu umfassend und kompliziert, um hier aufgezeigt zu werden. Wichtig ist dieser kleine Einschub über den Kontext der Region aber trotzdem. Denn die vielen verschiedenen Nationen, Völker und Kulturen haben alle ihren Einfluss in der italienischen Region hinterlassen. Sprachlich, kulturell und, besonders wichtig, kulinarisch. Das Dessertgericht, das wir uns für die Region ausgesucht haben, zeigt das besonders gut auf: Die Gnocchi di Prugne.

Die Gnocchi di Prugne unter der Lupe

Das „Gnocchi“ in dem Namen zeigt direkt den italienischen Einfluss auf. Doch nach genauerem Hinschauen wirst du noch mehr Gemeinsamkeiten zu einem anderen kulinarischen Gebiet erkennen. „Di Prugne“ bedeutet „von der Pflaume“. Bei dem Dessert handelt es sich um Gnocchi, die mit gesüßten Pflaumen gefüllt sind und mit Semmelbröseln und Zimt serviert werden. Und? Kommt es dir schon bekannt vor? Von Größe und Aussehen her könnte man statt Gnocchi im deutschen auch Knödel sagen. Die sogenannten Zwetschgenknödel sind wahrscheinlich ein böhmisches Gericht, dass über Österreich nach Friaul-Julisch Venetien gelangt ist. Doch die italienischen Einflüsse zeigen sich auch: In dem Kartoffelteig der Knödel oder Gnocchi wird Parmesan mit eingearbeitet, so bekommt er einen ganz besonders einzigartigen Touch.

Kannst du dir süße Knödel mit Parmesan nicht vorstellen? Probiere es einfach aus und überzeug dich davon, wie überraschend gut diese Kombination miteinander harmoniert!

Wenn wir an Parmesan denken, denken wir eher an Pasta, nicht an Desserts. Die Verbindung von warmen Nudeln und geschmolzenen Käse ist aber auch einfach unschlagbar. Die Tagliatelle mit Pilzen und würzigen Parmesan sind ein herzhafter und wohltuender Beweis dafür, der gut vor den Gnocchi di Prugne serviert werden kann.

Anstatt mit Käse, schmecken Pflaumen auch in einer etwas klassischer Variante sehr gut in Kombination mit Schokolade: Probiere unseren glutenfreien Schokoladenkuchen mit Pflaumen und Amaretto für einen süßen, spätsommerlichen Dessertgenuss.

Gericht mit vielen Einflüssen: Gnocchi di Prugne aus Friaul-Julisch Venetien

Schwierigkeit: Mittelschwer Vorbereitungszeit 30 min Zubereitungszeit 30 min Gesamtzeit 1 hr Portionen: 4 Beste Saison: Sommer

Beschreibung

Die süßen Gnocchi di Prugne haben genau wie ihre italienische Heimatsregion Friaul-Julisch Venetien viele verschiedene Einflüsse. So wurde ein böhmisches Gericht neu adaptiert, mit einer besonderen italienischen Note. Entdecke, was alles in dem vielseitigen Dessert drinsteckt!

Zutaten

Für den Teig:

Für die Füllung:

Zum Anrichten:

Zubereitung

Den Gnocchi-Teig zubereiten:

  1. Um den Gnocchi-Teig zuzubereiten, zuerst die Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in einem großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Temperatur reduzieren und die Kartoffeln weitere 20 Minuten köcheln lassen, bis sie vollständig durchgegart sind.

  2. Das Wasser anschließend abgießen und die weichen Kartoffeln in einer großen Schüssel mit der Butter und dem Parmesankäse zu einer Art Püree verarbeiten, dieses mit einer Prise Salz abschmecken. Das Püree ist die Grundlage für den Gnocchi-Teig und muss erst etwas abkühlen, bevor es weiterverwendet werden kann.

  3. Nach etwas Wartezeit dann die abgekühlten Kartoffeln zusammen mit dem Ei und dem Mehl zu einem festen Teig vermischen, der nicht an den Händen kleben bleiben sollte.

Die Gnocchi zubereiten:

  1. Für die Füllung der Gnocchi die Pflaumen entkernen und halbieren. Die Pflaumenhälften kurz in dem Zucker wälzen, sodass sie vollständig bedeckt sind. Jetzt ist alles bereit, um die Pflaumen-Gnocchi zu formen. Unterteile den Kartoffel-Teig in drei gleichgroße Stücke und rolle jedes einzelne zu einer länglichen Wurst. Unterteile diese erneut in kleinere, etwa vier Zentimeter breite Stücke.

  2. Forme die kleinen Teigstücke zu flachen, runden Scheiben und lege eine Pflaumenhälfte in die Mitte jeder Scheibe. Falte den Teig über der Pflaume zusammen und rolle den Teig so lange zwischen den Händen, bis eine einheitliche Kugel entstanden ist. Verarbeite so den ganzen Teig und alle Pflaumen zu den gefüllten Gnocchi.

  3. Bringe in einem großen Topf Wasser zum Kochen und gib einen Teil der Gnocchi in das sprudelnde Wasser. Achte darauf, dass nicht zu viele Gnocchi auf einmal gekocht werden. Nach etwa zwei Minuten sollten sie zur Wasseroberfläche aufsteigen, ein Zeichen für dich, dass du sie noch etwa 10 Sekunden weiterkochen musst. Probiere ein Gnocchi, ob es wirklich durch ist, bevor du sie dem Wasser entnimmst.

Die Gnocchi di Prugne servieren:

  1. Die fertig gekochten Pflaumen-Gnocchi auf vier Teller verteilen. Für den letzten Schliff die Semmelbrösel leicht anrösten, mit Zimt würzen und über den Gnocchi verteilen, gerne noch ein wenig geschmolzene Butter über alles gießen. Jetzt sind die Gnocchi di Prugne bereit zum Servieren und Genießen!