Nee, danke. Lass stecken. Puh nö. Nope, thanks. Es gibt unzählige Dinge, die Menschen toll finden, lecker, interessant, spannend oder aufregend. Dann wollen sie zum Mitmachen animieren, tanzen, trinken, essen, sprechen. Und ich habe darauf dann einfach keinen Bock. Heute sprechen wir also über ein Thema, das mir aus den falschen Gründen am Herzen liegt, dem ich mich dennoch nicht entziehen kann. Weil fast jeder mitmacht. Karneval! 11.11. – 11 Uhr 11. Helau! Alaaf! Mett und Kölsch!

Keine Ahnung, was man sonst noch sagt… Ich hasse es. Fast alles daran. Das dumme Verkleiden. Die ungewollten Schwangerschaften. Unlustige Menschen, die lustig sein wollen und einfach unlustige Menschen bleiben. Ursprünglich soll man zur Fastenzeit bis Ostern, naja, halt fasten. Sagt die Kirche. Weiß nicht welche, aber die hat das zumindest früher gesagt. Und deswegen darf vor Beginn der Fastenzeit gefressen und gesoffen werden, weil danach ja alle Jecken (dieses Wort…) bis Ostern fasten.

Ist klar. Da gibt’s dann Kölsch. Ich hasse Kölsch. Und Mett. Toll…

Da wir Foodies sind, machen wir natürlich Food-Content. Ich will einfach mal loswerden, warum man kein Kölsch trinken oder Mett essen soll. Sorry an meine Family und Friends, da sind Karnevalisten dabei. Richtig viele sogar. Bitte hasst mich nicht. Bei Google fallen mir gerade diese Bonbons auf der Startseite entgegen und überall gibt’s Mett. Und Kölsch. Lass einfach stecken. Nee, danke!

Kölsch ist schlicht kein gutes Bier

Ich liebe Bier. Die zugegeben etwas nervige Alle-machen-Craftbier-Phase kam mir da sehr entgegen, weil ich viel Bier trinken und trotzdem distinguiert und feingeistig wirken konnte. Die feine bittere Note der diversen Hopfensorten. Das süße, schwere Aroma von Malz. Die Farben von Goldenem wie der Morgen bis zu Schwarz wie eine sternenlose Nacht. Das kann man von Kölsch einfach nicht sagen. Geht nicht.

Das fängt an beim Glas. Fast immer bekam ich, wenn ich mal Kölsch getrunken habe, ein winziges o,2er Glas mit hellgelber Flüssigkeit ohne Schaumkrone. Ich liebe Schaumkronen. Die sind schön. Außerdem zeigen sie mir, dass Sauerstoff in das Bier beim Eingießen gekommen ist und das ist wichtig für den Geschmack.

Also kommen dann direkt zwei Runden (haha, soooo lustig) auf einmal an den Tisch und man stößt an. Alaaf. Ein Prosit ein Prohosit der Gemüüütlichkeit. Puh. Und dann darf man trinken. Und es schmeckt, als hätte man mir ein winziges Glas Pils mit einer Tasse Wasser vermischt serviert. Und während mir dieser Gedanke durch den Kopf schießt, ist das Glas schon leer. Und um mich herum ist es laut, alle lachen und beißen in ihre Stulle. Dick belegt mit Mett. Glückwunsch! Jetzt bin ich gänzlich raus.

Mett sollte man einfach nicht essen

Die Verbraucherzentrale NRW sagt: „Mett können wir nicht empfehlen, aber es kommt aus den Köpfen der Menschen nicht raus.“ Ja klar, die sitzen ja auch in Düsseldorf, höre ich schon aus Köln. Aber warum ist die Verbraucherzentrale gegen Mett? Ausgerechnet jetzt? Wo wir alle doch bald anfangen sollen zu fasten…

Mett, Hackepeter, Thüringer Mett haben alle eins gemeinsam: Sie bestehen aus gewürztem rohem Schweinehackfleisch. Mageres Muskelfleisch und etwas Fett werden zusammen durch den Fleischwolf gejagt, gewürzt und in raffinierten Rezepten mit Zwiebel oder ohne auf ein Brötchen geknallt. Das darf knatschig und nervig sein. Gönnt euch!

Über Geschmack und Konsistenz urteile ich nicht. Was mir schmeckt, muss anderen nicht schmecken und umgekehrt. Aber nicht umsonst sind wir die einzigen in der EU, die ernsthaft rohes Schweinefleisch mit Zwiebeln als Igel auf Kindergeburtstagen servieren. Amerikanern und Japanern wird bei dem Gedanken schon anders. „Besonders empfindliche Personengruppen, wie kleine Kinder, Schwangere, Senioren oder Personen mit geschwächter Immunabwehr, sollten diese Lebensmittel daher grundsätzlich nicht roh verzehren.“ Toll! Also auf geht’s! Hier ein Rezept mit Mett: 1 Kilo Mett, 1 Zwiebel gehackt, 1 Igel. Raffiniert!

Was steckt drin im guten Mett?

Salmonellen, Campylobacter, E.coli einschließlich EHEC, Yersinien, Listerien, Viren und Parasiten. Diese Liste ist ein Auszug. Kein Wunder, dass das so lecker schmeckt und gewürztes Hackfleisch heißt. Die genannten Inhaltsstoffe verleihen einfach jedem Gericht die nötige geschmackliche Diversität. Die nussige Eleganz von E.coli und die leichte Schärfe von Salmonellen, gepaart mit der tiefsinnigen Süße Campylobacter. Deliziös. Mjam! Umami pur. Alaaf! Helau! Hier noch ein Rezept mit Mett: 1 Kilo Mett, 1 Zwiebel gehackt, 4 zähe alte Brötchen, 1 Glas Cornichons. All zusammen in einem Igel servieren. Alaaf!

„Listerien befallen Organe, etwa das Gehirn oder die Hirnhäute, wo sie für eitrige Infektionen sorgen können, die sogar tödlich enden können. Im Jahr 2018 starben in Deutschland daran 32 Menschen.“ Nicht an Mettbrötchen vermutlich – aber hey wenn’s schmeckt. „Kaum ein anderes Lebensmittel wird so häufig mit einer Salmonelleninfektion in Verbindung gebracht wie rohes Schweinemett.“ Daher hier noch ein Rezept mit Hackepeter: 1 Kilo Hackepeter, 1 Liter Ketschopp, 1 Igel gehackt. Einfach auf den Tisch werfen. Bueno! Delicioso! Magnifique! Hepatitis E für Allelelé!

Statt Mett und Kölsch zu Karneval

Gewürztes rohes Schweinefleisch scheint also nicht das optimale Lebensmittel zu sein. Dennoch muss man nicht auf Gehacktes verzichten. Auch in der Küche gibt es Möglichkeiten, Hackepeter in stylisch, lecker und weniger tödlich zu einem Rezept zu basteln. Ich empfehle dir zwei geniale Rezepte aus unserem Bestand, eins mit Rind von Robin und das andere mit Rote Bete von Franzi. Beide Rezepte sind brillant. Leicht und lecker. Zum Rote Bete Tartar passt am besten ein feinherbes Ale. Zum Rind empfehle ich euch ein schönes Braunbier mit malziger Süße. Oder zu beidem leckeres Pils. Alles bloß kein Kölsch. Bitte kein Mett und Kölsch für mich.

Peace!

Zartes Rindertatar

Schwierigkeit: Mittelschwer Zubereitungszeit 30 min Gesamtzeit 30 Min. Portionen: 6 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Wer sich selbst oder anderen ein Tatar serviert, kredenzt sich etwas ganz Besonderes. Vor allem, wenn es aus Rind und mit Liebe gemacht ist.

Zutaten

Zubereitung

  1. Rinderfilet zunächst in Scheiben schneiden und dabei von Fettstücken und Sehnen befreien, damit nur das zarte Fleisch erhalten bleibt. Anschließend grob würfeln und dann fein hacken. 

  2. Das gewürfelte Rinderfilet mit den Zwiebeln, Kapern, Schnittlauch, Ketchup, grobem Senf, dem Abrieb einer Bio-Limette und Olivenöl vermischen. Gut durchkneten. Danach mit Salz und Pfeffer abschmecken und kurz kaltstellen. 

  3. Ölivenöl in einer Bratpfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Toastbrot in Streifen schneiden, dann würfeln. In der Pfanne so lange braten, bis die Würfel goldbraun und knusprig sind. 

  4. Tatar portionsweise kreisförmig auf dem Teller oder einer Platte drapieren. Das Ei in die Mitte des Tatars gleiten lassen. Toastbrotwürfel dazu servieren. Guten Appetit!

     

Rezeptkarte

Schwierigkeit: Anfänger Zubereitungszeit 1 Stunde Gesamtzeit 1 hr Portionen: 4 Beste Saison: Ganzjährig geeignet

Beschreibung

Ein Genuss nicht nur für Vegetarier: Dieses Rote-Bete-Tatar kommt ganz ohne Fleisch aus, schmeckt aber mindestens genauso lecker!

Zutaten

Zubereitung

  1. Zunächst den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Rote Bete etwa eine dreiviertel Stunde darin garen. Je nach Größe der Beten variiert die Garzeit. Überprüfe einfach zwischendurch einige Male mit einer Gabel, ob die Knollen schon durch sind. Achtung: Nutzt du vorgekochte Rote Bete, dann kannst du diesen Schritt überspringen.

  2. Die Kapern klein schneiden. Die Bete aus dem Ofen herausholen, kurz abkühlen lassen und dann schälen und in Würfel schneiden. Nun mit den Kapern vermengen.

  3. Die Frühlingszwiebeln gründlich waschen, in Ringe schneiden und etwa zwei Minuten in 2 EL Öl in einer Pfanne anschwitzen. Ebenfalls mit der Roten Bete vermengen.

  4. Das übrige Olivenöl mit Essig, Agavendicksaft, Senf und Meerrettich verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die Rote Bete gießen. Gut umrühren. Dann das Tatar anrichten, das klappt am besten mit einem Servierring. Wer mag, kann noch etwas geriebenen, Schwarzen Rettich darüber streuen und mit frischen Kräutern nach Wahl servieren.

Quellen: www.quarks.de