Wenn wir früher an die Ostsee gefahren sind, hatten wir Kids immer den meisten Spaß, uns gegenseitig mit Quallen zu bewerfen. Mittlerweile sorgt allein der Gedanke an die glitschigen Meeresbewohner schon für Gänsehautmomente – nicht im positiven Sinne, wohlgemerkt. Kaum verwunderlich, dass einigen bei der jetzt folgenden Nachricht aus der Lebensmittelforschung vielleicht ein ganz kleines bisschen flau im Magen wird: Wissenschaftler sind nämlich dabei, die Qualitäten von Quallen als Superfood zu untersuchen. Was es mit den Neuigkeiten aus dem Leibnitz-Zentrum für Maritime Tropenforschung (ZMT) auf sich hat…

Kaum zu glauben: Kommen Quallen als Superfood in Frage?

Wie wir wissen, sind Lebensmittel nicht überall auf der Welt im Überschuss zu haben. Ganz im Gegenteil: Wenn hierzulande mitunter viel zu viel zu haben ist, sind anderswo die Ressourcen knapp. Ein Grund, warum sich Forschungen schon lange der Frage widmen: Welche alternativen Nahrungsquellen gibt es eigentlich?

Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage forschen Wissenschaftler des ZMT im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Projekts „Food for the Future“. Und sind nun sozusagen abgetaucht und auf Quallen gestoßen. Das mag für uns zunächst gewöhnungsbedürftig klingen, aber in anderen Teilen der Welt ist es schon seit Jahrtausenden ganz normal, Medusen zu verspeisen. Und das nicht ohne Grund, denn die Meerestiere stecken tatsächlich voller Nährstoffe. Auch wenn sie fast ausschließlich aus Wasser bestehen, in ihrer Trockenmasse sind unter anderem Eiweiße mit einem hohen Anteil wichtiger Aminosäuren enthalten. Auch Mineralstoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren findet man. Damit steht der Nährwert von Quallen dem anderer Meeresfrüchte in nichts nach.

Holger Kühnhold, Meeresbiologe beim ZMT, vermutet allerdings, dass Quallen hierzulande, anders als in einigen Ländern, eher als kalorienarme Chips oder Proteinpulver den Markt erobern.


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Quallen auch abseits der Lebensmittelindustrie nutzbar

Die Nesseltiere sind auch für andere Bereiche interessant. So könnten Sie für Kläranlagen zur Filterung von Mikroplastik ebenso eingesetzt werden wie als biologischer Dünger. Außerdem seien sie auch als Futter für die Fischzucht nutzbar und könnten in der Kosmetik Verwendung finden.

Dabei ist das Thema Nachhaltigkeit natürlich wichtig. Denn selbst wenn sich Quallen relativ einfach und schnell fortpflanzen sowie kaum Ansprüche an die Qualität ihrer Lebensräume stellen (sie benötigen nur wenig Sauerstoff und können selbst dort leben, wo die Wasserqualität durch Menschenhand schon deutlich gelitten hat), sollte auf eine ökologisch vertretbare Kultivierung gesetzt werden.

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Quellen: bildderfrau.de, leibnitz-zmt.de, zeit.de, morgenpost.de